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Ziel eines jeden Heimkino-Enthusiasten ist
es, das Erlebnis Kino möglichst originalgetreu in den heimischen vier
Wänden zu reproduzieren. Doch gerade die Faszination des großen Bildes,
wie man sie im öffentlichen Kino erlebt, kommt bei den meisten Heimkinos
zu kurz. Oft wird der Schwerpunkt auf eine möglichst laute und bassstarke
Tonwiedergabe gelegt, das Medium der Bildwiedergabe aber außer Acht gelassen.
Ergebnis ist eine bombastische Soundkulisse, die die meisten Kinos in
die Tasche steckt, aber eine unproportional kleine Wiedergabe des eigentlichen
Filmmaterials.

Der Traum eines jeden Heimkino-Fan
Tatsächlich gestaltet sich das Einrichten
eines Großbild-Heimkinos als äußerst schwierig. Neben dem nötigen Kleingeld
erfordert das Aufstellen eines Projektors ein gewisses Maß an Raumplanung
und technischem Verständnis. Ohne ausreichendes Sachverständnis ist es
nahezu unmöglich, eine befriedigende Bildqualität zu erzielen. Dabei spielen
diverse Faktoren eine Rolle: Bildquelle, Bildübertragungssignal und Projektionstechnik.
Auf dem Markt haben sich drei verschiedene Projektionstechniken durchgesetzt,
von denen jede ihre Vor- und Nachteile besitzt: Röhrenprojektoren, LCD-Projektoren
und DLP-Projektoren. Jede dieser Projektortechniken wird von unzähligen
Herstellern in allen möglichen Preis- und Ausstattungsklassen angeboten.
Eine generelle Empfehlung eines Systems ist kaum möglich, da die individuellen
Anforderungen des Benutzers sehr ausschlaggebend sind. Ziel dieses Artikels
ist es, eine Einführung über die verschiedene Techniken zu geben und es
durch Herausstellen der einzelnen Vor- und Nachteile eines jeden Systems
zu ermöglichen, einen ersten Eindruck zu gewinnen, welches System das
für Sie passende darstellt.

Das perfekte Heimkino, ein unerreichbares
Ziel?
In den folgenden Kapiteln werden die allgemeinen
technischen Aspekte von Großbildprojektion, die einzelnen Projektionstechniken
sowie die Räumlichkeitsanforderungen behandelt. Als Fernseher-Ersatz kann
ein Projektor generell nicht angesehen werden, da der erforderliche Aufwand
nur zum täglichen Betrachten der Nachrichten oder Soap-Operas viel zu
hoch ist. Aber für den abendlichen Film-Genuss oder für Sportereignisse
erwirkt der Heimprojektor eine Faszination, wie sie sonst nur im Kino
zu erleben ist.
1. Bildträger
Das Hauptproblem bei der Großbildprojektion
stellen nach wie vor der Bildträger selber und das verwendete Fernsehsystem
dar. Es ist leicht einzusehen, dass bei der vielfachen Bildgröße eines
Projektors gegenüber einem herkömmlichen Fernseher Bildfehler viel auffälliger
und störender wirken. Im Heimanwenderbereich existieren drei gängige Systeme
als Bildträger:
1.1 VHS
Entwickelt und erschienen in den 70er Jahren,
gehört VHS, zuletzt Dank seiner Aufnahmefähigkeit, zu den ältesten noch
erhältlichen Bildträger-Standards. Mit seinen zahlreichen technischen
Einschränkungen, besonders in der Bildschärfe und Auflösung, ist VHS für
die Grossbildprojektion denkbar ungeeignet. Das Betrachten eines herkömmlichen
VHS Tapes auf einem Projektor stellt selten ein Vergnügen dar.
1.2 Laserdisk
Die Laserdisk Technologie war trotz ihres
hohen Alters über viele Jahre hinweg das Heimkinomedium schlechthin. Sie
kombiniert optische und damit verschleißfreie Abtastung mit guter Bildqualität,
die für Großbildprojektion geeignet ist. In den letzten Jahren ist die
Laserdisk allerdings vom DVD Standard abgelöst worden und wird seitdem
kaum noch produziert.
1.3 DVD-Video
Seit 1996 ist das bisher modernste und qualitativ
hochwertigste Bildträgermedium auf dem Markt, die DVD. Sie ist durch ihre
Detailtreue und Bildschärfe, ihrem sehr geringen Farb- und Bildrauschen
und ihrer höheren Bildauflösung anderen Medien weit überlegen. Allerdings
unterliegt auch der moderne DVD Standard aufgrund von begrenzter Speicherkapazität
und Auflösung immer noch großen Einschränkungen bei der Bildqualität.
Treppeneffekte und durch nachlässiges Mastering verursachte digitale Bildartefakte
werden von Projektoren schonungslos entlarvt.
2. Videonormen
Neben dem Trägermedium ist die Bildqualität
außerdem von dem verwendeten Übertragungssignal abhängig. im Heimkinobereich
werden im wesentlichen drei relevante Systeme unterschieden:
2.1 Herkömmliches PAL bzw. NTSC Interlaced
Signal
Die PAL bzw. NTSC Systeme sind bereits viele
Jahrzehnte alt und unterliegen dementsprechend zahlreichen Limitationen.
Ihre vertikale Auflösung beträgt 576 bzw. 480 Zeilen. Diese Auflösungen
sind im Grunde akzeptabel, doch eine große Einschränkung ergibt sich aus
dem verwendeten Zeilensprungverfahren (Interlacing). Hierbei werden zunächst
alle ungeraden Zeilen (1, 3, 5, ...) und anschließend alle geraden Zeilen
(2, 4, 6, ...) des Bildes übertragen. Die im Augenblick jeweils nicht
übertragenen Zeilen bleiben schwarz.

Abwechselnde Zeilenübertragung
Die Darstellung dieser sogenannten "Halbbilder"
wiederholt sich 50 bzw. 60 mal pro Sekunde. Durch diesen optischen Trick
wird die vertikale Auflösung halbiert. Dies bleibt durch die Trägheit
des Auges weitgehend unbemerkt.

