Test: LCD Projektor Sony VPL-HS3
Is it a real Sony?
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Auch der renommierte Hersteller Sony bleibt aktiv im Projektorenmarkt. Mit dem neuen Modell VPL-HS3 bietet er einen Wohnzimmer-Projektor zu einem attraktiven Preis von rund € 1800.-. Viele Projektoren aus diesem Jahr haben die Qualitätsmesslatte für diese Preisklasse sehr hoch geschraubt. Was kann das neue Sony Modell entgegensetzen?


1. Ausstattung und Technik (Know How Link hier)

Optisch hebt sich der VPL-HS3 deutlich von den meisten Projektoren ab. Mit seinem halb rundem Design, dem mattweißen Finish und dem Monitorähnlichem Standfuß bringt er ein wenig Extravaganz ins Wohnzimmer, ein Merkmal, das vielen Sony Fans wichtig ist


Die Verarbeitung wirkt solide, erreicht aber nicht den hohen Standard z.B. eines Sharp Z90/91. Das verwendete Plastik macht dafür einen doch zu einfachen Eindruck.


1.1 Technik (Know How Link hier)

Wie bei praktisch allen Projektoren der Einsteigerklasse handelt es sich beim VPL-HS3 ebenfalls um einen Drei-Panel-LCD Projektor. Seine native Auflösung von 858 x 484 Bildpunkten ist allerdings nicht mehr "up to date", zumindest nicht in dieser Preisklasse. Hier bieten die aktuellen Konkurrenten von Sanyo und Panasonic mehr.
Die Auflösung ist genau genommen nicht hoch genug, um PAL DVDs in voller Pracht darstellen zu können. Rund 100 Zeilen werden in der Vertikalen unterschlagen.

Das Bildlicht kommt von einer 150W UHP Lampe mit einer Lebensdauer von ca. 2000 Stunden. Diese Laufzeit ist derzeit Standard und gewährleistet ein gutes Preis / Stundenverhältnis des Projektors.


Die 150W UHP Quelle


Der eventuelle Austausch der Glühbirne ist von Sony merkwürdig gelöst worden: Zunächst muss an der Unterseite des Gerätes eine Verriegelungsschraube gelöst werden. Darauf kann der Deckel des Projektors, quasi wie eine Motorhaube, hochgeklappt werden:

Unter der Klappe befinden sich der Luftfilter und die Lampeneinheit. Nach Lösen einer weiteren Schraube kann das Lampenmodul ausgetauscht werden. Eine in unseren Augen etwas umständliche Prozedur. Der selbe Aufwand gilt für den Wechsel des Luftfilters. Mahnt der Projektor per Signallampe einen neuen Filter an, ist ein Austausch fällig. Da Sony lediglich Papierfilter verwendet, ist eine Reinigung nicht möglich, ein neuer Filter muss her.


Der Luftfilter

Immerhin liegt ein Ersatzfilter dem Projektor bei. Zusätzliche Kosten werden an dieser Stelle zunächst vermieden.

Die Belüftung arbeitet leise genug, um den Filmton nicht zu beeinträchtigen. Nur empfindliche Ohren werden sich an dem relativ hochfrequentem Surren stören. Die Luft wird an der linken Projektorseite angesaugt und an der Unterseite herausgeblasen. Dadurch zeigt der Projektor kaum Belüftungsschlitze.


Lufteinlass an der linken Seite


Diverse Abluftschlitze an der Unterseite


Als ein auf Heimkino optimierter Projektor bietet der Sony VPL-HS3 einen zuschaltbaren Filter, der den Schwarzwert deutlich verbessern soll. Mehr dazu in unserem Bildtest.

Das Modell gewinnt auf jeden Fall den Preis für das sinnloseste Feature bei einem Videoprojektor: Das Sony Logo auf der Geräteoberseite hat eine eigene Beleuchtung, die per Menu an- bzw. abgeschaltet werden kann.


