| Test: DLP Projektor Planar PD-7130 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mit Planar verteidigt DLP seinen Ruf als 720p-Qualitäts-Referenz | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Doch wer sich mit dem Thema Heimkino auseinandersetzt, der wird schnell bemerken, dass Auflösung nicht alles ist und keinesfalls ein Garant für gute Bildqualität oder gar Schärfe ist. Nur in perfekter Abstimmung mit Farben, Kontrast und Helligkeit kann ein Bild ausgewogen und plastisch wirken, egal wie hoch die Auflösung ist. Und wer lange etwas von seinem Heimkinoprojektor haben will, der sollte besonders auf Langlebigkeit und Qualität achten. Hier ist schon lange ein Streit der Techniken im Gange, den DLP durch seinen geringen Verschleiß, Staubunanfälligkeit und kompakte Bauweise bisher für sich entscheiden konnte. Allerdings zeichnet sich auch bei DLP Projektoren in den letzten Monaten ein "Billigtrend" ab, der auf Kosten der Verarbeitung geht.
In Design und Verarbeitung ist der Planar7130 ein wahrer Hingucker, es wird direkt eine außergewöhnliche Hochwertigkeit vermittelt.
Der schwarze Klavierlack in Verbindung mit den relativ großen Abmessungen und den silbernen Elementen sind klassische Symbole für High-End. Besonders geschickt ist dabei die Verkleidung der Verkabelung gelungen. Die Anschlüsse des Projektors befinden sich in einem eigenen Schacht, so dass die Kabel bei einer Deckenmontage nicht unschön seitlich herausragen, sondern im Geräteinneren verbleiben und unsichtbar in der Decke verschwinden können.
Durch dieses praktische Design kann der Projektor ohne jede sichtbare Verkabelung an der Decke montiert werden, was den optischen Eindruck des ohnehin schon edlen Projektors weiter aufwertet. Auch in der Verarbeitung zeigt der Projektor äußerlich keine Schwächen, alles wirkt solide, keine klappernden Teile oder unschönen Spalte stören den hochwertigen Eindruck. Dies ist aber auch in der gehoben DLP-Preisklasse zu erwarten.
Nimmt man den Deckel ab (Bild oben), traut man seinen Augen nicht: Der Projektor ist innerlich komplett mit Metall verkapselt und abgeschirmt, so dass man so schnell gar keine Technik zu sehen bekommt.
Eine derartig gute Verarbeitung ist nur selten heutzutage noch zu finden, wo generell an jeder Schraube gespart wird. Hier erklärt sich auch schnell, warum der Käufer ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss, als bei billigeren Modellen. Außergewöhnliche Verarbeitungsqualität wird immer ihren Preis haben.
Auch die Elektronik ist komplett verkapselt und im Sandwich-Format aufgebaut: Im oberen Teil befindet sich die Signalverarbeitung, in der Etage darunter die Stromversorgung des gesamten Projektors.
An den schmalen Enden befinden sich entsprechende Belüftungsschlitze (vgl. Bild oben), so dass ein Durchzug für die notwendige Kühlluft sorgt.
Ebenfalls mehr als beeindruckend ist die optische Einheit. Die Glasoptik ist komplett in Metall gefasst und geradezu "bombensicher" verarbeitet.
Nahezu einzigartig bei DLP-Projektoren ist der doppelte Lens-Shift. Seine Mechanik kommt bei ausgebauter Optik zum Vorschein und ist, wie alles andere, ungemein stabil konstruiert. Interessant ist der Ausblick auf die Lichtkammer mit DMD, die einen seltenen Aufbau aufweist: In den meisten Projektoren wird das Licht durch Spiegel und Fokussier-Linse auf den DMD-Spiegel gerichtet, und von dort direkt in die Optik reflektiert. Bei dem PD7130 ist man einen anderen Weg gegangen: Er verfügt über eine so genannte „Telezentrische Architektur“, ein von Texas Instruments vorgeschlagenes Referenz-Design für DLP Projektionen.
Bei diesem Design befindet sich direkt zwischen Optik und DMD ein Glasprisma, das so genannte „Total Internal Reflectance“, kurz „TIR“-Prisma.
Unterhalb der Optik gelangt das Licht nach Passieren des Farbrades und verschiedener Integrator-Linsen in den „DMD-Raum“. Von hier wird es über einen Spiegel in eine spezielle Optik reflektiert, die gleichzeitig als halbdurchlässiger Spiegel das Licht direkt auf den DMD-Chip leitet. Der DMD-Chip erzeugt hier nun das eigentliche Bild, das anschließend senkrecht durch das Prisma in die Optik gelangt.
Direkt auf der Rückseite des DMD-Chips ist ein Kühlkörper mit Rippen geschraubt, der wiederum mit Hilfe einer "Heatpipe" mit einem zweiten Kühlkörper verbunden ist. Diese Konstruktion wird durch einen Lüfter aktiv unterstützt (rechts im Bild).
Es handelt sich um ein deutsches Qualitätsprodukt aus dem Hause Osram. Gestört hat uns, dass der Leuchtkörper nicht geschützt hinter einer Glasscheibe sitzt, wie dies normalerweise bei Lampenmodulen der Fall ist. Sollte die Lampe einmal "platzen", so müssen gegebenenfalls mühsam die einzelnen Splitter aus dem Lampenschacht gefischt werden, bevor eine neue Lampe eingesetzt werden kann.