Links: Übertragene Bilder; Rechts:
optischer Eindruck des menschlichen Auges
Tatsächlich leidet aber die Detailtreue erheblich
und bei der Röhrenprojektion wirkt das Bild unruhig bzw. gestreift (siehe
Kapitel 5.1: Röhrenprojektoren).
2.2 Progressive Scan Signal
Progressive Scan vermeidet das Zeilensprungverfahren
und überträgt stattdessen jedesmal ein Vollbild mit kompletter vertikaler
Auflösung von 576 bzw. 480 Zeilen. Dadurch erscheint das übertragene Bild
deutlich klarer und detaillierter. Auch das lästige Zeilenflimmern ist
nicht mehr vorhanden. Progressive Scanning stammt aus dem Computer Bereich
(jeder VGA Monitor arbeitet progressiv) und hat in den letzten Jahren
durch die DVD-Technologie Einzug in die Heimkinowelt genommen. Offiziell
existiert allerdings nur der NTSC Progressive Standard (480p bei 60Hz).
PAL Progressive (576p bei 50Hz) wird von DVD Playern in der Regel nicht
unterstützt.
Für die Heimkinoprojektion ist das Progressive Signal dem Interlaced Signal
unabhängig von dem verwendeten Projektortyp wegen seiner höheren Detailtreue
auf jeden Fall vorzuziehen.
2.3 HDTV (High Definition TV)
Das herkömmliche Progresse Scan Signal mit
einer Auflösung von 720x576 bzw. 640x480 Pixeln schränkt die Bildqualität
gerade bei großen Bilddiagonalen noch erheblich ein. Treppenstufen und
Interferenzerscheinungen, resultierend aus Auflösungsproblemen, sind immer
noch wahrnehmbar.
Wie im Computerbereich wird daher auch im Videobereich die Bildqualität
durch eine drastische Erhöhung der Auflösung verbessert. Vom Advanced
Television Systems Commitee (kurz ATSC) wurde der HDTV Standard ins Leben
gerufen. HDTV ist unterteilt in verschiedene Qualitätsstufen:
|
Horizontale Auflösung
|
Vertikale Auflösung
|
Darstellung
|
|
640 / 704
|
480
|
Progressive
|
|
1280
|
720
|
Progressive
|
|
1920
|
1080
|
Interlaced
|
Wie der Tabelle leicht zu entnehmen ist,
erzeugt der HDTV Standard eine enorme Steigerung der Bildauflösung und
damit eine stark verbesserte Bildqualität.
Moderne Projektoren unterstützen, abhängig von ihrer Auflösung und Signalverarbeitung,
teilweise schon oben aufgeführte Auflösungen und sind somit HDTV tauglich.
Aufgrund der hohen Datenmengen, die dieser Standard erzeugt, sind bislang
aber noch kaum Bildträger für die Heimanwendung auf dem Markt. Erste
HDTV D-VHS Kaufkassetten sind 2002 in den USA erschienen und eine HDTV
kompatible DVD-Technologie ist ebenfalls in der Entwicklung. Bis zur
Markteinführung werden aber noch einige Jahre vergehen.
Um aus derzeit erhältlichen Bildträgern wie z.B. DVD ein HDTV Signal
gewinnen zu können, muss auf kostenintensive Zusatzgeräte wie Linedoubler
/ Skalierer oder PC zurückgegriffen werden. Sie rechnen das DVD-Video-Material
auf höhere Auflösungen um und interpolieren die fehlenden Bildinformationen.
Hierdurch wird eine Bildgüte erzeugt, die in Schärfe und Detailtreue
fast schon dem Kino ebenbürtig ist.
Eine gut gemasterte DVD betrachtet auf einem gut eingestellten Projektorsystem
kommt der Bildqualität eines durchschnittlichen Kinos aber auch ohne
Linedoubler erstaunlich nahe.
3. Übertragungssignale
Neben oben aufgeführten Videonormen ist ein
hochwertiges Übertragungssignal notwendig, um eine qualitativ möglichst
gute Bildübertragung und Bildqualität zu gewährleisten. Folgende Signale
bieten sich bei der Heimkinoprojektion an:
3.1 S-Video-Signale
S-Video (oder Y/C) trennt die Bildinformationen
in separate Helligkeits- ("Y") und Farbanteilssignale (Chroma,
"C").

S-Video: Farbe und Helligkeit sind
getrennt
Die Bildqualität ist für die Heimkinoprojektion
ausreichend. S-Video eignet sich allerdings nur für die Übertragung von
herkömmlichen PAL bzw. NTSC Interlaced Signalen (siehe oben).
3.2 RGB-Signale
RGB trennt die Bildinformationen auf in die
drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Jeder Farbe steht die gleiche Signalbandbreite
zur Verfügung.

RGB: Das Bild wird in Grundfarben
aufgeteilt
Dadurch wird eine noch genauere Farbwiedergabe
und Bildqualität im Vergleich zu S-Video erzeugt.
RGB Signale eignen sich zur Übertragung von herkömmlichen Interlaced als
auch Progressive Scan Signalen. Der im Computerbereich verwendete VGA
Standard ist z.B. nichts anderes als ein Progressive Scan RGB Signal.
Im Heimkinobereich ist man anscheinend noch nicht soweit: Leider wird
RGB Progressive von so gut wie keinem DVD Player ausgegeben.
3.3 YUV-Signale
YUV trennt die Bildinformation in drei Signale:
Helligkeitssignal (Y), Blaues Farbdifferenzsignal (Cb) und rotes Farbdifferenzsignal
(Cr).

