2010 ist das Jahr der LCOS Technologie: Immer mehr Hersteller bringen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft Heimkinobeamer mit dieser recht jungen reflektiven LCD-Technologie auf den Markt und mit Epson steigt ein neuer Konkurrent in die Panelproduktion ein. Dieser Erfolg war unausweichlich, denn keine andere Technologie vereint ein derart hohes Auflösungspotenzial mit einem analogen Filmlook und nativen Kontrastwerten in fünfstelligen Bereichen.
Zu Verdanken haben wir diesen Erfolg aber vor allem der Pionierarbeit eines allseits bekannten Elektronikriesen aus Japan: Es war die Firma Sony, die mit zweien der legendärsten Heimkinoprojektoren aller Zeiten, dem Qualia 004 und dem Sony Ruby die Aufmerksamkeit auf die neue SXRD Paneltechnologie zu lenken, die Sony selbst nach LCOS Funktionsweise entwickelte.
Es gab Zeiten, da waren sie die begehrtesten Beamer am Markt,
weltweit!
Diese Geräte waren ihrer Zeit soweit voraus, dass sie trotz ihrer hohen Preiskategorien von über €10,000.- Verkaufserfolge unter Heimkino HighEndern wurden. Erst nach diesem Beweis durch Sony sind andere LCOS-Unterstützer wie JVC auf den Heimkinomarkt aufmerksam geworden, mit den bekannten Ergebnissen.
Das Erfreuliche an der ganzen Entwicklung ist die Tatsache, dass SXRD / LCOS trotz der technischen Komplexität keine unbezahlbare Technik geblieben ist, sondern mittlerweile in allen gängigen Preisklassen ab €1500.- (je nach Ausstattung) erworben werden kann. Und im Gegensatz zu vielen anderen Techniken ist LCOS noch lange nicht ausgereizt, von Generation zu Generation steigern sich Lichtleistung, nativer Kontrast und Bewegungsschärfe.
Ein Modell, das in diesem Jahr nur wenig Beachtung gefunden hat, ist der VPL-VW85 aus dem Hause Sony. Zu Unrecht, wie wir finden, denn in seinem Gesamtpaket stellt er einen ausgewogen vielseitigen Heimkinobeamer für Anwender mit High End Ansprüchen dar. Tatsächlich schlägt der VPL-VW85 seine Vorgänger aus selbigem Hause in nahezu jeder Disziplin.
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von über €6500.- war er bei Markteinführung zwar schon deutlich günstiger als seine Vorgänger, aber dennoch für viele in einer unbezahlbaren Preiskategorie. Doch in den letzten Wochen hat er einen signifikanten Preisrutsch erfahren und mittlerweile ist er in der für LCOS gängigen Preisklasse von ca. €4500.- angekommen.
Da das Modell schon einige Monate alt ist, verbleibt die spannende Frage, ob der VW85 sich noch mit den 2010er Geräten messen kann. Gehört er mittlerweile eher zum Alteisen, oder war er seiner Zeit soweit voraus, dass er zum aktuellen Preis vielleicht ein besseres Angebot darstellt, als so mancher „neuer“? Wir sind dieser Frage mit gewohnter Akribie auf den Grund gegangen…
1. Ausstattung und Technik
Seit der „Pearl“-Generation (VPL-VW50) hat Sony das Design nicht grundlegend geändert. Wie seine Vorgänger zeigt sich der VPL-VW85 in geschwungener Form und Sony-typischem, ansprechenden Design:

Lediglich die Proportionen wurden ein wenig kompakter, die Farbe dunkler und das äußere Finish edler. Bei genauem Hinsehen erkennt man einen aufwändigen blauen Flake-Effekt in der Lackoberfläche des Chassis.

Mit Abmessungen von 470 x 179,2 x 482,4 mm und einem Gewicht von gut 12kg gehört der Beamer keineswegs zur Kompaktklasse, doch durch sein hochwertiges Äußeres stellt er durchaus einen imposanten Blickfang dar, der das Wohnzimmerambiente nicht stören muss. Ein weißes Finish wäre aber in jedem Falle unauffälliger unter der Decke.

1.2 Technik
Sony wirbt in den Prospekten mit diversen Neuerungen, die plakativ mit „Bravia Engine 2“ oder „Advanced Iris 2“ in den Prospekten bezeichnet werden. Selbstverständlich wollten wir uns ein Bild davon machen, was man sich unter diesen „inneren Werten“ vorzustellen hat:

Öffnet man die Oberseite des Gehäuses, sieht man sofort, dass der Projektor trotz seiner üppigen Maße kaum Platz verschwendet, er ist nahezu randvoll mit Technik gefüllt. Der Aufbau des Lichtweges ist dabei geradezu puristisch: Das Licht verläuft geradlinig von der Projektionslampe (a) am Ende des Projektors, durch die Lightengine (b) in der Mitte des Gerätes, durch die Optik (c) bis zur Leinwand.

Die Belüftung verfolgt das ebenfalls von Sony seit Jahren erfolgreich angewendete Y-Verfahren, bei dem die Luftkanäle bei der Lampe als Knotenpunkt zusammengeführt werden.

Die Elektronikkomponenten sind seitlich neben dem Lichtweg positioniert und Teil der Luftkanäle, eine gleichmäßige und zugleich leise Belüftung ist so gewährleistet. Tatsächlich gehört der VW85 zu den leisesten Projektoren am Markt (20dB im Eco Modus).