Direkt am Anfang des Lichtweges befindet sich das Farbrad des Projektors, das für die Grundfarbdarstellung sorgt.
Im Bild oben ist das kleine runde Lichtfenster mit integriertem Farbrad zu erkennen. Hierbei handelt es sich um ein RGBRGB Farbrad, das mit fünf- bzw. sechsfacher Geschwindigkeit betrieben wird. Daraus resultiert eine RGB-Frequenz von 300Hz, was nach wie vor die Referenz darstellt und störende Regenbogeneffekte vermindern sollte. Mehr dazu im Laufe des Bildtests. Zudem sind die roten Segmente im Farbrad besonders groß gestaltet, um den Rotmangel im Lampenspektrum auszugleichen und so bei höherem Kontrast genauere Farben zu gewährleisten, mehr dazu in unserem Bildteil.
Insgesamt zeigt der innere technische Aufbau, dass Planar tatsächlich um eine kompromisslose Qualität bemüht war. Kaum ein anderer Videoprojektor zeigt sich so stabil in der Verarbeitung wie der PD 7130. Der Lichtweg ist komplett verkapselt, Optik und Lensshift aus hochwertigem Metall, alles wirkt nahezu unverwüstlich. Zu bemängeln ist lediglich die nicht ganz leise Belüftung.
Übersichtlich nebeneinander finden sich hier in aufsteigender Reihenfolge: 1x Composite (RCA), 1x SVideo (Hosiden), 2x YUV (RCA), 1x RGB H/V (SubD) und 1x DVI-D. Hinzu kommt noch eine RS232 Schnittstelle, die zur Gerätesteuerung und für Software-Updates einfach genutzt werden kann. Mit all diesen Anschlüssen ist der Projektor universell für alle Einsatzbereiche geeignet. Die hochwertige und verschraubbare DVI-Buchse statt der der wackeligen HDMI-Verbindung gehört in dieser Preisklasse leider nicht (mehr) zum Standard. Doch nicht nur die Eingänge sind entscheidend, ein moderner Beamer muss auch möglichst flexibel bei den einzuspeisenden Auflösungen sein, hier zeigten sich aber erste Schwächen: Zwar ist der Beamer zu allen HD-Auflösungen, auch FullHD(1920x1080) kompatibel, bei 1080p/50Hz zeigten sich aber Synchronisations-Probleme. Wir werden den Hersteller um eine Stellungnahme bitten.
1.4 Aufstellung (Know How Link hier) Im Vergleich zu anderen Projektionstechniken haben DLP-Modelle oft gravierende Nachteile in der Aufstellungsflexibilität (kein optischer Lensshift und eingeschränkter Zoombereich). Auch hier wollte Planar anscheinend Maßstäbe setzen. Durch den Aufbau mit dem Glasprisma war es möglich, bei dem PD7130 einen doppelten Lens-Shift zu integrieren. Mit Hilfe des Lensshiftes ist es möglich, das Bild bis 115% vertikal zu verschieben. Damit zieht der Beamer tatsächlich mit guten LCD-Modellen in der Flexibilität gleich. Horizontal ist der Lensshift mit 15% links / rechts nicht ganz so üppig, dies reicht aber für die meisten Installationen aus.
Beim Zoombereich wird zwar noch nicht so viel Spielraum geboten, wie bei aktuellen LCD- oder LCOS-Projektoren, doch sind die Abstände angenehm gering und auf hiesige Raumverhältnisse angepasst. So lässt sich die gängige Bildbreite von 2,4m zwischen 3,3m und 4,2m Abstand realisieren, genau richtig für die meisten Wohnzimmer.
In der ersten Testkategorie Technik hat uns der Planar weitgehend überzeugt. Hier wird nicht versucht, für wenig einen besonders hohen Preis zu erzielen, sondern hochwertige Technik und überdurchschnittliche Verarbeitung geboten. In diesem Kapitel untersuchen wir das Bedienkonzept und die gebotenen Bildparameter
2.1 Fernbedienung Funktionell kompakt zeigt sich die Fernbedienung. Sie bietet ein für Heimkinoprojektoren typisches Design mit Steuerkreuz und gruppierten Funktionstasten.
Ein wenig unglücklich sind die rein numerischen Bezeichnungen der Quellenwahltasten, man muss schon auswendig wissen, welches Gerät welche Quellennummer hat. Die Reichweite der Fernbedienung ist gut und auch für größere Räume ausreichend. Für die Bedienung in dunklen Räumen kann eine elegant blaue Beleuchtung elektrisch zugeschaltet werden.
Hier finden sich die wichtigsten Bedientasten, wie Steuerkreuz oder Menütaste, im eleganten Design wieder. Dabei sind die Tasten teilweise etwas zu klein geraten, so dass man gerade im Halbdunkeln genau suchen muss.