YUV: Getrennte Helligkeits- und
Farbdifferenzsignale
Die dabei erzeugte Bildqualität ist praktisch
gleichwertig mit der von RGB-Signalen. YUV ist ebenfalls zur Übertragung
von Interlaced und Progressive Scan Signalen verwendbar. Da der DVD-Video
Standard YUV zur Aufzeichnung der Bilddaten verwendet, hat sich YUV hier
als gängiges Übertragungssignal besonders für die Progressive Scan Wiedergabe
durchgesetzt.
3.4 DVI-Signale
Ein recht neuer Standard, der im Heimkinobereich
bisher nur wenig Beachtung findet, ist der digitale DVI Standard. Hier
werden die Bildsignale nicht mehr analog wie bei oben beschriebenen Verfahren
übertragen, sondern digital. Dem Bildausgabegerät werden direkt die Farbwerte
für jeden einzelnen Bildpunkt (Pixel) mitgeteilt. Es entsteht keinerlei
Qualitätsverlust, wie er bei ausnahmslos jedem analogen Übertragungsverfahren
unvermeidbar ist.
High-End Projektoren verfügen bereits über DVI- Eingangsbuchsen. Da dieser
Standard aber noch nicht von Heimkino DVD Playern unterstützt wird, muss
für die Wiedergabe auf einen PC mit DVI Schnittstelle zurückgegriffen
werden. Ein kompliziertes Unterfangen, das aber mit noch höherer Bildbrillanz
belohnt.
4. Wichtige Merkmale von Projektoren
Unabhängig von der Projektionstechnik sind
bei der Beurteilung der Qualität verschiedene Merkmale relevant, die man
vor dem Kauf unbedingt überprüfen sollte:
4.1 Eingänge
Wie bereits im Kapitel „Übertragungssignale“
erläutert, bieten sich für die Heimkinoprojektion, je nach Anforderung,
verschiedene Übertragungssignale an. Daher sollte bei der Auswahl eines
Projektors darauf geachtet werden, dass möglichst viele Signale unterstützt
werden, um die Kompatibilität mit vorhandenen oder auch zukünftigen Heimkinokomponenten
zu gewährleisten. Gute Projektoren unterstützt mindestens S-Video und
RGB Signale, neue Modelle auch YUV. Des weiteren sollte das Gerät eine
möglichst große Anzahl an separaten Eingangsbuchsen bieten, um späteres
Umstecken beim Anschluss von mehreren Geräten zu verhindern. Dies ist
besonders bei einer Deckenmontage sehr lästig. Für RGB sollten eine Sub
D Buche oder separate BNC Buchsen vorhanden sein, für YUV BNC oder Cinch
Eingänge und für S-Video ein Hosiden-Eingang.
4.2 Auflösung
Für die Schärfe und Detailtreue des projizierten
Bildes ist vor allem die Auflösung des verwendeten Projektors entscheidend.
Grundsätzlich gilt: Je höher die Auflösung, desto besser die Detailtreue
des projizierten Bildes. Die Auflösung ist bei jedem Projektor in den
technischen Daten angegeben. Dabei werden oft Beschreibungen aus dem Computerbereich
übernommen:
4.2.1 VGA (640x480 Bildpunkte)
Die Standard VGA-Auflösung ist lediglich für
die Wiedergabe von NTSC Material ausreichend. Bereits PAL verfügt über
eine höhere Auflösung. Damit sind Projektoren mit einer maximalen VGA
Auflösung hierzulande nicht empfehlenswert.
4.2.2 SVGA (800x600 Bildpunkte)
Die SVGA Auflösung liegt bereits sowohl über
dem NTSC als auch PAL Standard (vgl. Kapitel 2: Videonormen). Für normale
4:3 Bildprojektion ist sie daher geeignet. Allerdings kann die erhöhte
Auflösung von 16:9 anamorph enhanced DVDs nicht ausgenutzt werden, da
SVGA Projektoren im 16:9 Bildbereich nur eine Auflösung von 450 Zeilen
haben (Ausnahme: Speziell auf Heimkino optimierte Projektoren mit 16:9
Panels). SVGA Projektoren sind für die Heimkinoprojektion insgesamt gut
geeignet und durch ihre akzeptablen Preise weit verbreitet.
4.2.3 XGA (1024x768 Bildpunkte)
Projektoren der gehobenen Preisklasse bieten
bereits XGA Auflösung, die für die Heimkinoprojektion optimal geeignet
ist. Auch die höhere Auflösung von DVDs mit anamorphem 16:9 Bild kann
ausgenutzt werden, sofern der Projektor über eine 16:9 Umschaltung verfügt:
Im 16:9 Bereich liegt die vertikale Auflösung genau bei 576 Zeilen (PAL
Auflösung). Ferner kann mit Hilfe eines Scalers / Linedoublers die Auflösung
des Ausgangsmaterials auf die volle Auflösung von 1024x768 gesteigert
werden. Dies führt zu einer drastischen Detailverbesserung gegenüber herkömmlichem
PAL & NTSC Progressive.
4.3 Sync-Bereiche
Die horizontalen und vertikalen Syncbereiche
geben physikalisch an, welche Bildsignale und maximalen Auflösungen vom
Projektor verarbeitet werden können. Je größer der Syncbereich, desto
höhere Auflösungen und Bildwiederholfrequenzen sind möglich. Normales
Interlaced PAL bzw. NTSC entspricht einer horizontalen Frequenz von 15
kHz und einer vertikalen Frequenz von 50 bzw. 60 Hz. Progressive Signale
erfordern einen Syncbereich von 31khz.
Die Syncbereiche sind somit ein wesentlicher Faktor bei der Signalverarbeitung
von Projektoren. Moderne Projektoren sollten über einen Horizontalen Syncbereich
von 15-80 kHz und vertikalen Sync Bereich von 50 – 85 Hz verfügen. Damit
sind sie sowohl für die Videoprojektion von Progressive, HDTV als auch
für die Datenprojektion von den meisten PC-Auflösungen geeignet.
4.4 Bildeinstellmöglichkeiten
Das Wichtigste ist die Bildqualität. Um eine
optimale Bildqualität zu gewährleisten, muss der Projektor möglichst umfangreiche
Einstellmöglichkeiten haben. Von Schärfe bis Weißabgleich sollte alles
einstellbar sein. Wesentliche Einstellmöglichkeiten umfassen: Schärfe,
Kontrast, Helligkeit, Farbintensität, Farbbalance, Weißabgleich, Bildgröße,
Tint (NTSC), Phasenlage (VGA).
5. Projektortypen im Einzelnen
Dieses Kapitel stellt kurz die drei gängigen
Projektionstechniken vor und erläutert ihre Funktionsweisen Besonderheiten.
5.1 Röhrenprojektoren
Den Klassiker unter den Projektionstypen stellt
der Röhrenprojektor dar.