Die Lampe kann bei Bedarf von außen gewechselt werden, der entsprechende Lampenschacht befinden sich auf der Unterseite des Projektors:

Die Projektionslampe hat seit Generationen eine moderate Leistungsaufnahme von ca. 200W und soll laut Hersteller eine Lebenserwartung von ca. 3000 Stunden aufweisen.

Dies sind rund 1000 Stunden mehr, als viele andere Fabrikate und sorgt bei einem moderaten Ersatzteilpreis von ca. €380.- für einen ökonomischen Heimkinogenuss. Der Lichtweg im Zentrum des Gerätes ist LCOS-typisch komplex und kann nur stellenweise von der Seite eingesehen werden.

Die SXRD-Lichtwege sind sehr staubunempfindlich, da sich die Panels teilweise passiv und einseitig kühlen lassen und keine Luft an der Paneloberfläche bewegt werden muss. Zudem ist es für den Staub schwieriger, bis zum Panel in die Fokusebene vorzudringen, da sie sicher hinter den Polgläsern positioniert sind.
Insgesamt ist der innere Aufbau des Sony verblüffend konservativ und ähnlich zu den Vorgängermodellen. Dies ist aber kein Nachteil, sondern beweist, wie gut entwickelt das Aufbaukonzept ist, das sich seit Jahren in der Serie bewährt. Doch es wird natürlich die Frage aufgeworfen, inwieweit signifikante Verbesserungen in der Bildqualität so erreicht werden konnten, mehr dazu im Bildteil dieses Tests.
1.2 Anschlüsse / Bildsignale (Know How Link hier)
Die Anschlüsse befinden sich weiterhin optisch elegant versteckt auf der rechten Seite des Projektors.

Anschlusspanel des VPL-VW 85
Zwei digitale HDMI-Eingänge haben sich stets in der Praxis zu Zeiten der HDMI Switcher und Receiver mit digitalen Schaltmöglichkeiten als ausreichend erwiesen. Und auch für Nostalgiker ist alles Wesentliche mit an Board: Composite (Cinch), S-Video (Hosiden), YUV (3xCinch) und RGB HV (SubD). Zudem gibt es nach wie vor einen Triggerausgang für die Leinwand sowie einen seriellen Remote-Eingang .
Standard ist die Kompatibilität zu allen SD- und HD-Signalstandards bis hin zu 1080 /24p. Interessant wird die Bildaufbereitung im Bildtest, denn mit an Board ist eine 120Hz Zwischenbildberechnung.
1.4 Aufstellung
Besonders beworben wird das „Arc-F“ Objektiv, das eine gleich bleibende Schärfe über die gesamte Bildfläche gewährleisten soll.

Mit einem Zoomfaktor von 1,6 erlaubt es eine sehr flexible Aufstellung und es können aus moderaten Abständen ansprechende Bildbreiten realisiert werden.

Besonderen Luxus bieten der voll motorisierte Zoom, Fokus und Lensshift (horizontal und vertikal), die bequem per Fernbedienung vom Sessel aus gesteuert werden können.

Die Mechanik dahinter ist vorbildlich solide und den meisten anderen Herstellern in Präzision und Laufruhe überlegen. Hier merkt man dem Projektor seine Luxuspreisklasse an.

Mit dem Lensshift kann man das Bild um 65% nach oben / unten verschieben, bzw. 25% nach links oder rechts. Somit ist auch eine Aufstellung außerhalb der optischen Achse möglich.

Alles in allem zeigt der technische Aufbau des VPL-VW85, dass es sich hierbei um ein Gerät handelt, das über verschiedene Generationen „gereift“ ist. Weder in Verarbeitung, Lüftung, Lichtweg, Anschlüssen oder Aufstellung zeigen sich Schwächen, alles ist so, wie man es in dieser Preisklasse erwartet.
2. Bedienung (Know How Link hier)
Trotz oder geraden wegen der soliden Leistungen sind bislang keine technisch spektakulären Neuerungen beim VW85 auszumachen. Ist dies bei der Bedienung genauso?
2.1 Fernbedienung
Sehr viel Mühe gibt man sich bei Sony immer mit der Fernbedienung, zumindest was das Design angeht. Dieser Tradition folgt auch der Infrarotgeber des VPL-VW85:

Die klare kantige Gestaltung wirkt zeitlos modern und ist zudem übersichtlich und gut strukturiert: Die Tasten sind in funktionsverwandten Gruppen eingeteilt, das Zentrum bildet ein Steuerkreuz, dem die wichtigsten Menütasten beigeordnet sind. In dunklen Räumen kann sie in einem stylischen Blau erleuchtet werden.

Alternativ kann der Projektor auf der rechten Seite durch das integrierte Bedien-Panel auch ohne Fernbedienung direkt gesteuert werden.

Bei Nichtbenutzung verschwinden die Tasten unsichtbar und staubgeschützt unter einer Klappe.
2.2 Menüs
So einfallsreich sich Sony jedes Jahr bei der Fernbedienung zeigt, so konservativ ist die Gestaltung der Menüs. Struktur und Layout haben sich seit vielen Jahren kaum verändert. Im Folgenden geben wir einen Überblick über einen Teil der einzelnen Kategorien:
"Bild"-Menü
In der ersten Kategorie „Bild“ befinden sich wesentliche Parameter übersichtlich übereinander aufgelistet. Mit " Bildmodus" können dabei verschiedene Werkseinstellungen abgerufen werden (z.B. Kino1).

Zusätzlich stehen dem Anwender Speicherbänke (" User") zur Verfügung, in denen er seine eigenen "Optimalwerte" jederzeit abrufen kann.