Beleuchtetes Sony Logo auf der Oberseite

 

1.2 Bildsignale (Know How Link hier)

Theoretisch ist der VPL-HS3 in der Lage, alle gängigen Signalstandards darzustellen: Herkömmliches PAL bzw. NTSC (576i / 480i), die entsprechenden Progressive-Varianten (576p / 480p), HDTV (720p / 1080i) und PC Signale in diversen Auflösungen. Hier werden die aktuellen Anforderungen erfüllt. Einschränkungen ergeben sich allerdings bei der Einspeisung der Signale:


1.3 Anschlüsse (Know How Link hier)

Die Anschlussseite des Projektors ist sehr enttäuschend. Gerade einmal für S-Video und Composite wurden direkte Anschlussbuchsen spendiert. Daneben befindet sich ein HDMI Anschluss. Er ermöglicht die digitale Signalübertragung für Bild & Ton. Ein lobenswerter Anschluss, nur wäre eine DVI Buchse für einen Projektor sinnvoller, schließlich bleibt hier die digitale Tonübertragung über HDMI ungenutzt. So werden umständliche DVI->HDMI Adapter notwendig, um z.B. einen Denon DVD-A11 anzuschließen.

Die gängigsten Signalarten sind derzeit aber noch YUV bzw. RGB für eine qualitativ hochwertige Progressive-Darstellung. Genau hier sucht man aber vergebens Eingänge. Weder Cinch-.Buchsen für YUV noch ein Sub-D Anschluss für RGB H/V sind vorhanden, stattdessen ein PC-ähnlicher Multiport. Anscheinend hat Sony sich hier die Playstation-Philosophie zu eigen gemacht, nach der jede Anschlussart ihr eigenes Kabel erfordert.
Für den YUV-Anschluss liegt immerhin das passende Adapterkabel bei. Es ist jedoch von sehr mäßiger Qualität und hatte bei unseren Tests schon Wackel-Kontakt-Probleme. Eine hochwertige YUV Verkabelung ist mit dem VPL-HS3 also nicht ohne weiteres möglicht. Noch schwieriger sieht es mit RGB bzw. PC-Signalen aus. Hierfür liegt dem Projektor erst gar kein Adapter-Kabel bei. Es muss separat als optionales Zubehör gekauft werden. Anbetracht des stattlichen Kaufpreises des Projektors erscheint dies sehr unverständlich. Was bei einer günstigen Spielekonsole noch akzeptabel ist, wird im teuren Heimkinobereich zu einer Zumutung. Hier sollte sich der Hersteller ein Beispiel an den meisten Konkurrenzprodukten nehmen.


1.4 Aufstellung (Know How Link hier)

Ein moderner Heimkino-Projektor sollte möglichst flexible Aufstellungsmerkmale aufweisen.
Der Projektionsabstand des VPL-HS3 ist vorbildlich. Er ermöglicht auch bei begrenztem Platz ausreichende Bildgrößen:

Projektionsabstandstabelle

Bilddiagonale (Zoll) Projektionsabstand Min. Pro-Abstand Max.
40 1,0 m 1,2 m
60 1,5 m 1,8 m
80 2,0 m 2,4 m
100 2,5 m 3,0 m
120 3,0 m 3,6 m
150 3,5 m 4,0 m


Die Feinanpassung der Bildgröße und Bildschärfe erfolgt manuell an der rechten Geräteseite. Hier befinden sich zwei Einstellräder.


Leider bieten sie wenig Genauigkeit. Nach jedem Drehen federn die Räder ein wenig zurück, so dass der Anwender für eine optimale Einstellung Geduld mitbringen muss. Eine direkte Einstellung an der Projektionsoptik wäre hier besser gewesen.

Um die Flexibilität bei der Aufstellung zu erhöhen, bietet der Projektor eine Trapezkorrektur. Die vertikale Trapezkorrektur kann eine Neigung des Bildes ausgleichen. Im "Auto" Modus erkennt der Projektor sogar selbständig die Neigung und passt die Bildgeometrie an. Unter dem vielversprechenden Namen "Side Shot" bewirbt Sony die horizontale Trapezkorrektur. Durch sie kann der Projektor auch seitlich zur Leinwand aufgestellt werden.
Bei beiden Trapezkorrekturen handelt es sich allerdings um rein digitale Varianten. Das Bild wird nicht optisch wie bei einer Lens-Shift Funktion angepasst, sondern durch die interne Elektronik umgerechnet. Dadurch ergibt sich ein deutlicher Auflösungsverlust im Bildmaterial. Da der Projektor von Haus aus schon über keine allzu hohe native Auflösung verfügt, führt diese Art der Trapezkorrektur zu ungewollten Artefakten wie z.B. Treppenstufen in kleinen Details. Sowohl auf die vertikale als auch auf die horizontale Trapezkorrektur sollte daher, wenn möglich, verzichtet werden. Das Gerät sollte möglichst waagerecht aufgestellt werden. Genau dies ist aber durch den Monitorfuß leichter gesagt als getan.