Röhrenprojektoren gibt es seit vielen Jahren
(früher zumeist für öffentliche und kommerzielle Vorführungen im Präsentationsbereich
genutzt) und wurden seit dem Einzug der Projektoren im Heimkinobereich
für denselbigen weiterentwickelt und optimiert. Durch diese langjährige
Optimierung alter Technik ist der Röhrenprojektor daher für den Heimkinobereich
in Sachen Bildqualität noch immer empfehlenswert.
5.1.1 Technik
Röhrenprojektoren sind dem herkömmlichen Fernseher
sehr verwandt, da das Bild, wie bei einem TV, durch
Elektronenstrahlen zeilenweise in Bildröhren erzeugt wird.

Schematische Darstellung einer
Bildröhre mit Elektronenstrahl
Ein Röhrenprojektor beinhaltet drei voneinander
unabhängige Bildröhren (für jede Grundfarbe eine) von ungewöhnlicher Helligkeitsleistung,
deren Bilder mittels großer Optiken an die Leinwand geworfen werden.

Die drei Bildröhren eines Projektors
Erst auf der Leinwand mischen sich die drei
projizierten Bilder zu dem eigentlichen Farbfernsehbild.
5.1.2 Bildqualität

Auf der Leinwand verschmelzen drei
projizierte Bilder zu einem gemeinsamen Farbbild
Vorteile guter Röhrenprojektoren sind eine
sehr natürlich wirkende Farbwiedergabe, ein hoher Kontrastumfang und ein
sehr guter Schwarzpegel.
Ein weiterer Vorteil des durch Röhren produzierten Projektionsbildes ist
die sehr homogene Ausleuchtung. Wie bei einem Fernseher ist der Abfall
der Helligkeit in den Ecken des Bildes sehr gering. "Hot Spots"
sind bei modernen Röhrenprojektoren nicht existent.
Die Bildqualität verschiedener Röhrenprojektoren-Modelle ist jedoch sehr
schwankend. Auch wenn plastische tiefe, dreidimensionale Bilder dem Käufer
wichtig sind, erfüllt so manche Röhre auch diesen Anspruch nur im Ansatz.
Bei den mittelklasse Geräten gibt es auch hier Schwächen. Billigere (oder
gebrauchte) Modelle haben in der Regel nur eine mäßige Lichtausbeute,
die einen schwachen Kontrastumfang zur Folge haben. Das Ergebnis ist ein
"flau" wirkendes Bild, ähnlich wie bei einem alten Fernseher.
Schwarz kann nicht gehalten werden und wird bei kontrastreichen Dunkelszenen
überstrahlt. Manche Szenen erscheinen dadurch etwas milchig, ein Manko,
das normal nur der Digitalen Fraktion angelastet wird. Zudem zeichnen
solche gebrauchten Mittelklassegeräte meist wirklich etwas weich, was
auch nicht jedermanns Sache ist. Die wenigsten Röhren sind wirklich farbkorrigiert,
was dazu führt, dass z.B. reine Rottöne eher orange wirken. Man sieht
schnell, dass auch bei den CRT Geräten schnell Abstriche gemacht werden
müssen. Eine komplette Abdunklung des Raumes ist in jedem Fall unerlässlich.
Polarisierende Leinwände, die die Lichtausbeute erhöhen (siehe Kapitel
6.3: Abdunklung), sind in Verbindung mit Röhrenprojektoren auch nicht
unbedingt erste Wahl, da durch die verschiedenen Einfallswinkel des Lichtes
der drei Projektionsröhren (Rot, Grün, Blau) Farbverschiebungen in bestimmten
Bereichen des Bildes entstehen können. Die besten Ergebnisse werden mit
einem lichtstarken Projektor in Verbindung mit einer hochwertigen, gut
reflektierenden Leinwand erzielt.
Auch die Bildgröße ist entscheidend für die Bildhelligkeit. Je größer
die auszuleuchtende Fläche, desto geringer die Bildhelligkeit. Hier sollte
sich der Laie unbedingt vom Fachmann beraten lassen.
Ein weiteres Problem, das sich durch die mit Röhren erzeugte Bilddarstellung
ergibt, ist bei Interlaced Signalen die Zeilenstruktur des projizierten
Bildes. Genau wie bei einem herkömmlichen Fernseher wird das Bild mit
Zeilensprung dargestellt (siehe Kapitel 2.1).
Was bei einem Fernseher jedoch kein allzu großes Problem darstellt, kann
bei einem Röhrenprojektor, bedingt durch die Bildgröße, zu einem Problem
werden, das sich sehr störend bemerkbar macht. So zittern horizontale
waagerechte Linien mit hohem Kontrast, oder bei vertikalen Kameraschwenks
werden die schwarzen (augenblicklich nicht beleuchtenden geraden oder
ungeraden) Linien deutlich sichtbar. Es entsteht der Eindruck eines horizontal
gestreiften Bildes. Abhilfe schafft hier eine Verkleinerung des Bildes
oder eine Vergrößerung des Betrachtungsabstandes, da hierdurch die einzelnen
Linien des Bildes "schmaler" werden und weniger auffallen.
Durch Verwendung eines Progresssive Scan DVD Players (siehe Kapitel 2.2)
lässt sich diese Problem jedoch leicht beheben, sofern der Projektor über
einen ausreichenden Syncbereich von 31kHz verfügt (vergleiche Kapitel
4.3: Sync-Bereiche).
Wem auch die Progressive Auflösung nicht gut genug ist, der sollte auf
einen HDTV-tauglichen Projektor in Verbindung mit einem Linedoubler /
Scaler oder HTPC (HomeTheaterPC) zurückgreifen. Er wandelt die auf der
DVD gespeicherten PAL bzw. NTSC Bildinformationen auf hochauflösendes
HDTV um. Linedoubler / Scaler müssen zwischen DVD Player und Projektor
geschaltet werden. Je nach Ausführung verdoppelt der Linedoubler einfach
die Zeilen oder interpoliert neue hinzu. Interpolierende Linedoubler sind
zu empfehlen, da sie tatsächlich die Detailauflösung des Bildes erhöhen.
Reine Zeilenverdopplung führt zwar zur Verminderung des Zeileneffektes,
ergibt jedoch keine höhere Detaildarstellung. Viele neue Röhrenprojektoren
haben solche Linedoubler (oder auch Quadrupler) bereits eingebaut und
sind per Menü aktivierbar.
Die Linedoubler / HDTV Projektoren Kombination ist aber ein vielfaches
teurer als herkömmliche Röhren- / LCD- / DLP-Projektoren und daher nicht