Sehr wichtig für die Farbwiedergabe ist die Funktion " Farbtemperatur": Zwischen vier verschiedenen Werksabstimmungen kann man hier die gewünschte Farbtemperatur aussuchen oder selbst optimieren.

Weiterführende Bildparameter mit gehobenem Anspruch findet man in der Unterrubrik „Experten Einstellung“.

Unter " Gammakorrektur" kann der Anwender zwischen mittlerweile zehn verschiedenen Gammaeinstellungen wählen, sowie die eigene per PC-Software kreierte bei Bedarf abrufen.

Dies ist nahezu ein „Overkill“, zumal die Nummerierungen von „1“ bis „10“ absolut nichtssagend sind und keinen Aufschluss über den jeweiligen Gammaanstieg geben. Im Laufe des Bildtests werden wir daher etwas Licht in dieses Verwirrspiel bringen.
Eine ebenfalls sehr wichtige Funktion versteckt sich hinter der Bezeichnung „Farbraum“, mit ihr können verschiedene Grundfarben abgerufen oder selbst kalibriert werden, auch hierzu mehr im Bildtest.

Die Unterrubrik " Kino Schwarz Plus" beschäftigt sich mit der adaptiven Irissteuerung und der Lampenhelligkeit. Durch die UHP-Lampentechnik sind hier zwei verschiedene Lampenmodi auswählbar, im "Low-Mode" ist der Projektor besonders leise. Die Iris ist in ihrer Reaktionszeit programmierbar und kann im statischen Modus in ihrem Öffnungsgrad frei justiert werden.
"Einrichtung"-Menü
Im Menü "Einrichtung" bieten sich diverse Projektor-spezifische Bedienkonfigurationen:

Von Interesse sind hier besonders die Wahl des „Farbsystems“ und die Belegung des „ Inputs A“ (Computer, YUV, Video GBR). Mit " Kühlungseinstellung" kann die Kühlleistung bei hohen Lagen verstärkt werden, " Bereitschaft “ und " Power Save" sind umweltschonende Funktionen zum Stromsparen. Ferner können hier die Sprache ausgewählt und der Lampenzähler zurückgesetzt werden.
"Funktion"-Menü
Eigentlich hätte das Funktion Menü mit dem Setup-Menü zusammengelegt werden können, so genießen vier (halbe) Funktionen ihre eigene Hauptkategorie:

"Auto Eing Wahl" bewirkt, dass der Projektor nur auf Eingänge umschaltet, an denen auch ein Signal anliegt. Dies ist eine sinnvolle Funktion, doch wäre sie bei direkten Quell-Tasten auf der Fernbedienung überflüssig. Mit " Testmuster" wird ein praktisches Testbild bei der Zoom & Schärfejustage der Optik automatisch eingeblendet. Die wohl wichtigste Funktion in dieser Kategorie ist die Wahl des richtigen HDMI-Pegels per „HDMI-Einstellung“.
"Installation"-Menü
Die letzte Einstell-Rubrik, das Installation-Menü, beinhaltet weitere Funktionen, die auch in die Kategorie "Screen" gepasst hätten.

Neben Trapezausgleich und Projektionsmodus gibt es hier eine „ Blanking“ Funktion, mit der der Nutzer alle vier Bildränder unabhängig voneinander maskieren kann, um Störsignale über, unter oder neben dem Bild auszublenden. Einzigartig ist Sonys „Panel-Abgleich“ zur Optimierung der Konvergenz, mehr dazu im Bildtest.
Wie schon beim inneren Aufbau des Gerätes merkt man auch an der Bedienstruktur und den gebotenen Optionen, dass die mit dem VW85 vorliegende Form über die Jahre „gereift“ ist: Die übersichtliche und bewährte Bedienstruktur wurde beibehalten und lediglich um sinnvolle Optionen zur Bildoptimierung erweitert. Teilweise gibt es noch Verbesserungspotenzial in der Einordnung der Funktionen und mit technisch sachlicheren Umschreibungen, doch im Großen und Ganzen ist das Sony-System sehr überzeugend, wenn denn der Bildtest das belegt, was die Optionen versprechen, womit wir beim nächsten Kapitel angelangt wären:
3. Bildtest
Nach wie vor wirkt der VPL-VW85 sehr konservativ, was nichts Schlechtes sein muss. Entscheidend ist, was „vorne rauskommt“:
3.1 Screendoor / Raster (Know How Link hier)
LCOS alias SXRD bleibt die unangefochtene Nr.1 wenn es um Füllrate und Pixelstruktur geht: Mit einem Bildinformationsanteil von über 90% bleibt das Bild fast ungestört von Trennlinien zwischen den Pixeln, selbst aus nächster Betrachtung:

Diese hohe Füllrate ist hauptverantwortlich für den homogenen „Filmlook“ ähnlich dem analogen Zellulloid-Original.
3.2 Farbumfang (Know How Link hier)
In Sachen Farbumfang / Farbraum trennt sich die Spreu vom Weizen, mit anderen Worten: An der Farbgenauigkeit kann man einen echten High-End Beamer erkennen. Um der Wichtigkeit dieses Aspektes angemessen Rechnung zu tragen, untersuchen wir diese mit besonderer Ausführlichkeit:
Zunächst die Ausgangsbasis: Wie bereits im letzten Kapitel erwähnt, bietet der VPL-VW85 diverse Presets zur Einstellung der Grundfarben: „Normal“ und „Wide 1-3“. Wir aktivieren den Normal-Modus und vergleichen die Grundfarben mit der HDTV-Videonorm:

Farbraum „Normal“
Wie man unserem Messdiagramm entnehmen kann, werden alle Primär- und Sekundärfarben in Farbsättigung und Tönung genau getroffen, ganz ohne aufwändige Nachkalibrierung. Das Diagramm zeigt aber nicht, ob die Helligkeiten der Grundfarben ebenfalls abgestimmt sind, da diese nur in einer dreidimensionalen Abbildung auf der Y-Achse sichtbar werden.