2.2 Menüs Auch mit guter Fernbedienung kann ein Bediensystem immer nur so leistungsfähig sein, wie es die On Screen Menüs zulassen. Gefragt sind hier übersichtliche Aufbereitung und Funktionsvielfalt:
Die Kombination aus Symbolen und Schrift wirkt äußerst übersichtlich und einfach verständlich. Die Rubriken im Einzelnen:
"Picture" In der ersten Rubrik befinden sich, wie der Name schon sagt, die wesentlichen Parameter zur Justage der Bildausgabe. Auch ihr Aufbau ist vorbildlich übersichtlich ausgefallen:
Die ersten vier Parameter umfassen die gängigen und jedem bekannten Funktionen „Brightness“, „Contrast“, „Color“ und „Tint“. Mit ihnen werden Weiß- und Schwarzpegel sowie die Farbsättigung beeinflusst. Auch die „Sharpness“-Funktion ist selbsterklärend. Die nächsten drei Funktionen umfassen die fortgeschrittenen Bildparameter wie „Gamma“, „Color Temp“ und „Color Type“. Auf sie gehen wir im Laufe unsers Bildtests noch genauer ein. Um Anfängern einen einfachen Zugang zu der für die jeweilige Anwendung beste Einstellung zu gewähren, stellt der Projektor mit der Funktion „Picture Setting“, drei verschiedene Werks-Einstellungen zur Auswahl, die mit "Memory1/2/3" allerdings nichtssagend umschrieben sind. Zudem stehen Speicherbänke (Usermode) zur Verfügung, die das direkte Abspeichern eigener Einstellungen erlauben. Sollte man bei der Kalibrierung den Faden verloren haben, so kann der Werks-Ursprungs-Zustand jederzeit mit der „Factory Reset“ Funktion wiederhergestellt werden.
„Fine Sync“ Die zweite Rubrik des Hauptmenüs ist vornehmlich für die Bildausgabe in Verbindung mit einem PC gedacht. In ihr können sowohl „Takt“ als auch „Phase“ auf analoge RGB H/V Quellen abgestimmt werden, um eine scharfe und pixelgenaue Darstellung des Computerbildes zu erzielen. Für mehr Komfort kann auch ein automatischer Abgleich („Auto Tune“) aufgerufen werden.
„Layout“ Die „Layout“-Rubrik befasst sich mit Einstellparametern für die Bildgeometrie und Bildlage. Die „Aspect Ratio“ Funktion bietet selbsterklärend verschiedene Bildformate zur Auswahl, sie ist auch direkt per Fernbedienung anwählbar. Mit „H und V-Position“ kann ferner der Bildausschnitt verschoben werden. Obwohl der Projektor einen doppelten Lensshift hat, bietet er in diesem Menü noch eine doppelte digitale Trapezkorrektur ("Keystone"). Spätestens mit dieser Funktion lässt sich nahezu jede Projektorenposition realisieren.
„Options“ Neben dem Picture-Menü ist das Options-Menü die umfangreichste Rubrik. Hier finden sich neben diversen Funktionen zu Bedienungsgestaltung auch für die Bildqualität wesentliche Parameter wieder.
Die „White Enhance“ Option ist die für DLP nahezu obligatorische Weißbetonung. Wird sie aktiviert, so erscheinen helle Bildbereiche noch einmal deutlich verstärkt, der On / Off Kontrast wird erhöht. Der „Eco-Modus“ beeinflusst die Lampenhelligkeit und die damit verbundene Lüfterlautstärke. Auch mit aktiviertem Economy Modus erzeugt der Beamer genügend Bildhelligkeit für Bildbreiten bis 3m. Eine praktische Funktion ist der automatische „Source Select“, durch den der Projektor selbsttätig erkennt, an welchem seiner Eingänge ein Bildsignal anliegt und diesen dann direkt auswählt. Bei Bedarf kann diese Funktion deaktiviert werden. Die nächsten drei Funktionen, „OSD-Timeout“, „Background“ und „OSD-Blending“ erlauben es, die grafische Bedienoberfläche auf den persönlichen Geschmack abzustimmen. „PRJ-Modus“ dient zur Auswahl der verwendeten Projektoren-Installation, Decken- bzw. Tischmontage. Auch Rückprojektion ist möglich. Eine besonders wichtige Funktion ist die „Deinterlace“-Rubrik. Sie dient zur Konfiguration eingehende Halbbild-Signale. Auf sie gehen wir im Laufe des Bildtests noch genauer ein. Als letzte und besonders praktische Funktion bleibt der „Status“. Hier kann abgelesen werden, was für ein Eingangssignal anliegt.
„Input Source“ Die Input-Rubrik dient zur Auswahl des gewünschten Bildeingangs. In der Praxis wird man sie kaum gebrauchen, da alle Eingangsquellen auch direkt per Fernbedienung direkt angewählt werden können. Alle vorgestellten Menüs können in verschiedenen Sprachen aufgerufen werden, acht stehen hier zur Auswahl. Die deutsche Version ist dabei gut gelungen, alle Funktionen sind verständlich und weitgehend frei von Übersetzungsfehlern.
2.3 Fazit - Bedienung Das Menükonzept ist insgesamt als äußerst vorbildlich zu bezeichnen. In übersichtlicher Art und Weise werden dem Anwender zahlreiche Funktionen zur Bild- und Gerätekonfiguration zur Verfügung gestellt. Ohne große Einarbeitungszeit findet man sich schnell intuitiv zurecht und findet ohne Umwege die Funktion, die man braucht. Der Umfang bleibt dabei nicht auf der Strecke, der PD7130 bietet alle relevanten Funktionen. Auf unpraktische Verschachtelungen wurde dabei komplett verzichtet. Die Zusammenarbeit mit der ergonomischen und zugleich eleganten Fernbedienung funktioniert tadellos. Auch in der Bedienung zeigt der Projektor, dass seine Konstrukteure sich viel Mühe gegeben haben, ein optimales Produkt ohne Kompromisse zu realisieren.