für jedermann erschwinglich. Allerdings kann auch mit einem herkömmlichen
Projektor ein sehr gutes Bild ohne allzu störende Zeilenstruktur erzielt
werden, solange man die Bildgröße nicht übertreibt. Auch das 16:9 Enhancing
vieler DVDs erhöht die Auflösung des Bildes erheblich. Auf eine 16:9 Umschaltung
sollte beim Projektorkauf daher unbedingt geachtet werden.
Der berüchtigte 50-Hz bzw. 60 Hz Flimmereffekt von Fernsehern stellt übrigens
bei Projektoren kaum ein Problem dar, da hier erstens das betrachte Bild
ein reflektiertes Bild ist (bei einem Fernseher wird man direkt angestrahlt)
und zweitens durch ein etwas trägeres Verhalten der Projektorröhren Flimmereffekte
noch einmal relativiert werden.
Durch seine Verwandtschaft mit Fernsehern erzeugt der Röhrenprojektor
ein Bild, das wenig gewöhnungsbedürftig ist und ist daher besonders zu
empfehlen.
5.1.3 Installation
Die Hauptnachteile eines Röhrenprojektors
gegenüber anderer Projektionstypen liegen vor allen Dingen in der aufwändigen
Installation.
Durch die notwendigen riesigen Optiken (und derer gleich drei) ist es
unmöglich, einen Röhrenprojektor mit Zoomobjektiven auszustatten. Um eine
gewünschte Bildgröße zu erzielen muss also ein genau vorgegebener Projektor
<-> Leinwand Abstand eingehalten werden. Dies hat oft zur Folge,
dass der Projektor in Raummitte oder Ende aufgestellt werden muss. Bedingt
durch seine Größe kann sich dies sehr störend auf die Raumeinteilung auswirken,
besonders wenn es sich bei dem Heimkinoraum gleichzeitig um ein Wohnzimmer
handelt. Ist der Projektor nämlich einmal aufgestellt und justiert, sollte
er auf keinen Fall mehr bewegt werden. Eine dauerhafte Installation ist
unbedingt notwendig. Zu empfehlen ist die Deckenmontage.
Die Bildjustage des Röhrenprojektors gestaltet sich ebenfalls ungeheuer
schwierig. Mit unzähligen Bildgeometriereglern muss das Bild auf die richtigen
Proportionen eingestellt und gleichzeitig eine optimale Farbdeckung (Konvergenz)
der drei verschieden Bildröhren erzielt werden. Dies erfordert selbst
bei einem Fachmann einige Stunden der Justage und ist von einem Laien
nahezu undurchführbar. Lediglich sehr teure High-End-Projektoren verfügen
über eine digitale Konvergenzeinstellung per Fernbedienung und selbst
hier ist ein gewisses Maß an Fachwissen von Nöten.
Wo derart viele Parameter darüber entscheiden, ob ein Top- oder nur Durchschnittsbild
erzielt wird, passiert es nämlich schnell, dass ein Abgleich einzelner
Einstellungen falsch gemacht wird (einfach aus Unwissenheit) und somit
der teure Röhrenprojektor deutlich unter seinen Möglichkeiten bleibt.
Dies bezieht sich nicht nur auf die Konvergenz sondern auch auf unzählige
andere Bildeinstellungen wie Astigmatismus, Scheimpflug, Gain, Bias u.s.w.
Beim Kauf eines Röhrenprojektors sollte man also unbedingt die Installationskosten
in den Anschaffungspreis hineinkalkulieren, denn nichts ist frustrierender
als eine schlechte Bildqualität aufgrund mangelnder Montagekenntnisse.
Ist der Röhrenprojektor jedoch zur Zufriedenheit installiert und justiert,
bringt er viele Stunden des Filmgenusses, da die Lebensdauer der Bildröhren
bei normal eingestelltem Kontrast und Helligkeit zwischen 8000 und 9000
Stunden beträgt. Man kann sich also rund 5000 Filme ansehen, was bei selbst
bei täglicher Anwendung viele Jahre Lebensdauer bedeutet. Bildröhren gehen
nicht von einem Tag auf den anderen kaputt, sondern verlieren langsam
ihre Bildhelligkeit (genau wie bei einem Fernseher). Beim Kauf von Gebrauchtgeräten
ist dennoch Vorsicht geboten, da es für den Laien sehr schwer ist, den
Zustand der Röhren zu beurteilen. Dadurch kann der Erstkauf eine böse
Erfahrung werden. Geräte können auf den ersten Blick kaum sichtbar schon
so abgenutzt sein, dass keine ordentliche Grauskala und keine vernünftige
Schärfe und Bildhelligkeit mehr zu erreichen sind. Dabei spielt tückischerweise
die Betriebszeit eine untergeordnete Rolle. Ein Gerät kann nach 1000 Stunden
am Ende sein, ein anderes bei 5000 Stunden noch solch ein Potential haben,
dass der echte Freak dafür seine Großmutter verkaufen würde...
Ein Grund dafür ist der Einsatz des Gerätes. Eines lief im Naturkundemuseum
konservativ eingestellt im interlace-Betrieb mit Video 3000 Stunden, das
nächste musste 1000 Stunden Dauerstreß im PC-Betrieb bei Präsentationen
in nicht voll abdunkelbaren Räumen aushalten. Beim ersten sind die Röhren
fast wie neu, beim zweiten sind sie praktisch hinüber.
Ein weiterer Punkt sind massive Serienstreuungen in den Bauteilen. Man
spricht hier vom Potential der Elektronik. Ein Gerät hat hohes Potential,
das nächste gleicher Baureihe und gleichem Alters ist nur mittelmäßig.
Die richtig gute Röhre zu finden ist also schon eine Wissenschaft für
sich. Es gibt aber einige Spezialisten in Deutschland, die sehr gute Röhren
verkaufen und diese auch so abgleichen, dass das Potential genutzt wird.
Solche Geräte kosten gebraucht noch eine Menge Geld, sind dann aber vom
Bild her allen Digitalen wirklich diskussionslos überlegen, in allen Parametern,
außer vielleicht der absoluten Helligkeit nach Ansi-Norm. Drei Meter Bildbreite
sind mit solchen Geräten aber ohne Abstriche machbar.
5.2 LCD-Projektoren
Wer von dem ungeheueren Aufwand eines Röhrenprojektors
abgeschreckt wird, jedoch nicht auf das Erlebnis Großbild verzichten möchte,
der sollte die Anschaffung eines LCD-Projektors in Erwägung ziehen.