Standfuß mit Verriegelungs-Hebel

Er muss zunächst entriegelt werden, dann kann der Projektor um mehrere Achsen gekippt werden. Ist die gewollte Einstellung erreicht, wird der Fuß wieder verriegelt. Klingt in der Theorie einfach, ist aber in der Praxis recht umständlich.

Alles in allem gestaltet sich die Aufstellung des VPL-HS3 zwar durchaus flexibel, aber in der Anwendung als recht umständlich. Gerade wenn der Projektor nach Gebrauch im Schrank verstaut werden soll und für jeden Filmabend neu aufgestellt werden muss, wird dies schnell lästig. Die Trapezkorrekturen sollten zudem nur als "Notlösung" angesehen werden.


2. Bedienung (Know How Link hier)

Ebenfalls für den Alltagsgebrauch wichtig ist eine unkomplizierte Bedienung des Gerätes. Hier weiß der Sony Projektor zu gefallen.

2.1 Fernbedienung

Die Fernbedienung ist optisch modern im Silber-Look und liegt gut in der Hand. Sämtliche Funktionen lassen sich bequem per Taste aufrufen. Besonders wichtig ist in dunklen Heimkinoräumen eine Beleuchtung der Tasten. Auch an sie wurde gedacht, per Knopfdruck können alle Fernbedienungsknöpfe orange beleuchtet werden.

Zudem sind auch einige Tasten fluoreszierend und leuchten eigenständig im Dunklen. Die Reichweite der Fernbedienung ist auch für große Räume geeignet.

Ist die Fernbedienung nicht zur Hand, kann die Bedienung direkt an der Geräteseite vorgenommen werden. Hier finden sich die wichtigsten Tasten.


Nur das Steuerkreuz ist ein wenig zu klein geraten und in der Bedienung unpraktisch.


2.2 Menus

Die Menus sind übersichtlich gestaltet und weitgehendst gut strukturiert. Allein das Design wirkt ein wenig schlicht und farblos. In verschiedenen Rubriken, durch Symbole gekennzeichnet, befinden sich zahlreiche Bild und Setup-Einstellmöglichkeiten.

Die wichtigste Rubrik mit den Bildeinstellparametern bietet leider nur die gängigsten Einstelloptionen: Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Schärfe...


Hinter "Schwarzwert" verbirgt sich ein Black-Level Expander, der aber in der Praxis nur zu einer Verfremdung der Helligkeitsverteilung führt. Interessanter ist der "Kino Schwarz Plus" Modus, der einen zusätzlichen Filter in der Optik aktiviert. Mehr dazu in unserem Bildtest.

Die Farbtemperatur lässt sich nur in drei Stufen ("Hoch", "Mittel", "Niedrig") beeinflussen. Dies ist für eine genaue Farbanpassung zu wenig. Ein separater Weißabgleich für Rot, Grün und Blau wäre hier Mindestmaß.

Das Bedienkonzept des VPL-HS3 ist insgesamt als gut gelungen zu bezeichnen.


3. Bildtest

Die technischen Daten des VPL-HS3, besonders die recht geringe native Auflösung, wirken eher durchschnittlich. In unserem Bildtest überprüfen wir, ob das Gerät noch ein "Ass im Ärmel" hat.


3.1 Screendoor / Raster (Know How Link hier)

LCD Projektoren mit geringer Auflösung leiden grundsätzlich unter dem Screendoor- (Fliegengitter) Effekt. Die Pixel sind deutlich voneinander durch schwarze Linien getrennt. Diese Rasterung ist besonders in homogenen Farbflächen deutlich zu erkennen und schränkt das Verhältnis zwischen Bildgröße und möglichem Betrachtungsabstand deutlich ein.