Im bisherigen Verlauf dieses Tests hat sich der Planar durch sein vorbildliches Konzept viel Lob von uns verdient. Doch dies alles fällt nur dann ins Gewicht, wenn auch die Bildqualität das hält, was das Gerät verspricht. Gehört der Planar PD7130 zu den Referenz 720p-Projektoren?
3.1 Screendoor / Raster (Know How Link hier) Insgesamt sind die Pixelabstände aber aus normalen Betrachtungsabständen nicht auszumachen, so dass sich der Projektor auch für kürzere Betrachtungsabstände eignet.
Interessant ist nach wie vor das Farbraumverhalten von DLP-Projektoren, haben diese doch meist nicht unerhebliche Schwächen in der Grundfarbendarstellung. Grund sind hauptsächlich nicht perfekt entwickelte Filter in dem Farbrad und Kompromisse zu Gunsten der Bildhelligkeit. Der Farbraum des Planar-Beamers ist vorbildlich, wenn auch nicht perfekt. Alle Grundfarben sind kräftig und liegen nah an ihren Sollwerten. Nur bei maximalem Grün wurde ein Kompromiss zu Gunsten der Bildhelligkeit eingegangen, der aber bei DLP-Projektoren üblich ist.
Um eine adäquate Farbreproduktion des Filmoriginals auf der Leinwand zu gewährleisten, muss der Projektor neben einem normgerechten Farbraum auch den Weißabgleich aufweisen, der bei dem Video-Mastering zu Grunde lag: 6500K (D65). Neutrale Graustufen müssen also stets der recht warmen Farbtemperatur von 6500K entsprechen. Das Bildmenü ist dabei lobenswert „technisch“: Statt nichts-sagende Umschreibungen wie „natürlich“ oder „warm“ kann der Anwender hier die gewünschte Farbtemperatur direkt auswählen, darunter auch die erforderlichen 6500K. Natürlich macht eine solche Angabe im Bildmenü nur dann Sinn, wenn dann auch wirklich die passende Farbtemperatur vorne aus dem Projektor herauskommt. Im Falle der Planars gibt es da keinen Grund zur Sorge: Auch wenn es manche bis heute und auch in den nächsten hundert Jahren nicht intellektuell nachvollziehen können, es gibt auch für Zuspieler wie z.B. DVD-Player Normen, die von Markengeräten eingehalten werden. Nimmt man z.B. einen handelsüblichen Denon Player (egal welcher Preisklasse), so zeigt der Beamer über alle Helligkeiten hinweg die richtige Farbtemperatur, ohne dass der Anwender auch nur einen Regler nachjustieren muss.
Obiger Screenshot zeigt die Farbtemperatur der 6500K-Werkseinstellung von schwarz (links) bis weiß (rechts). Verblüffend ist dabei nicht nur, dass die Videonorm so perfekt wie bei kaum einem anderen Projektor am Markt (egal welche Preisklasse) eingehalten wird, sondern auch dunkle Bereiche nahe an schwarz kaum Farbverschiebungen aufweisen. Mit anderen Worten, beim PD 7130 ist auch die "Dunkelheit" farblich richtig abgestimmt. Auch noch so überzeugte und selbsternannte Kalibrierprofis werden hier keine besseren Ergebnisse erzielen können. Sollte im Laufe der Zeit dennoch eine Nachjustage erforderlich werden, oder ein minderwertiger Zuspieler verwendet, so bietet das Bildmenü technisch sehr detaillierte und für den Fachmann verständliche Parameter. Sowohl nach dem üblichen Gain- / Bias-Verfahren, als auch nach Koordinaten im Farbdiagramm kann der Weißpunkt beeinflusst werden.
Durch die perfekte Werkseinstellung muss der Projektor in Sachen Farbtemperatur aber zunächst nicht nachjustiert werden, hier gilt: Gerät einschalten und Spaß haben. Lediglich die Farbsättigung sollte per Blaufilter überprüft werden, was aber mir der Peter-Finzel-Test-DVD von jedem Laien in 5 Minuten selbst durchgeführt werden kann. Die Kombination aus gutem Farbraum und perfektem Weißabgleich erlaubt dem Projektor eine in jedem Bereich beeindruckende und überzeugende Farbdarstellung und das ohne dass der Anwender selbst Hand anlegen muss. Die Farben erscheinen stets so, wie es von den Filmemachern beabsichtigt wurde (gute DVD vorausgesetzt). Eine derart perfekte Werksabstimmung ist auch bei weitaus teureren Modellen immer noch eine Seltenheit und verdient an dieser Stelle ausdrückliches Lob, Planar zeigt, dass es auch besser geht!