Doch die 3D Ansichten zeigen, dass auch die Helligkeiten der Grundfarben sehr akkurat eingehalten werden: Der Farbraum erreicht genau die Balkenhöhen, wie sie von der HDTV-Videonorm vorgegeben werden.

Die Sollhelligkeiten der Videonorm (gepunktete Balken) werden genau eingehalten vom VW85

Es ist äußerst selten, dass ein Projektor bereits ab Werk einen so akkuraten Farbraum aufweist. Dies erspart aufwändige Nachkalibrierungen und letztendlich Zeit und Geld beim Projektorenkauf.
Wem Videonormen und akkurate Farbreproduktionen von DVDs und Blu-rays nicht so wichtig sind, weil er es gerne bunter mag, der hat zudem die Auswahl zwischen drei verschiedenen „Wide“-Presets für erweiterte Farbräume:

Von links oben: Presets Wide1, Wide2 und Wide3

Diese Farbräume fallen durch sichtbar stärker gesättigte Grün- und Rottöne auf, was vor allem für Animations, CGI-Filme oder Videospiele von Vorteil sein kann. Auch Fotografen oder Hobbyfilmer, die per PC erweiterte Farbräume nutzen können, werden diese Flexibilität schnell zu schätzen wissen.
3.3 Farbtemperatur (Know How Link hier)
Ein akkurater Farbraum führt nur dann zu einer originalgetreuen Farbdarstellung, wenn auch die Mischung der Grundfarben stets richtig erfolgt, Stichwort „Farbtemperatur“.
Wie im Bedienteil dieses Tests aufgezeigt, bietet der VPL-VW85 vier Presets zur Kontrolle der Farbtemperatur. Leider sind diese wenig aussagekräftig mit „Hoch, Mittel, Niedrig 1, 2“ umschrieben, welches Preset der D65-Videonorm (6500K) am nächsten kommt, ist ohne weitere Messungen nicht ersichtlich. Diese belegen schließlich, dass keines dieser Presets wirklich perfekt abgestimmt ist.

Oben: Preset „Niedrig1“ unten: „Niedrig2“

Am ehesten treffen noch die „Niedrig“ Einstellungen den richtigen Weißabgleich, doch ein gewisser Rot oder Blauüberschuss ist nicht zu übersehen. Deutlich zu Kühl sind die Presets „Mittel“ und „Hoch“:

Oben: Hoch
Unten: Mittel

Auch sie sind im Sinne einer guten Farbreproduktion nicht zu empfehlen. Bietet der VPL-VW85 wirklich keine bessere Abstimmung, ohne eine nachträgliche Kalibrierung durchzuführen? Doch, wenn man weiß, wo man suchen muss:

Neben den vier Presets bietet das Auswahlmenü noch fünf Speicherbänke für eigene Einstellungen, wie im Bild oben zu sehen. Was die wenigsten wissen und leider vom Hersteller an keiner Stelle richtig kommuniziert wird, ist die Tatsache, dass jeder dieser Benutzer-Modi auf einem der Presets basiert: „Benutzerdef.1“ basiert auf „Hoch“, „Benutzerdef. 2“ auf „Mittel“ und „Benutzerdef. 3 / 4“ auf „Niedrig 1 / 2“. Für eine nachträgliche Kalibrierung empfiehlt sich also „Benutzerdef. 4“, da es bereits ab Werk nahe an der richtigen D65-Farbtemperatur liegt und nur noch eine Rotkorrektur im RGB-Menü notwendig ist.
Sonderstatus nimmt das Setting „Benutzerdef. 5“ ein. Dort versteckt Sony stets die native Farbtemperatur seiner Projektoren, weshalb hier auch die höchste Helligkeit erreicht wird, eine Art „Dynamik“-Modus. In der Regel ist dieses Setting weit weg der D65-Norm, doch nicht so beim VPL-VW85: Da dieser optisch im Lichtweg auf die Farbtemperatur von 6500K optimiert ist, fällt das Ergebnis entsprechend gut aus:

Werkseinstellung „Custom 5“
Wie im Messdiagramm zu erkennen, kommt der Projektor so bereits ab Werk der Videonorm verblüffend nahe, ohne dass man ihn kalibrieren müsste. Der kleine Blauüberschuss in dunklen Bereichen ist nahezu unsichtbar, Perfektionisten können aber selbstverständlich per Messinstrumente und Kalibrierung nachbessern:

3.4 Farbgenauigkeit
Wie gerade aufgezeigt, lässt sich der VW85 sehr schnell nahezu perfekt auf die Videonormen trimmen, wenn man weiß, welche Schalter „umzulegen“ sind. Wie sieht das nun in der Praxis aus? Nach unseren neuen Messverfahren wählen wir zwei Beispielbilder und vergleichen die Projektionsergebnisse mit dem Original:

Die DeltaE-Analyse zeigt:
Die Farbgenauigkeit ist nahezu perfekt

Im der Differenzanalyse rechts kann man die Fababweichungen ablesen, von grün = keine Abweichung bis rot = zu große Abweichung. Sie beweist, dass der VW85 sich in der Farbdarstellung keine Schwächen erlaubt, er verhält sich absolut farbneutral, bis auf die minimalen Abweichungen in Gelb und Blau.
Nur wenige Geräte am Markt bieten ohne übermäßig aufwändige Kalibrierung ein solches Genauigkeitspotenzial, wie der Sony, was wir mit Höchstnoten in dieser Rubrik belohnen. Nur die Intransparenz der Werkspresets durch die kryptischen Bezeichnungen sind deutlich zu bemängeln!
3.5 Schwarzwert, Kontrast, Helligkeit (Know How Link hier)
In den Katalogen bewirbt Sony vollmundig ein Kontrastverhältnis von 120,000:1 und eine Lichtleistung von 800 Lumen. Wer ein bisschen Erfahrung mit Herstellerangaben hat, weiß, dass diese stets sehr optimistisch ausgelegt sind und nicht unbedingt unter praxisnahen Bedingungen ermittelt werden. Außerdem wird nicht angegeben, wie hoch der native Kontrastanteil an diesen Werten ausfällt.
Um realistische Ergebnisse zu erhalten, haben wir zunächst die adaptive Blende deaktiviert bzw. geöffnet, selbstverständlich bei kalibrierter Farbgebung: Mit einer Lichtleistung von 720 Lumen kommt das Gerät angemessen nahe an die Herstellerangaben und bietet damit auch genügend Lichtreserven für Bildbreiten bis 3m, ohne dass es zu sehr an Leuchtkraft verliert. Im Eco-Modus verringert sich diese Helligkeit auf immer noch akzeptable 480 Lumen, was aber nicht mehr als Lichtkanone bezeichnet werden kann.
Der native Kontrast beläuft sich auf 10,000:1, was einen hervorragenden Wert darstellt und derzeit nur von den D-ILA Modellen von JVC geschlagen wird. Dieser native Kontrast steigert sich bei geschlossener Iris sogar auf den Referenzwert von 14,000:1, allerdings bei einer limitierten Helligkeit von maximal 440 Lumen.
Das Beste aus beiden Welten erhält man, wenn man die Iris in den Automatik-Modus versetzt: Dann passt sie sich automatisch dem Bildinhalt an. Bei dunklen Filmszenen schließt sie sich und erhöht so den Schwarzwert und Kontrast, bei hellen Szenen öffnet sie sich und gibt so den maximalen Lichtstrom frei. Auf diese Weise erreicht der VPL-VW85 einen Dynamikumfang von bis zu 60,000 bei bis zu 700 Lumen.
Messtabelle Sony VPL-VW85
"D65 / 6500K "
Maximaler Zoom (minimaler Zoom)
Modus |
Licht (Eco) / Lumen |
Licht (Hi) / Lumen |
Kontrast |
|
Iris offen |
480 (380) |
720 (600) |
10,000:1 |
Iris fest |
variabel |
variabel |
bis zu 14,000:1 |
Iris adaptiv |
480 (380) |
720 (600) |
60,000:1 |
Zwar verfehlen diese Werte die Herstellerangaben, doch sind sie dennoch hervorragend, zumal die Blende in ihrer dritten Evolutionsstufe ohne störendes Helligkeitspumpen arbeitet und so eine optimale Balance aus Kontrast und Helligkeit für jede Bildszene gewährleistet.
In Sachen Schwarzwert und Kontrast liegt der Projektor so auf einem sehr guten Niveau und gehört sicherlich zur Referenz der aktuellen Preisklasse. In Sachen Helligkeit wären aber noch stärkere Reserven wünschenswert, wobei man aber fairerweise auch erwähnen muss, dass vergleichbare LCOS-Modelle anderer Hersteller derzeit auch nicht mit mehr Lichtleistung aufwarten.
3.6 Gammaverteilung / Homogenität (Know How Link hier)
Wichtig für die Bildkomposition ist die Helligkeitsverteilung, die vom Gamma bestimmt wird. Wie schon bei der Farbtemperatur ist eine Einhaltung der Videonorm für eine akkurate Bildreproduktion notwendig, die einen Gamma-Anstieg von 2,2 voraussetzt, der in optimierten Räumen bis 2,5 gesteigert werden kann.
Wie bereits aufgezeigt stellt Sony beim VW85 einen Rekord mit zehn verschiedenen Presets auf. Leider ist keines davon informativ umschrieben, stattdessen sind sie nichts sagend mit „1-10“ durchnummeriert. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als alle Modi einzeln zu messen.
Die besten Ergebnisse erzielen dabei die Presets „Gamma 4“ und „Gamma 5“. Sie liegen mit einem Anstieg von 2,26 bzw 2,35 genau im Sollbereich:

Gamma4 Preset (oben) und Gamma 5 (unten)

Diese Presets sind hervorragend abgestimmt, weil sie eine sehr subtile Durchzeichnung nahe an Schwarz erlauben, ohne dass Details im Dunklen verschwinden. Der sehr gute Schwarzwert wird so effektiv genutzt und auch dunkle Szenen wirken glaubwürdig ausgeleuchtet. Gleiches gilt für helle Partien nahe an Weiß.
3.7 Schärfe / Ausleuchtung / Konvergenz (Know How Link hier)
In dieser Disziplin des Tests kann das vollmundig beworbene „Arc-F“ Objektiv beweisen, dass es seine versprochenen Schärfeigenschaften auch wirklich besitzt. Tatsächlich gelingt es der Optik, das Bild gleich bleibend sehr scharf über die gesamte Fläche der Leinwand abzubilden, Farbsäume werden nicht provoziert, wie das bei vielen anderen Projektoren der Fall ist.
Absolute Spitzenergebnisse bekamen wir auch bei der Ausleuchtung zu Gesicht, selbst in mittleren Graustufen war kein störender Helligkeitsabfall zu den Bildrändern oder Ecken auszumachen.
Typisch für 3-Chip Projektoren ist nach wie vor eine gewisse Streuung in der Deckung der drei Grundfarben, der Konvergenz. Auch unser Testgerät zeigte eine Abweichung von ca. einem halben Pixel auf.