Graue Fläche aus Nahansicht

Der Sony VPL-HS3 macht hier keine Ausnahme. Auch bei ihm sollte für eine Bildbreite von 2,5m ein Betrachtungsabstand von mindestens 5m eingehalten werden, ansonsten wird die störende Pixelstruktur zu deutlich.


3.2 Farbumfang (Know How Link hier)

Gut sind dagegen moderne Projektoren der LCD Gattung in Sachen Farbumfang. So auch der Sony Projektor. Er bietet eine kräftige Darstellung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau.


Weißes Dreieck: Farbumfang des Projektors

Dies gewährleistet eine intensive Darstellung aller Farbtöne und Mischfarben. Besonders in Animations-Filmen kann der VPL-HS3 diese Stärke ausspielen. "Finding Nemo" z.B. wirkt unglaublich farbenfroh mit einer sehr guten Farbdynamik und Tiefe. Auch noch so bunte Filme können die Bilddarstellung nicht in Verlegenheit bringen.



3.3 Farbtemperatur (Know How Link hier)

Anders sieht es bei der Farbtemperatur aus. Besonders bei Real-Filmen ist eine genaue Kalibrierung der Farbtemperatur von Graustufen notwendig. Erst sie gewährleistet eine natürliche und akkurate Farbreproduktion des Kinooriginals. Hier weiß der Sony VPL-HS3 leider kaum zu überzeugen. Im "Normal-Modus" bietet er eine ungleichmäßige RGB Verteilung.

In den dunkleren Helligkeitsbereichen ist Blau stark überbetont, was zu einer viel zu kühlen Bilddarstellung führt. In hellen Bereichen hingegen ist ein Rotüberschuss zu erkennen, im Maximalweiß wiederum ein Blauüberschuss. Über alle Helligkeitslevel hinweg ist zu wenig Grün im Bild, dies ist eher untypisch für Digitalprojektoren mit UHP Lichtquelle.

Eine derart ungleichmäßige Farbverteilung gewährleistet an keiner Stelle eine wirklich akkurate Farbdarstellung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Farbtemperatur nicht über alle Helligkeitslevel hinweg homogen bleibt: Eine dunkle Szene wirkt farblich anders als eine helle. Bei einem langsamen Sonnenaufgang z.B. würde sich die Farbcharakteristik kontinuierlich ändern.

Für Kinofilme bietet der Sony Projektor allerdings den speziellen Kino-Modus, bei dem ein interner Filter aktiviert wird. Er führt zu einer anderen Farbverteilung:


Farbverteilung des Cinema Modus


Im Cinema Modus scheint der gravierende Blauüberschuss relativiert. Insgesamt wirkt die Farbverteilung etwas homogener. Es bleibt allerdings der durchgehende Grünmangel. Auch der plötzliche Rotabfall in hellen Bereichen wird durch den Cinema Modus nicht behoben.

Farbtemperatur Fazit
Im Normal-Modus zu ungenau produziert der VPL-HS2 erst im Cinema Modus eine brauchbare Farbwiedergabe. Alles in allem ist die Farbdarstellung akzeptabel und produziert durchaus ansprechende Kinobilder. Für den Laien zwar nur schwer im normalen Filmbetrieb zu erkennen, ist jedoch keine durchgehend akkurate Farb-Reproduktion des Filmoriginals gewährleistet. Hier bieten zahlreiche Konkurrenzprodukte mehr Präzision.
Erst durch externe Farbfilterung kann die Farbtemperatur des HS3 genauer auf die erforderlichen 6500K getrimmt werden.


3.4 Schwarzwert, Kontrast, Helligkeit (Know How Link hier)

Für die meisten Heimkinofreunde besonders wichtig sind bei der Großbildprojektion der Schwarzwert, die Maximalhelligkeit und das daraus resultierende Kontrastverhältnis.