Der Planar hat keine solch verstellbare Iris, die Blende in seiner Optik ist fest. Da war es spannend, wie gut der Projektor in Sachen Kontrast sein kann. Und wieder wurden wir überrascht: Der Schwarzwert des Projektors zeigte sich bei unseren Tests ausgesprochen gut. Schwarz ist hier dunkel genug, um auch in für Digital-Projektoren schwierigen Szenen, wie z.B. Nachtaufnahmen, keinen störenden „Nebelschleier“ über das Bild zu legen. Sehr überraschend ist dabei, dass der gute Schwarzwert nicht mit einem großen Helligkeitsverlust bezahlt werden muss. Der Planar-Beamer ist hell genug, dass selbst im ECO-Modus Bildbreiten bis über 3m problemlos ausgeleuchtet werden können. Helle Tageslichtaufnahmen wirken natürlich lichtstark, die Farben profitieren hiervon mit einer außergewöhnlichen Brillanz.
minimalen Einfluss auf die Messergebnisse
Der reale Kontrast erlaubt dennoch eine sehr gute Tiefendynamik und damit Plastizität im Bild. Weiter verbessert wird das Ergebnis durch den ungemein hohen In-Bild Kontrast. Planar erreicht durch einen hochwertigen optischen Aufbau somit eine beeindruckend räumliche Bilddarstellung, die so manch teureren Projektor in die Tasche steckt.
Für die Filmwiedergabe von DVDs ist der „vorgeschriebene“ Helligkeitsanstieg eine Kurve mit einem Wert zwischen 2,2 und 2,5. Innerhalb dieses Spielraums kann der Anwender das Bild auf seinen persönlichen Geschmack und die Raumbedingungen anpassen: Je dunkler der Raum und je weniger Streulicht, desto höher der machbare Gammaanstieg. Wie schon bei der Farbtemperatur ist das Bildmenü in seinen Angaben erfreulich technisch präzise: Der gewünschte Gammaanstieg kann direkt als Zahlenwert ausgesucht werden. Zur Auswahl stehen gleich sieben verschiedene Gammakurven von „1.0“, „1.5“, „1.8“, „2.0“, „2.2“, „2.35“, „2.5“ und „2,8“. Wie genau die angegebenen Werte erreicht werden, haben wir wieder messtechnisch erfasst und waren (schon wieder) von der Genauigkeit der Werksabstimmungen überrascht: Bei der Gammaeinstellung „2,2“ entspricht der Helligkeitsanstieg auf der Leinwand tatsächlich genau einem Wert von 2,21. Auch die anderen für Heimkinos relevanten Werte von 2.35, 2.5 und 2.8 werden genau so eingehalten, wie es das Bildmenü verspricht.
In allen Diagrammen fällt zudem auf, dass der Helligkeitsanstieg absolut gleichmäßig ausfällt, besser geht es kaum. Im Bild wird dies belohnt durch eine außergewöhnlich ausgewogene und plastische Bilddarstellung des Filmes. Alles wirkt im Bild genau so hell zueinander, wie es sein soll. Keine Szenen wirken unnatürlich über- bzw. unterbelichtet. Details werden weder in dunklen Szenen „verschluckt“, noch in hellen Szenen überstrahlt. Diese Ergebnisse gelten aber nur für ausgeschaltete Weißanhebung. Aktiviert man letztere, so passiert genau das Versprochene: Weiß wird in seiner Helligkeit künstlich angehoben! Dies hat natürlich einen sichtbaren Einfluss auf die Gammaverteilung.
Obiges Diagramm zeigt dei Gammaverteilung des 2,2 Presets bei aktivierter Weißbetonung. Wie man sieht, werden Helligkeiten über 90% deutlich angehoben, wodurch ein Knick im Anstieg entsteht. Dadurch verlieren helle Szenen deutlich an Natürlichkeit und wirken teilweise überstrahlend hell. Die Weißbetonung ist daher nur bei Präsentationen in hellen Räumen zu nutzen, wo es auf jedes Quäntchen Licht ankommt. Für die Filmprojektion im Heimkinoraum ist sie weder gedacht, noch zu empfehlen.
3.7 Overscan (Know How Link hier)
3.8.1 Bildrauschen Verschiedene Helligkeitsstufen werden bei einem DLP Projektor ausschließlich digital erzeugt: Je höher die gewünschte Helligkeit, desto schneller die Kippfrequenz der Spiegel. Umgekehrt bedeutet dies, dass dunkle Bildelemente eine langsamere Kippfrequenz erfordern. In sehr dunklen Bereichen (unter 10% Helligkeit), sind die Frequenzen der Kippspiegel noch im wahrnehmbaren Bereich und äußern sich in einem sichtbaren Bildrauschen. Es zeigen sich für DLP-Projektoren typische Ergebnisse: Sehr dunkle Bereiche unterliegen noch einem gewissen Bildrauschen und erzeugen so eine leichte Unruhe im Bild.
3.8.2 False Contour Die digitale Helligkeitserzeugung ist auch für den DLP-typischen „False-Contour“ Effekt verantwortlich: Er zeigt sich durch einen gewissen Dynamikverlust bei fließenden Helligkeits- bzw. Farbverläufen, der durch gröbere Abstufungen (Quantisierungssprünge / "Banding") im Bild zu erkennen ist. Besonders bei Bewegungen von dunklen Bildbereichen erscheinen die Abstufungen deutlich, bis hin zu Doppelstrukturen. False Contour ist bei bewegten dunklen Szenen auch beim Planar erkennbar, liegt aber, wie das Bildrauschen, in einem für die DLP-Projektion typischen und akzeptablen Bereich.