Ursprünglich für Präsentationen im PC-Multimediabereich
entwickelt, hat die LCD Technologie im Laufe der neunziger Jahre auch
im Heimkinobereich Einzug erhalten und gegenüber anderen Projektionstechniken
wie Röhre oder DLP die Marktführung übernommen. Grund hierfür sind die
hohen Leistungsmerkmale kombiniert mit sehr leichter Installation, kompakten
Ausmaßen und bezahlbaren Preisen. Heute sind LCD Projektoren die mit Abstand
meist verkauften Projektoren sowohl im kommerziellen als auch privaten
Bereich. Sie sind in allen Preis- und Ausstattungsklassen erhältlich und
ihre Aufstellung gestaltet sich im Vergleich zu Röhrenprojektoren als
nahezu "kinderleicht".
Ihre Ausmaße sind nicht wesentlich größer als die eines Diaprojektors
und auch die Aufstellung gestaltet sich ähnlich leicht.
5.2.1 Projektionstechnik
Ein LCD-Projektor arbeitet prinzipiell wie
ein Diaprojektor. Im Inneren des Gerätes befinden
sich drei winzig kleine LCD-"Dias" (Panels) mit einer Diagonale
von nur 0,9 Zoll. Diese kleinen Panels bestehen aus unzählig vielen Flüssigkristall-Zellen,
von denen jede einem Bildpunkt entspricht (bei einem XGA Projektor z.B.
1024 x 768 = 786432).

Ein LCD Panel
Da die verwendeten Panels monochrom arbeiten,
werden drei separate Panels für jede einzelne Grundfarbe benutzt. Die
drei Bilder werden anschließend optisch kombiniert und als Farbbild auf
die Leinwand projiziert.

Aufbau eines LCD Projektors
Um aus dem Weißlicht der verwendeten Lampe
die einzelnen Grundfarben zu erzeugen sind teildurchlässige Spiegel und
Prismen notwendig. Diese Spezialspiegel lassen grundsätzlich nur Licht
einer Wellenlänge (Farbe) hindurch und reflektieren das restliche Licht.
Das folgende Diagramm zeigt den theoretischen Aufbau eines LCD-Projektors:

Der erste teildurchlässige Spiegel ist nur
für blaues Licht durchlässig und reflektiert das Restlicht, das Gelb erscheint.
Das blaue Licht wird über einen normalen Spiegel in das erste LCD Panel
geleitet. Das gelbe Restlicht hingegen trifft erneut auf einen halbdurchlässigen
Spiegel, der rotes Licht passieren lässt und den grünen Lichtanteil in
das zweite LCD Panel reflektiert. Das rote Licht wird über zwei weitere
Spiegel in das dritte LCD Panel gelenkt. Die jeweiligen LCD Panels arbeiten
als Filter und lassen, der ihnen zugeordneten Farbe entsprechend, nur
dort Licht hindurch, wo es auf dem zu projizierenden Bild notwendig ist.
Dieser Zyklus wiederholt sich Bild für Bild, bei Standardvideo 50 bzw.
60 mal pro Sekunde.
Nachdem die drei Grundfarben die jeweiligen LCD Panels passiert haben,
werden sie von einer Kombination aus Spezialprismen wieder zusammengebündelt
und verlassen den Projektor durch eine gemeinsame Optik, die sie als fertiges
buntes Bild an die Leinwand projiziert.
Die einzelnen LCDs müssen so präzise im Projektor installiert sein, dass
sie genau deckungsgleich arbeiten (Konvergenz). Dieser Anspruch ist unter
anderem ein Grund für die recht hohen Herstellungskosten von 3 Panel LCD
Projektoren. Um aufwendige Konvergenzeinstellungen wie bei einem Röhrenprojektor
muss sich aber der Endkunde zumindest keine Sorgen mehr machen.
5.2.2 Bildqualität
So praktisch diese Methode der Bilddarstellung
auch klingen mag, sie bringt jedoch Probleme mit sich, die sich störend
auf die Bildqualität auswirken können. Hauptproblem ist hier die Auflösung
der einzelnen LCD-Panels. Auf ungeheurem kleinen Raum sind hundert Tausende
von Bildpunkten vorhanden, die alle unabhängig voneinander ansteuerbar
sein müssen. Hier liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen LCD-Projektoren
verschiedener Preisklassen. Ältere und einfache Modelle verfügen oft nur
über eine ausreichende oder mangelhafte Auflösung, die unter der Auflösung
der PAL bzw. NTSC-Norm liegt (vergleiche Kapitel 4.2: Auflösung). Das
Ergebnis ist ein "gerastertes" Projektionsbild, bei dem man
die einzelnen Bildpunkte deutlich erkennen kann. Das Bild wirkt, als ob
man es durch ein Fliegengitter betrachten würde. Abhilfe kann hier nur
ein Unscharfstellen des Bildes schaffen.
Neuere und teurere LCD Projektoren verfügen über wesentlich mehr Bildpunkte,
die auf der Leinwand wesentlich kleiner erscheinen und eine viel höhere
Detailwiedergabe ermöglichen. Je höher die Auflösung, desto feingerasterter
das Bild. Zwar sind zwischen den einzelnen Bildpunkten, bedingt durch
die LCD Technologie, immer noch kleine schwarze Abstände vorhanden, aber
bei angemessener Bildgröße und Betrachtungsabstand sind diese nicht mehr
wahrnehmbar.
Ein weiteres Problem, das durch die LCD-Technik entsteht, ist der nicht
perfekte Schwarzpegel. Die LCD Panels lassen immer ein gewisses Restlicht
hindurch und selbst bei einem völlig schwarzen Bildsignal erscheint das
projizierte Bild eher dunkelgrau als schwarz. Dies macht sich besonders
bei dunklen Szenen (z.B. Nachtaufnahmen) störend bemerkbar, wo die Bildtiefe
deutlich leidet. Auch die Letterboxbalken eines Filmes sind dunkelgrau
statt schwarz. Allerdings ist dieses Problem bei genauer Betrachtung auch
in öffentlichen Film-Kinos vorhanden. Nur selten ist in einem öffentlichen
Kino schwarz auch wirklich schwarz. Doch die LCD-Technik bietet auch Vorteile
gegenüber der Röhrentechnik: LCD Displays arbeiten, im Gegensatz zu Röhren,
grundsätzlich nicht im Zeilensprungverfahren. Bei herkömmlichen (Interlaced)
Bildsignalen muss daher das interne Videoboard aus den Halbbildern ein
Bild errechnen, das auf die Auflösung der LCD Panels angepasst ist (Deinterlacing).
Das Bild wird nicht mehr durch Halbbilder erzeugt und der störende Interlace-Effekt
entfällt. Damit bieten LCD / DLP Projektoren bei Standard-Interlaced-Video-Signalen
einen entscheidenden Vorteil gegenüber Röhrenprojektoren.
Viele LCD-Geräte haben jedoch schwache interne Lösungen für das Deinterlacing.
Für eine optimale Bildwiedergabe ist man somit häufig auf einen externen
progressiven DVD-Player, Scaler oder Heimkino PC angewiesen. Im Gegensatz
zu den teureren DLP-Geräten findet man selten gute interne Verarbeitungschips
wie Faroudja´s DCDi Technik. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, z.b. das
neue Gerät von Yamaha, das wir hier bald vorstellen werden.
Jedenfalls kommen die meisten LCD-Projektoren mit externen Scalern oder
Heimkino PC´s ganz gut zurecht, ohne Bildruckeln oder Tearing (Zerreissen
von Bildinhalten bei Bewegung) zu erzeugen.
Die weitere Güte der Bewegtdarstellung hängt von der Trägheit der verwendeten
Panels ab, leichte Nachzieheffekte sind in der Regel aber nur aus ganz
geringer Entfernung zum projizierten Bild zu sehen.
Die Durchleuchtung durch eine einzige Halogenlampe erzeugt außerdem ein
konstant ausgeleuchtetes Bild
ohne jeglichen Flimmereffekt (wie bei einem 100Hz Fernseher). Allerdings
ist bei dem Kauf des Projektors darauf zu achten, dass der Projektor die
gesamte Bildfläche gleichmäßig ausleuchtet und keinen "Hot Spot"
(d.h. wesentlich höhere Helligkeit in der Bildmitte) aufweist. Doch moderne
LCD Projektoren haben dieses Problem eher selten.
Auch die Farbwiedergabe ist von Projektortyp zu Projektortyp sehr unterschiedlich.
Viele LCD Projektoren sind auf Computerbildprojektion optimiert und haben
dadurch eine eher unnatürliche Farbwiedergabe. Für das Heimkino sollte
man also auf LCD Projektoren, die auf Filmwiedergabe optimiert sind, zurückgreifen.
Hier ist die Farbdarstellung bei vielen neuen Modellen sehr ordentlich
und steht der von z.B. DLP Projektoren (siehe 5.3) nicht unbedingt nach.
Hauptprobleme bei LCD-Technik sind mögliche Pixelfehler, Shading (Farbverläufe
zu den Ecken oder Kanten des Bildes) und vertikale Streifen. All diese
Fehler können auftreten, müssen aber nicht, je nach Qualität des Modells.
5.2.3 Installation
Enorme Vorteile bietet der LCD Projektor,
wie bereits oben erwähnt, durch seine einfache Installation. Die Bildgröße
ist bei guten Geräten durch ein Zoom-Objektiv justierbar und damit der
Projektor-Bild-Abstand variabel. Allerdings fällt der Projektionsabstand
recht hoch aus. Für größere Bilddiagonalen muss ein LCD Projektor in der
Regel hinter der Sitzposition im Raum und damit zwangsläufig an der Decke
montiert werden. Die Bildeinstellungen selber sind mit ein paar Handgriffen
am Gerät und auf der Fernbedienung in wenigen Minuten vollzogen. Durch
seine relativ geringen Ausmaße ist ein LCD Projektor portabel und kann
nach dem Filmvergnügen im Schrank verstaut werden oder bei Freunden auf
Partys zum Einsatz kommen.
Einziger Installationsnachteil gegenüber dem Röhrenprojektor ist die hohe
Geräuschkulisse. Da die verwendeten Lampen sehr heiß werden, benötigt
der Projektor starke Kühlventilatoren, die besonders bei ruhigen Filmszenen
störend auffallen. Von Spezialanbietern sind zwar spezielle Schalldämpfgehäuse
erhältlich, allerdings sind diese sehr kostspielig und eliminieren das
Problem nicht vollständig. An ein gewisses Grundrauschen muss man sich
also gewöhnen.
5.2.4 Besonderheiten
Die Vorteile einer 16:9 enhanced DVD lassen
sich nur dann ausnutzen, wenn der LCD Projektor über eine ausreichende
Auflösung (mindestens XGA) und eine 16:9 Umschaltung verfügt. Von bestimmten
Herstellern, werden auch spezielle 16:9 LCD Projektoren angeboten, die
über 16:9 LCD-Panels verfügen und somit den vollen Auflösungsgenuss des
DVD Mediums erlauben.
Lebensdauer und Preis der Lampen variieren von Projektortyp zu Projektortyp
und sollten beim Fachhändler vor dem Kauf erfragt werden. Durchschnittlich
liegt die Lebensdauer bei 1000 bis 2000 Stunden. Eine neu entwickelte
Projektionslampe aus dem Hause Philips, die UHP (Ultra High Pressure)
Lampe, verfügt über eine enorm hohe Lebensdauer von bis zu 6000 Betriebsstunden.
Projektoren, die diese neuartige Lampe verwenden sind daher wesentlich
wirtschaftlicher: Immerhin kosten Ersatzlampen zwischen € 250.- und €
500.-. Auf sachgemäße Bedienung muss ebenfalls geachtet werden. Besonders
häufiges Ein- und Ausschalten des Projektors sowie vorzeitiges Trennen
vom Netz nach Gebrauch verkürzen die Lebensdauer ungemein. Die Lampe kann
wie eine herkömmliche Zimmerglühlampe plötzlich durchbrennen und der Kauf
einer Ersatzglühlampe wird nötig.
Beim Kauf von gebrauchten Projektoren ist hier vor allem Vorsicht geboten.
Das gesparte Geld kann man leicht durch das kostspielige vorzeitige Ersetzen
der Glühlampe wieder verlieren.
Alles in allem bietet der LCD Projektor eine weniger aufwändige Alternative
zum Röhrenprojektor, die allerdings eine nicht ganz so große Bildwiedergabe
ermöglicht. LCD-Technik ist Leuten zu empfehlen, die preiswerte Technik
suchen und denen helle, pixelscharfe Bilder wichtiger sind als hohe Bildtiefe.
Die Vielzahl der unterschiedlichen Ausstattungsvarianten, die sich direkt
auf die Bildqualität auswirken, erfordert den Rat eines Fachmannes oder
einen genauen Angebotsvergleich. Preislich sind Einstiegsmodelle ab 2000.-
Euro erhältlich, HighEnd Geräte liegen bei 6000.- - 8000.- Euro.
5.3 DLP Projektoren
Die dritte hier vorgestellte Projektionstechnik
ist die relative junge DLP (Digital Light Processing) Technik, entwickelt
von der Firma Texas Instruments.