Im Normal-Betrieb ist der Schwarzwert des HS3 LCD-typisch niedrig. Schwarz erscheint grau. Kombiniert mit der ungenauen Farbverteilung im Normal-Betrieb ist das Schwarz des HS3 hier Magenta-grau.

Im Cinema-Modus zeigt sich ein wesentlich besseres Bild. Durch die interne Blende erscheint der Schwarzwert deutlich gesteigert. Er erreicht ein so gutes Niveau, dass auch dunkle Szenen nicht allzu sehr in ihrer Bildtiefe beeinträchtigt werden. Es wird ausreichend Dynamik geboten.

Gleiches gilt für die Maximalhelligkeit. Auch im dunkleren Cinema-Modus hat der VPL-HS3 genügen Lichtpotenzial, um große Bildbreiten über 2,5m zu realisieren. Helle Bilder wirken immer noch natürlich und nicht chronisch zu dunkel.

Der sich ergebende Kontrast bietet bei unserem Testergebnis mit ca. 580:1 zwar keinen Spitzenwert, aber genug, um eine ausreichende Bilddynamik zu gewährleisten.


3.5 Gammaverteilung / Homogenität (Know How Link hier)

Gerade bei einem begrenzten Kontrastverhältnis von 580:1 ist eine homogene Aufteilung, sprich Gammaverteilung, besonders wichtig. Je gleichmäßiger sie ist, desto besser und natürlicher wird die Helligkeitsdynamik des Projektors genutzt. Optimum ist hier ein Anstiegswert von 2.2.
Der VPL-HS3 lässt leider eine manuelle Gammaanpassung vermissen. Im Cinema-Modus ergibt sich ein Gamma-Anstieg von 2.0


Zwar wird der optimale Wert leicht verfehlt, dennoch wirkt die Helligkeitsverteilung des HS3 homogen ohne bestimmte Helligkeitsbereiche über- bzw. unterzubetonen. Lediglich ein minimale Abfall ab 90IRE führt zu leichtem Durchzeichnungsverlust in hohen Helligkeiten. Im Bild macht sich das durch "Verschlucken" von fast weißen Bildinhalten bemerkbar. Sie verlieren Plastizität. Ein gleiches Manko haben wir in den untersten Helligkeitsbereichen. Bildinhalte, die nur knapp über Schwarz liegen, werden von dem Projektor nicht akkurat dargestellt. Hier und da verschwinden sie gänzlich.


3.6 Ausleuchtung (Know How Link hier)

Die Ausleuchtung des projizierten Bildes ist über die gesamte Fläche gleichmäßig. Auch zu den Rändern und Ecken hin ist kein bemerkenswerter Helligkeitsabfall zu erkennen.


3.7 Overscan (Know How Link hier)

Je kleiner der Overscanbereich, desto mehr Bild gelangt an die Leinwand. Viele Projektoren schneiden leider an den Rändern etwas vom Bild ab. Der Sony VPL-HS3 unterschlägt links, rechts und oben jeweils über 30 Bildpixel. Nur unten wird der gesamte Bildinhalt angezeigt. Dieser Bildverlust von nahezu 15% des Gesamtbildes erscheint für einen modernen Projektor ein wenig zu hoch. Man sollte den Overscan jedoch nicht überbewerten. Den meisten Benutzern wird das leichte Abschneiden der Bildränder im Normalbetrieb nicht auffallen.


3.8 De-Interlacing (Know How Link hier)

Durch ihre progressive Bilddarstellung müssen Digitalprojektoren eingehende Interlaced-Signale (480i / 576i) in progressives Bildmaterial umwandeln. Hierfür verfügt der Projektor über eine interne De-Interlacing Elektronik. Je besser und genauer sie arbeitet, desto detaillierter und schärfer das Bildergebnis.
Die aktuellen Sony Progressive Scan DVD Player (DVP-NS 730, 930, 999) glänzen mit einer sehr guten De-Interlacing Schaltung. Sie scheint ihren Weg auch in den VPL-HS3 gefunden zu haben. Auf der Fernbedienung kann der De-Interlacer auf das anliegende Bildsignal angepasst werden: "Videomaterial", z.B. Sportübertragungen oder fast jede Art von Fernsehsendung und "Film", für Kinofilme mit 24 Bildern pro Sekunde. Die Ergebnisse sind durchweg überzeugend:

Videomaterial
Videomaterial wird durch adaptives De-Interlacing in Vollbilder umgerechnet. Das bedeutet, dass stehende Bildelemente aus zwei aufeinanderfolgenden Halbbildern zusammengefügt während bewegte Bildinhalte von der Elektronik selbst interpoliert werden. Im Ergebnis führt dies zu einer detailreichen Bilddarstellung, bei der flimmernde Kanten weitgehendst vermieden werden.