"Videomaterial" Videomaterial, das von Fernsehkameras aufgenommen wird, verfügt tatsächlich nur über die halbe vertikale PAL-Auflösung. Um diese Reduzierung für das Auge zu kaschieren, werden abwechselnd die geraden und ungeraden Bildzeilen des Fernsehers angesteuert. Dieses so genannte „Zeilensprungverfahren“ ist für die Großbildprojektion jedoch nicht geeignet. Digital-Projektoren arbeiten stets progressiv, das heißt ohne Zeilensprung. Aus diesem Grund müssen aus den eingehenden Halbbildern komplette Vollbilder errechnet, „de-interlaced“, werden. Mit Hilfe des „Motion Adaptive De-Interlacings“ erkennt der Beamer automatisch, welche Bildelemente sich bewegen und welche nicht. Die bewegten Bildelemente werden durch Interpolation hochgerechnet, die stehenden aus zwei aufeinander folgenden Hallbildern zusammen geflochten. Diese Methode führte bei unseren Sehtests zu überdurchschnittlich guten Ergebnissen: Gerade bei Sportübertragungen wie Fußball wirkt das Bild ruhig ohne störendes Kantenflimmern an Spielfeldmarkierungen oder Spielern. Nur bei vertikalen Kameraschwenks kann hier und da die Halbbild-Natur des Ausgangsmaterials noch ausgemacht werden. Für den gelegentlichen Fernsehgenuss ist der Beamer daher auch ohne externen De-Interlacer uneingeschränkt zu empfehlen.
„Filmmaterial“ Auf Film basierendes Material wird ebenfalls mit halbierter Vertikal-Auflösung nach dem Zeilensprungverfahren übertragen. Allerdings gibt es hier einen gravierenden Unterschied: Jeweils zwei aufeinander folgende Halbbilder werden aus ein und dem selben Filmbild gewonnen. Daher ist es für die Bildausgabe theoretisch möglich, genau diese zwei Halbbilder zu einem einzigen Vollbild zu verflechten und dieses progressiv als Rekonstruktion des originalen Filmbildes auf die Leinwand zu projizieren. Dieser so genannte „Filmmode“ ist aber für PAL-Material nicht so einfach, wie es in der Theorie klingt, denn der genaue Rhythmus des Filmmaterials muss in Echtzeit stets gefunden werden. Werden zwei falsche Halbbilder zu einem Vollbild verflochten, sind störende Kammartefakte unweigerlich die Folge. Zudem erhält der Projektor keinerlei Zusatzinformationen, ob es sich beim eingehenden Bildmaterial tatsächlich um Filmmaterial handelt. Alles in Allem ist PAL-Film-De-Interlacing (2:2 Pulldown) deutlich schwieriger als NTSC-De-Interlacing (3:2 Pulldown). In dem umfangreichen Bildmenü kann der Projektor auf den für PAL notwendigen 2:2 Pulldown konfiguriert werden.
Er erkennt größtenteils den passenden Rhythmus und rekonstruiert die originalen Filmbilder Detailreich ohne störende Artefakte oder Kantenflimmern. Hin und wieder kommt es aber vor, dass er kurzzeitig zurück in den Videomodus fällt, was an kurzem Detailverlust für das geübte Auge zu erkennen ist. Aus diesem Grund ist weiterhin ein guter DVD-Player mit Progressive-Scan Ausgang als Zuspieler zu empfehlen.
3.10.1 Signalverarbeitung Die Signalverarbeitung ist dafür zuständig, die eingehenden analogen und digitalen Bildsignale in für den Projektor verständliche Bilddaten umzuwandeln. Bei analogen Signalen ist dafür eine so genannte A/D Wandlung notwendig, häufig entstehen dabei ungewollte Doppelkonturen oder Unschärfen. Planar bietet im Bildmenü einen Regler für die Einstellung der Bildschärfe, fünf Presets stehen zur Auswahl: „Softest“, „Soft“, „Normal“, „Sharp“ und „Sharpest“.
Wie im Bild oben zu erkennen, provoziert der PD7130 auch bei scharfer Konfiguration keinerlei Doppelkonturen. Die schwarzen Linien sind sauber und klar von dem grauen Hintergrund getrennt, besser geht es nicht. Hierdurch gewinnt das Bild an Natürlichkeit, ohne Artefakte wie "Ringing" gelangt die tatsächliche Bildauflösung der DVD an die Leinwand.
3.10.2 Skalierung horizontal Nach wie vor wird das meiste Bildmaterial, das der PD7130 darstellen muss, herkömmliches PAL-Material mit seiner im Vergleich zum Projektor zu geringen Auflösung sein. Daher muss es aufbereitet, skaliert werden. Der obige Screenshot zeigt die Skalierungseigenschaften des PD7130 bei digitaler Zuspielung. Man erkennt, dass es dem Projektor gelingt, die Auflösung weitgehend akkurat umzurechnen. Nur im Auflösungsbereich um 6MHz sind Linearitätsschwankungen auszumachen, die sich durch die ungleichmäßige Liniendicken in diesem Bereich zeigen. Durch dieses gute Ergebnis erfolgt die Detaildarstellung im Filmbetrieb hochwertig, auch kleine Strukturen werden nicht verfremdet. Im Film behalten kleine Details ihre komplette Leuchtkraft, bei bewegten kleinen Elementen kann es aber zu leichten Interferenzen kommen.