Für eine nachträgliche Korrektur hat Sony mit dem Modell VW200 eine ausgeklügelte Konvergenzkorrektur eingeführt, die auch im VW85 Verwendung findet. Durch eine geschickte Überblendung zweier benachbarter Pixel kann der Anwender die Konvergenz fein verschieben, eine Art „stufenlose“ Verstellung erscheint subjektiv auf der Leinwand (die natürlich eine optische Täuschung ist). Im Ergebnis kann eine nahezu perfekte Konvergenz mit wenigen Handgriffen erreicht werden:
Störende Farbsäume werden somit fast vollständig eliminiert. Doch natürlich ist nichts im Leben perfekt: Die Korrektur funktioniert nur bei Bildelementen, die minimal zwei Pixel Größe haben (wie z.B. die Linien im Screenshot oben), bei Kleinst-Strukturen einer Pixel Breite bleibt ein Farbversatz unumgänglich. Glücklicherweise sind solche aber im Praxisbetrieb äußerst selten.
In der optischen Schärfe, Ausleuchtung und der Konvergenzeinstellung spiegelt sich die gehobene Qualitäts- und Preisklasse des VW85 wieder, Mittelklassebeamer erreichen selten so ein Niveau.
3.8 De-Interlacing (Know How Link hier)
In Sachen De-Interlacing wird der VPL-VW85 seiner Klasse nicht ganz gerecht. Seit Generationen wird hier stets eine nahezu gleiche, eher durchschnittliche Leistung geboten.
Videomaterial
Mit Videokameras aufgenommenes Bildmaterial (Sport, Dokumentationen, Interviews, Shows, etc.) besteht aus 50 Momentaufnahmen/Sekunde mit halbierter PAL-Auflösung von 720x288 Bildpunkten. Gerade und ungerade Zeilen werden abwechselnd dargestellt. Der Projektor muss aus dieser halbierten Auflösung nun ein Vollbild mit vollständiger 576-Auflösung gewinnen. Dabei müssen die fehlenden Bildzeilen eigenständig hochinterpoliert werden, denn eine simple Zeilenverdopplung führt zu Kantenflimmern und Treppenstufen.
Wie von Sony gewohnt sind die progressiven Bildergebnisse bei eingehendem interlaced-Videomaterial solide. Nach dem Motion Adaptive Verfahren werden unbewegte Bildelemente aus zwei aufeinander folgenden Halbbildern zusammensetzt und bewegte Partien eigenständig hochgerechnet, das Bildmaterial wird präzise und scharf aufbereitet. Dieses Verfahren alleine erreicht einen guten und weitgehend detailreichen Bildeindruck (soweit es das Ausgangsmaterial zulässt), aber optimierte Videoprozessoren anderer Hersteller haben mittlerweile eine bessere Kantenglättung.
Filmmaterial
Ein ebenfalls schwierigeres Unterfangen ist die Aufbereitung von Spielfilmen, die analog mit nur 24 bzw. 25 Bildern/Sek aufgenommen werden. Bei der Video-Übertragung wird jedes Kinobild in zwei aufeinander folgende Halbbilder zerlegt und übermittelt. Der De-Interlacer des Projektors muss nun ermitteln, welche zwei Halbbilder zusammengehören und diese zu dem ursprünglichen Kinobild verflechten. Dies erfordert eine aufwändige Bildanalyse: Die Elektronik muss den Bildinhalt zweier Halbbilder vergleichen und selbständig, ohne irgendwelche Zusatzinformationen, entscheiden, ob es sich um Filmmaterial handelt und in welchem Rhythmus die Halbbilder übertragen werden.
In dieser Domäne überzeugte unser Testgerät nur bedingt: Der Projektor verzögerte die Verflechtung der Halbbilder teilweise merklich, was in kurzeitigem Kantenflimmern zum Ausdruck kommt. Manche Bildszenen werden gar nicht richtig rekonstruiert. Der Film-Modus ist zwar als funktionstüchtig zu bezeichnen, doch in dieser Preisklasse sind die Standards mittlerweile höher.
Basierend auf diesen nur durchschnittlichen Ergebnissen folgt unsere Empfehlung, wenn möglich den VPL-VW85 mit progressiven Bildsignalen zu speisen.
3.9 Detailtreue / Skalierung / Schärfe (Know How Link hier)
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Skalierungseigenschaften: Große Sprünge zu vorhergehenden Generationen sind nicht zu verzeichnen:
3.9.1 Signalverarbeitung
Die Signalverarbeitung muss die eingehenden analogen und digitalen Bildsignale in Bilddaten umrechnen, gegebenenfalls vorher von analog nach digital wandeln. Störende Doppelkonturen sind dabei zu vermeiden.

Die Signalverarbeitung tendiert sichtbar zu Doppelkonturen (Screenshot oben), diese können mit Hilfe des Schärfereglers deutlich verringert werden, ohne Schärfe zu opfern, doch ganz sind sie nicht zu eliminieren.