Filmmaterial
Bei Filmmaterial erfolgt eine optimale Progressive-Erzeugung stets durch das Zusammenflechten zweier aufeinander folgender Halbbilder. Hierdurch wird eine maximale Detaildarstellung und Bildruhe gewährleistet. Dieses auf den ersten Blick einfach erscheinende Prinzip ist für die De-Interlacing Elektronik äußerst schwierig. Sie muss eigenständig erkennen, welche Halbbilder zusammengehören. Der erforderliche "Filmmode" arbeitet im VPL-HS3 vorbildlich. Nach maximal zwei Sekunden hat er seinen Rhythmus gefunden und rekonstruiert die Kinobilder in sehr guter Qualität. Besonders ist dies in vertikalen Kameraschwenks mit viel Bilddetail (z.B. Gladiator) zu erkennen. Auch kleine Details erscheinen akkurat auf der Leinwand, es entsteht kein störendes Zeilenflimmern.

Der De-Interlacer des Sony Projektors bietet sowohl bei PAL als auch NTSC Material vorbildliche Ergebnisse. Gerade bei Projektoren der günstigen Preisklassen ist dies bislang nur selten zu finden. Sowohl für Fernseh- als auch DVD-Material ist die Signalverarbeitung einsetzbar, ein Progressive Scan DVD Player ist nicht unbedingt erforderlich.


3.9 Detailtreue / Skalierung / Schärfe (Know How Link hier)

Die Detaildarstellung eines jeden Projektors häng gleichzeitig von mehren Faktoren ab: Signalverarbeitung, Auflösung und Skalierung. Sie alle tragen ihren Teil bei.


3.9.1 Signalverarbeitung

Die Detaildarstellung der Signalverarbeitung kann im Video-Menu durch die "Schärfe"-Funktion beeinflusst und auf die Signalquelle angepasst werden. Bei korrekter Einstellung zeigt der VPL-HS3 sehr gute Ergebnisse. Details des Videosignals werden sauber herausgearbeitet und nicht nachgeschärft. Das Bildergebnis wirkt natürlich, ohne störende Doppelkonturen an kontrastreichen Kanten.


3.9.2 Native Auflösung / Skalierung

Vertikal
Immernoch ist bei vielen Einsteigerprojektoren lediglich die vertikale NTSC Norm (480 Zeilen) Standard. Doch für unser PAL-Material sind dies 100 Zeilen zu wenig. Durch eine interne Skalierungselektronik muss der Projektor die Auflösung reduzieren, möglichst ohne allzu viel Detail im Bild zu verlieren. Im Normalbetrieb bleibt die vertikale Auflösungsreduzierung weitgehend unbemerkt, zumal der VPL-HS3 hier sehr homogen arbeitet. Bei kleinen Bilddetails, besonders in vertikalen Bewegungen, kann man die Reduktion bei genauer Betrachtung aber erkennen. Bildelemente, die nur wenige Bildzeilen hoch sind, verlieren an Kontur.
In einem speziellen Testbild der Peter-Finzel Test DVD ist die Skalierung besonders gut zu belegen.


Im obigen Detailauschnitt sollten jeweils abwechselnd eine helle und eine dunkle Linie zu sehen sein. Durch die vertikale Auflösungsreduktion erscheint aber jede vierte bis fünfte Linie zu dunkel. Der gleichmäßige Linieneffekt wird beeinträchtigt, es entsteht ein Interferenzmuster.