Alles in allem erreicht der Planar bei digitaler Zuspielung ein sehr hohes Bildpotenzial, der DVD entsprechend. Die Betonung liegt aber auf "digitaler Zuspielung", denn analog ist uns wieder ein Chroma-Bug begegnet:
Im Screenshot oben zeigt sich, wie schon bei 1MHz Farbinformationen vertauscht werden und so die Bildqualität leidet. Schon ab einer Auflösung von 2,5MHz ist kaum noch Farbe im Spiel. In der Praxis bedeutet dies, dass der PD7130 bei analoger Zuspielung bei weitem nicht sein Schärfepotential ausnutzen kann.
3.10.3 Skalierung Vertikal Die native vertikale Auflösung von PAL entspricht mit 576 Pixeln nicht der des Projektors. Dies bedeutet, dass der Projektor nur in der Lage ist, unser PAL-Bild mit Skalierung auf die Leinwand zu bringen.
Die Screenshots oben belegen, dass diese vertikale Umrechnung dem Projektor gut, wenn auch nicht perfekt gelingt. Besonders in höheren Auflösungen, sprich bei feineren Linien, sind leichte Schwankungen in der Linearität zu erkennen.
Insgesamt sind die Ergebnisse des Planar PD7130 mit gut zu bewerten, zumindest bei digitaler Zuspielung. Besonders die Signalverarbeitung, die auch bei höchster Schärfeeinstellung keine Doppelkonturen provoziert, ist lobend hervorzuheben. Dadurch wir die Detaildarstellung sichtbar unterstützt. Bei digitaler Zuspielung bleiben kleine Details bis hin zur höchsten DVD-Auflösung in ihrer Helligkeits- und Farbdynamik vollständig erhalten. Anders sieht es bei anaolger Zuspielung aus: Die massive Chromaverfälschung beschert dem Beamer hier deutlichen Punktabzug.
Der Grund für den Regenbogeneffekt liegt in der sequentiellen Farbdarstellung: Die Grundfarben werden zeitlich hintereinander auf die Leinwand projiziert, erst durch die Trägheit des Auges verschmelzen sie im Gehirn zu den „eigentlichen“ Farben. Leider ist die Geschwindigkeit dieser sequentiellen Darstellung oft noch nicht hoch genug, um von empfindlichen Augen gar nicht mehr wahrgenommen zu werden. Um diesem störenden Effekt entgegenzuwirken, erhöhen die Konstrukteure die Frequenz der Farbdarstellung von Generation zu Generation. Der derzeitige Stand der Technik ist eine fünffache Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeitsangabe ist für viele Laien leider sehr verwirrend und nichts sagend, zumal sie sich auf den amerikanischen NTSC (60Hz) Standard bezieht. „Fünffache“ Geschwindigkeit bedeutet, dass für jedes Videobild die Rot->Grün->Blau Sequenz fünfmal durchlaufen wird. Bei einer Bildwiederholfrequenz von 60Hz entspricht dies also 5 x 60Hz = 300Hz. Diese hohe Farbfrequenz ist schnell genug, um auch bei empfindlichen Augen keinen störenden Regenbogeneffekt mehr zu provozieren. Was für herkömmliche Röhrenfernseher also die 100Hz Technologie ist, um ein flimmerfreies Bild zu erzeugen, ist für die DLP Projektion die 300Hz Technologie. Wie sieht es bei der PAL(50Hz)-Zuspielung aus? Viele aktuelle Projektoren verringern die Farbradgeschwindigkeit bei PAL-Zuspielung auf 250Hz, was in Bezug auf PAL immer noch einer fünffachen Geschwindigkeit entspricht (5x50Hz = 250Hz). Durch diese geringere Geschwindigkeit wird der Regenbogeneffekt wieder sichtbar. Nicht so beim Planar, er behält auch bei PAL die Farbfrequenz von 300Hz bei und verfügt so über eine Sechsfache Farbradgeschwindigkeit: Für jedes Videobild wird die Rot-Grün-Blau Sequenz sechsmal durchlaufen (6x50Hz = 300Hz). Dadurch gehört der Planar zu einem der Regenbogen-ärmsten DLP Projektoren überhaupt. Nur sehr empfindliche Augen werden bei starken Kontrasten das Farbblitzen noch vereinzelt wahrnehmen. Ein Ermüdungseffekt tritt aber so gut wie nicht auf.