Bei moderat regulierter Schärfe sind im Alltags-Filmbetrieb in der Regel keine störenden Konturen auszumachen.
3.9.2 Skalierung Horizontal
Die horizontale Auflösung unseres PAL-Standards erreicht mit 720 Bildpunkten nur rund 40% der nativen Auflösung des FullHD-Standards. Die fehlenden 60% muss der Scaler selbst errechnen. Bei einer hochwertigen Skalierung erfolgt dies durch intelligente Algorithmen, die die fehlenden Bildpunkte als Zwischenstufen interpolieren, ohne dass störende Linearitätsschwankungen oder Geometrieverfremdungen auftreten.

Die Signalelektronik des Sony gibt sich hier keine Blöße: Dank der hohen nativen Auflösung des Projektors gelingt es ihr, das PAL-Signal frei von Linearitätsschwankungen umzurechnen.. Selbst in dem schwierigen Auflösungsbereich um 6MHz (Bild oben) zeigen sich so gut wie keine Verfremdungen oder Interferenzen, dem PAL-Bild ist nicht anzusehen, dass es "umgerechnet" wurde.

Auch die Farbauflösung ist frei von Mängeln: Bis hin zu höchsten Auflösung zeigt sich eine gute, wenn auch nicht perfekte Farbtrennung, wie auch schon bei den Vorgängern.
3.9.3 Skalierung Vertikal
In der vertikalen Skalierung zeigt der Projektor nahezu optimale Ergebnisse. Die Beinahe-Verdopplung von 576 auf 1080 Zeilen gelingt ihm unsichtbar ohne Störungen. Sogar einzeilige Linien werden absolut perfekt wiedergegeben

Die Skalierung ist absolut unsichtbar
Oben erläuterte Signal- und Skalierungseigenschaften wirken sich positiv auf die Bildqualität im normalen Filmbetrieb aus: Zusammen mit der scharfen Projektionsoptik ergibt sich ein hoher und zugleich natürlich wirkender Detailgrad mit ansprechender Schärfe. Damit dies auch bei Bewegungen so bleibt, hat man zusätzlich eine 120Hz-Zwischenbildberechnung implementiert:
3.10 Bewegungsschärfe mit 100Hz und Motionflow, Dark Frame Insertion
Der Sony VPL-VW200 war einer der ersten Heimkinoprojektoren mit der immer beliebter werdenden Zwischenbildberechnung. Dem Trend von Fernsehern folgend, wird durch eine Erhöhung der Bildfrequenz und das Einfügen zusätzlicher Bilder die Bewegungsabläufe flüssiger und die Schärfe in Bewegungen erhöht.
Die Konkurrenz hat schnell auf Sony reagiert und mittlerweile bietet fast jeder gehobene Heimkinoprojektor eine vergleichbare 120Hz Technik. Das Qualitätsniveau wächst dabei von Generation von Generation.
Wo steht die Leistung des VW85 im aktuellen Vergleich? Um dies zu überprüfen, haben wir Motionflow-Technik, wie sie bei Sony heißt, verschiedenen Testszenen unterzogen:
Die 120Hz Zwischenbildberechnung lässt sich im entsprechenden Bildmenü in zwei Stufen regeln, schwächer oder stärker. Beeinflusst wird damit, wann der Berechnungsalgorithmus aktiv ist und ab welcher Bewegungsgeschwindigkeit er abgebrochen wird.
Im schwachen Modus beschränkt sich die Motionflow-Funktion auf eine Zwischenbildberechnung ausschließlich in langsamen bis mittelschnellen Bewegungen. Bei sich schneller bewegten Inhalten hingegen schaltet sie ab und belässt die originale Bildfolge des Signals. Das Ergebnis gefällt vor allem Film-Puristen, denn der originale „Filmlook“ wird kaum beeinträchtig und der flüssige „Soap-Effekt“ vermieden. In diesem Modus arbeitet die Zwischenbildberechnung zuverlässig und frei von Artefakten.
Der stärkere Modus hingegen bleibt auch bei schnelleren Bewegungen aktiv und bewirkt den flüssigen Video-Effekt, der zwar unserem natürlichen Sehempfinden näher kommt, aber für Kinofilme ungewohnt ist und von vielen deshalb auch abgelehnt wird. Das eine ist eine persönliche Geschmacksfrage, objektiv störend sind aber die zahlreichen Artefakte, die der stärkere Modus in dieser vorliegenden Version provoziert: Detailverlust, Kantenflimmern und Ruckler sind gehäuft wahrzunehmen und trüben den Seheindruck merklich. Die Vorteile des Motionflows werden in dieser Stufe durch die Nachteile wieder aufgehoben.
Nach eingehenden Tests kommen wir zu dem Ergebnis, dass nur die schwächere Stufe zu empfehlen ist. Sie arbeitet fehlerfrei und erhöht die Bildschärfe in Bewegungen merklich, ohne störende Artefakte zu provozieren. Der originale Filmlook bleibt erhalten. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt die 120Hz-Zwischenbildberechnung des VW85 zwischen JVC (schlechter) und Epson bzw. Panasonic (jeweils besser).
Ebenfalls innovativ und bis heute nur bei Sony zu finden ist der „Dark Frame Insertion“ in verschiedenen Stärken. Je nach Stufe werden mehr oder weniger komplette Schwarzblenden zwischen den Einzelbildern eingefügt, wie bei einem analogen Filmprojektor. Ziel dieser Funktion ist ebenfalls ein erhöhtes Schärfeempfinden. Die Technik funktioniert und gefällt Filmpuristen, hat aber einen Helligkeitsverlust und wahrnehmbares Flimmern zur Folge.
3.11 Shading (Know How Link hier)
Ein „Evergreen“ bei Dreichip-Projektoren ist das Shading: Durch die zahlreichen halbdurchlässigen Spiegel und Prismen schleichen sich gerne Farbwolken ins Bild, die nur digital in der Fabrik ausgeglichen werden können.
Oft wird das Shading dabei soweit vorkorrigiert, dass es im Filmbild zwar nicht mehr sichtbar ist, aber in bildfüllenden Grauflächen wahrnehmbar bleibt (und somit in PC-Präsentationen).
Hervorragend hat Sony dieses Thema bei seinen SXRD Beamer mittlerweile im Griff, zumindest in dieser gehobenen Preisklasse: Selbst in bildfüllenden Graustufen war kein Shading auszumachen, unser Testgerät kann man ruhigen Gewissens als „shadingfrei“ einstufen.
4. Fazit
Sicherlich, im Heimkino-Projektionsbereich geht die Entwicklung schnell, jedes Jahr wird das Bild in diversen Aspekten signifikant besser bei stagnierenden oder gar sinkenden Preisen. Von einem Oberklassebeamer hoher Preisklasse erwartet man dennoch, dass er mindestens ein bis zwei Generationen zu den besten gehört, bevor er von neuen Technologien ebenfalls überholt wird. Und dieser Anspruch ist gerechtfertigt, denn schließlich bekam man für den ursprünglichen Neupreis eines VPL-VW85 bereits schon einen neuen Klein-, oder gebrauchten Mittelklassewagen.
Neben dem technischen Vorsprung bieten HighEnd-Modelle meist noch einen weiteren Vorteil: Bei traditionell teuren Komponenten wie optische Elemente (Objektiv, Prismen, Linsen etc.), werden bessere Qualitätsklassen verbaut, die nur selten bis nie ihren Weg in günstigere Modelle finden. Auch nimmt man sich bei der Produktion mehr Zeit, was in einer aufwändigeren Verarbeitung und genaueren Werkseinstellungen mündet.
Auf den Sony VPL-VW85 treffen nahezu alle diese Merkmale zu, wie die Ergebnisse unseres ausführlichen Tests gezeigt haben: Neben einem soliden und optisch ansprechenden Chassis, das sich vor allem durch eine leise Belüftung, großer Aufstellungsflexibilität und motorisierten Luxus auszeichnet, überzeugen vor allem die grundlegenden Eigenschaften der Bildqualität:
Wie selten bei einem Projektor stimmen bei ihm die Werkseinstellungen in Sachen Farbraum, -temperatur und Gamma, man muss nur die entsprechenden Presets aktivieren, die leider nur wenig detailliert im Menü bezeichnet sind. Hat man dies getan, ergibt sich ein in jeder Hinsicht hervorragend auf die Videonormen abgestimmtes Bild in Farbe und Helligkeitsverteilung. Durch eine optische Korrektur des Lampenspektrums auf die D65-Videonorm erreicht der VW85 zudem gleichzeitig sein maximales Kontrastverhältnis bei höchster Lichtausbeute.