Horizontal
In der Horizontalen bietet der Projektor mit 858 Pixeln über hundert Pixel mehr, als es unser PAL-Standard erfordert. Hier muss also die Auflösung des Videosignals nicht heruntergerechnet sondern hochgerechnet werden: 100 Zeilen werden zuätzlich interpoliert.
Dies führt, je nach Skalierungslekektronik, zwar nicht zu einem Detailverlust, aber zu leichten Linearitätsschwankungen in kleinen Bilddetails. Der VPL-HS3 vollzieht die Auflösungserhöhung in angemessener Qualität. Proportionen werden weitgehendst beibehalten, erst ab einer Detaildarstellung von über 5MHz sind Ungenauigkeiten zu beobachten. Auch dies lässt sich an entsprechenden Testbildern gut aufzeigen:


Im 6MHz Bereich und darüber zeigen die vertikalen Linien Ungenauigkeiten, einige Linien sind nicht Weiß sondern nur Grau, manche dicker, andere dünner.


Alles in allem ist die Detaildarstellung des VPL-HS3 ausreichend, um eine angemessene Detaildarstellung des Bildmaterials zu gewährleisten. Besonders die gute Signalverarbeitung ohne Doppelkonturen bewirken einen natürlichen Schärfeeindruck. Die Skalierungsartefakte sind in der nativen Auflösung des Projektors unvermeidbar.


Anmerkungen

4:3 Material
Bei 4:3 Material bleibt links und rechts ein Teil der Projektor-Auflösung ungenutzt. Von den 858 Pixeln der horizontalen Auflösung werden im 4:3 Modus "nur" noch 646 Pixel genutzt. Dies führt zu einem leichten Detailverlust bei Bild-Material im 4:3 Format (Bonusmaterial, Konzerte etc.).

NTSC Material

NTSC-Signale, mit einer geringeren vertikalen Auflösung von 525/480 Zeilen, müssen von dem Projektor nicht umskaliert werden. Dies führt zu einer genauen vertikalen Darstellung von NTSC-DVDs.



3.10 Shading (Know How Link hier)

Fast jeder LCD Projektor leidet unter dem Shading Phänomen: Manche Bildpartien (vornehmlich die Bildränder bzw. Ecken) zeigen geringfügige Einfärbungen auf (Farbwolken). Die Verfärbungen sind aber nur bei Grautönen wirklich bemerkbar.
Die Shading Eigenschaften des VPL-HS3 sind mit gut zu bewerten. Auch in schwierigen Grautönen sind keinen nennensertwen Einfärbungen zu erkennen. Nur in sehr hellen Grautönen (>80IRE) ist in der Mitte eine rötliche Farbwolke zu erkennen.


3.11 Scan Lines

Die Pixel eines LCD Panels werden nicht alle zeitgleich angesteuert, sondern zeilenweise. Dadurch kann bei vertikalen Schwenks oder kleinen Details eine leichte Unruhe, eine Art Zeilenflimmern entstehen. Meist ist dieser quasi-interlaced Effekt bei normalen Betrachtungsabstand nicht wahrnehmbar. Beim Sony VPL-HS3 ist er aber derart ausgeprägt, dass er in hochaufgelösten Bildern auch aus der Entfernung deutlich sichtbar ist. Besonders im "Normal" Modus erscheinen feine Bildstrukturen unruhig. Im Cinema Modus ist dieser Effekt zwar abgeschwächt aber auch hier beeinträchtigt ein leichtes Zeilenflimmern in feinen Details den Bildeindruck.


3.11 Fazit Bild

Der Sony VPL-HS3 bietet ein für Einstiegsprojektoren angemessenes Bild. Positiv erscheinen die kräftige Farbdarstellung, eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung und ein nicht zu heller Schwarzwert. Der Kontrast von 580:1 gewährleistet eine gute Helligkeitsdifferenzierung mit plastischem Bildeindruck. Lediglich unterste und höchste Helligkeitsnuancen werden unterschlagen.
Zahlreiche Einschränkungen beinträchtigen aber den Filmgenuss, allen voran die ungenaue Farbwiedergabe. Mangels Einstellmöglichkeiten im Video-Menu ist der Grünmangel im Videobild nicht zu beheben. Erst durch eine zusätzliche Farbkorrektur der Optik kann die Farbwiedergabe optimiert werden.
Vorbildlich hingegen arbeitet der De-Interlacer. Er bietet eine akkurate Vollbild-Umrechnung eingehender Halbbilder. Die Detaildarstellung profitiert hier deutlich, wird aber durch die sichtbaren Scan-Lines leider wieder beeinträchtigt.
Insgesamt bietet der VPL-HS3 eine durchschnittlich befriedigende Bildqualität, die durch mehr Einstellmöglichkeiten besser hätte ausfallen können.