Anmerkungen:
Dies beginnt mit dem gut auf die Videodarstellung abgestimmten Farbraum, der zudem durch ein ausgeklügeltes Bildmenü weiter optimiert werden kann. Der Weißabgleich ist ab Werk geradezu perfekt auf die erforderliche D65-Norm abgestimmt. Diese beiden Faktoren erlauben dem Projektor ohne aufwändige Kalibrierung eine perfekte Farbreproduktion des Kino-Originals, die keine Wünsche mehr offen lässt. Dies ist nach wie vor eine absolute Ausnahme, die wir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich lobend hervorheben wollen. Genauso wie die Farbdarstellung hält sich auch die Helligkeitsverteilung genau an die Videonorm. Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Gammakurven von 1.0 bis 2.8 wählen und so unter allen räumlichen Bedingungen eine optimale Tiefendarstellung erreichen. Kombiniert mit dem sehr hohen Kontrast von über 3000:1 (bei optimalen Farben!) und dem hohen In-Bild-Kontrast erreicht der PD7130 eine Plastizität sowohl in hellen als auch dunklen Szenen, die Maßstäbe setzt, besonders in Verbindung mit der ebenfalls hohen Bildhelligkeit. Eine gute Signalverarbeitung und die ungemein hohe Qualität der Optik erlauben zudem eine gute Detaildarstellung. Auf „Tricks“ wie Doppelkonturen wurde dabei verzichtet, das Bild auf der Leinwand entspricht genau der Schärfe, die die verwendete DVD zulässt. Leichte Linearitätsschwankungen durch Skalierung sind aber auszumachen, so dass man mit einem externen Scaler oder DVD.Player mit besserem Videoprozessor zu noch besseren Bildergebnissen gelangen kann. Auf der „Negativ-Seite“ verbleiben nur die DLP-typischen Artefakte wie Rauschen, False Contour und Regenbogeneffekt. Aber auch hier spielt der Planar in einer hohen Liga, besonders der Regenbogeneffekt wurde dank 300Hz-Technik auf ein sehr angenehmes Maß reduziert. Nicht akzeptabel ist der Chromabug bei analoger 576-Zuspielung, hier sollte der Hersteller nachbessern.
(Alle Bewertungen beziehen sich auf die jeweilige Projektionsart und den aktuellen Stand der Technik. Ein direkter systemübergreifender Vergleich ist daher nur bedingt möglich!)
4. HDTV Wiedergabe "Pixelzähler" werden bemängeln, dass der WXGA Chip des PD7130 nicht der kompletten Auflösung des FullHD-Standards entspricht. Somit geht ein teil des Bildpotenzials von HDTV verloren. Diese Kritik mag berechtigt sein, doch man sollte nicht den Fehler machen, die Bildeigenschaften eines Projektors allein auf seine native Auflösung zu reduzieren. Der Planar hat demgegenüber viel in die Waagschale zu werfen: In Sachen Schärfe ist dies besonders seine hervorragende Optik, die absolut frei von störenden Farbsäumen jeden Pixel einzeln "messerscharf" auf die Leinwand projiziert. Hierdurch alleine wird schon eine außergewöhnliche Bildschärfe gewährleistet, wie sie bei 3-Chip Beamern kaum möglich ist. Zudem kommen die hervorragenden Farben und die DLP-typische Bildtiefe. Bei unserem HDTV-Test zeigten sich diese Vorteile: Das Bild auf der Leinwand brillierte mit einer sagenhaften Bildschärfe, die kaum noch Wünsche offen lässt. Durch eine gute Signalverarbeitung und das schnelle Farbrad sind Artefakte die Seltenheit. Auch in Bezug zu HDTV sollte man den PD7130 in seiner Gesamtheit ruhig mit FullHD Projektoren anderer Techniken vergleichen, man wird überrascht sein.
Mit dem PD1730 ist dem „neuen“ Hersteller Planar ein nahezu perfekter Einstieg in die Großbildprojektion gelungen: Der Projektor ist ungewöhnlich hochwertig verarbeitet, bietet mit seinen zahlreichen Eingängen viel Anschlussflexibilität und ist der DLP-Projektor mit dem größten optischen Lens-Shift Spielraum. Ermöglicht wird dies durch die aufwändige telezentrische Architektur, bei der ein Glasprisma vor dem DMD Chip platziert ist. Der gesamte Aufbau setzt auf Qualität, die Markenlichtquelle ist dabei nur eines von vielen Merkmalen. Die Bedienung ist sachlich genau, grafisch übersichtlich und dank der guten Fernbedienung intuitiv durchführbar. Alle für die Installation relevanten Parameter sind vorhanden. Lediglich die Reaktionszeiten der Menüs sind teilweise etwas träge. Dass man dennoch nicht allzu viel an den Einstellungen verändern muss, ist auf die hervorragende Werksabstimmung des Projektors zurückzuführen. Es reicht, den Projektor auf „6500K“ zu stellen, z.B. die „2.2“ Gammakurve aufzurufen und Farbsättigung, Schwarz- und Weißpegel auf die Zuspielung anzupassen. Diese ganze Prozedur dauert maximal fünf Minuten.
Insgesamt leistet sich der Projektor in fast keinem Bereich nennenswerte Schwächen. Zu bemängeln sind der Chromabug bei analoger Zuspielung und die hörbare Belüftung, so mancher Konkurrent ist leiser. Abgesehen hiervon ist der Planar für den derzeitigen Stand der DLP Technik nahe an der Perfektion. Man merkt, dass sich die Ingenieure viel Mühe gegeben haben, alle Wünsche der Heimkinofans zu berücksichtigen.
+ Gute Verarbeitung
(Alle Bewertungen beziehen sich auf die jeweilige Projektionsart und den aktuellen Stand der Technik. Ein direkter systemübergreifender Vergleich ist daher nur bedingt möglich!)
26. Juni, 2007, Ekkehart Schmitt
7. Die wichtigsten technischen Daten im Überblick (Herstellerangaben): |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||