Die optischen Komponenten sind für einen Consumer-Beamer ebenfalls vorbildlich und erlauben eine hohe Detailschärfe. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: In der Signalelektronik kann der VW85 seiner Klasse nicht gerecht werden und die Zwischenbildberechnung ist nur im „milden“ Modus nutzbar.
Sony VPL-VW85
Bewertung Bild gesamt : 1,4 (Sehr Gut / Gut) |
Schwarzwert & Kontrast |
1,1 (Sehr Gut -) |
Schärfe & Interpolation |
1,4 ( Sehr Gut -) |
Zwischenbildberechnung |
2,3 (Gut -) |
Farbumfang / -temperatur |
1,1 / 1,1 |
Signalverarbeitung |
2,1 (Gut-) |
Sonstige Aspekte |
1,2 (Sehr Gut -) |
(Alle Bewertungen beziehen sich auf die jeweilige Projektionsart und den aktuellen Stand der Technik.
Ein direkter systemübergreifender Vergleich ist daher nur bedingt möglich!)
Dass der Projektor trotz dieser überwiegend sehr vorbildlichen Leistungen dennoch ein seltener Exot blieb und nach nur wenigen Monaten nun zu deutlich reduzierten Preisen erhältlich ist, liegt vor allem an dem aufkommenden 3D-Boom: Schon ist der Nachfolger VW90 mit 3D-Option in Sicht… wer auf 3D verzichten kann und einen High-End Beamer zum Mittelklasse Sonderpreis sucht, der nutzt die Gunst der Stunde, denn: Der Sony VPL-VW85 gehört auch im Jahr 2010 klar mit zur 2D Referenz in heimischen Kinos…
Sony VPL-VW85
Bewertung gesamt : 1,4 (Sehr Gut -) |
Ausstattung |
1,4 (Sehr Gut -) |
Bedienung |
1,8 (Gut +) |
Technik |
1,2 (Sehr Gut) |
Bild |
1,4 (Sehr Gut -) |
Preis Leistung (nach Preissenkung!) |
1,3 (Sehr Gut -) |
27. September, 2010, Cine4Home
+ Hervorragende Farben auch ohne aufwändige Kalibrierung
+ Hoher nativer Kontrast
+ Hohe optische Schärfe
+ Optisch auf D65 optimiert
+ Ausführliche Kalibrieroptionen
+ Leise Belüftung
+ Elektrischer Zoom / Fokus
+ Optimierte Irisblende
- De-Interlacer nur mittelmäßig
- Schlechte Beschreibung der Presets
- Leichter Hang zu Doppelkonturen bei PAL-Zuspielung
- Große Abmessungen, hohes Gewicht
- 120Hz Motionflow nur in schwacher Stufe fehlerfrei
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5. Technische Details (Herstellerngaben):
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