Bewertung Bild gesamt : 2,66

Schwarzwert & Kontrast

2,6 (Befr.+)

Schärfe & Interpolation

2,4 (Gut -)

Farbwiedergabe

3,1 (Befr.)

De-Interlacing

1,9 (Gut. +)

Sonstige Aspekte

3,3 (Befr. -)



4. Fazit

Der Sony VPL-HS3 erscheint als ein Projektor, bei dem technische Perfektion hinter Design und Image zurücktreten mussten. Optisch sehr ansprechend mit guter Verarbeitung ist er ein echter Blickfang in den heimischen vier Wänden. Seine spärlichen Anschlussmöglichkeiten, die teilweise den Kauf von Spezialkabeln erfordern, schränken die Nutzungs-Flexibilität deutlich ein. Gerade Anwender mit diversen Bildquellen (DVD Player, D-Box, Spielekonsole etc.) werden schnell unter ständigem Umstöpseln der Kabel leiden. Die Aufstellung ist flexibel, aber führt bei nicht optimaler Projektor-Position zu Einbußen in der Bildqualität. Die Bedienung ist dank der übersichtlichen Menus und der gelungenen Fernbedienung vorbildlich. Das erzeugte Bild ist befriedigend, aber zeigt in vielen Details Schwächen.
Alles in allem bietet der Sony VPL-HS3 eine durchaus ansprechende Leistung, die allerdings auch schon in geringeren Preisklassen unter € 1800.- bei vielen Geräten zu finden ist.


5. Bewertung

+ Kräftige Farben
+ Gutes De-Interlacing
+ Gute Bedienung
+ Ansprechendes Design
+ Gute Verarbeitung

- Zu wenig Anschlussbuchsen
- Keine akkurate Farbtemperatur
- Auflösung unter PAL Standard
- Screendooreffekt
- Großer Overscan

Bewertung gesamt : 2,7 (Befriedigend +)

Ausstattung

3,1 (Befriedigend)

Bedienung

1,9 (Gut +)

Technik

2,7 (Befr. +)

Bild

2,6 (Gut / Befr.)

Preis Leistung

3,1 (Befriedigend)




6. Technische Details (Herstellerangaben!):

System
- Projection System: 3 LCD panels, 1 lens
- LCD panel: 0.62 inch TFT LCD panel, 1,245,816 pixels (415,272 pixels x 3)
- Lens: 1.2 times zoom lens (manual)
- Lamp: 150W UHP type
- Projection picture size range: 40 - 150 inches (diagonally)
- Color System: NTSC 3.58 / PAL / SECAM / NTSC 4.43 / PAL-M / PAL-N
- Acceptable video signals: 15kHz RGB / component 50/60Hz, Progressive component 50/60Hz, DTV (480/60i, 575/50i, 480/60p, 575/50p, 720/50p, 1080/60i, 1080/50i), 1080/24PsF, Composite video, Y/C video
- Speaker: Monaural speaker system, 2 W x 1

Input
- Video Input: Composite, S-Video,
- HDMI
- PJ Multi Input: Composite, S-Video, Analog RGB / YUV
- Audio Input

General
- Dimensions: 306 x 168 x 321 mm
- Weight: Approx.: 4,5 kg
- Power Requirements: AC 100 to 200V, 2.1 - 1.1 A, 50/60Hz
- Power consumption: Max 200 W
- Operating temperature: 0° C to 35°C
- Operating humidity: 35% to 85%
- Storage temperature: -20°C to 60°C
- Storage humidity: 10% to 90%
- Supplied accessories: Remote Control, Signal Interface cable, Adjuster spacers, AC power cord, Air filter, Operating instructions

Ekkehart Schmitt

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