DLP Projektoren verbinden die leichte Installation
eines LCD Projektors mit einer noch höheren Bildqualität.
5.3.1 Projektionstechnik
Im Gegensatz zu LCD Projektoren werden hier
keine Panels durchleuchtet sondern das Bild wird von winzigen Spiegelpanels
reflektiert. Diese Spiegel bilden die Oberfläche eines Halbleiter-Chips,
dem sogenannten DMD (Digital Micromirror Device).

Explosionszeichnung eines einzelnen
DMD-Spiegels
Der nur 16 Quadratmikrometer große Spiegel
besteht aus drei Schichten. Zwischen den Schichten sind winzige Zwischenräume,
die es dem Spiegel erlauben, sich um +/- 10° zu kippen, bei neueren Modellen
sogar 12°.
Jeder einzelne Spiegel ist in der Lage, sich mehr als 1000 mal in einer
Sekunde zu kippen. Diese enorme Geschwindigkeit macht es möglich verschiedene
Graustufen einfach durch die Häufigkeit des Kippvorgangs zu erzeugen.

DMD Chip mit unzähligen Spiegeln
Auf dem Chip befinden sich, je nach Auflösung,
mehrere Hunderttausend kleiner Spiegel. Bei einem DLP Projektor mit XGA
Auflösung sind es 786432 einzelne Spiegel.
Die Lebensdauer eines DMD Chips ist trotz der hohen Beanspruchung extrem
lang: Laut Texas Instruments über 20 Jahre bei pausenloser Beanspruchung.
Dank der hohen möglichen Kippfrequenz ist es ferner möglich, in einem
Projektor nur einen einzigen DMD Chip anstelle von dreien zu verwenden.
Anstatt die drei Grundfarben gleichzeitig zu bearbeiten, werden sie nacheinander
mit Hilfe eines Farbrades and die Leinwand projiziert (sequentielle Farbwiedergabe).
Durch die Trägheit des menschlichen Auges vermischen sich die monochromen
Bilder der Grundfarben im Gehirn zu einem einzigen farbigen Bild.

Vereinfachte Darstellung der „Ein
Chip DLP Technik“
Das Farbrad befindet sich zwischen der Projektorlampe
und dem DMD Chip. Es zeigt die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Entsprechend
der gerade aktuellen Farbe reflektieren die kleinen Spiegel auf dem Chip
nur an den Stellen Licht, wo es gerade gebraucht wird. Durch die Geschwindigkeit
der Kippvorgänge wird die Lichtmenge an jedem Bildpunkt individuell beeinflusst.
Alle drei Farben werden in der Zeit, in der ein Bild angezeigt wird (PAL
1/50 sek., NTSC 1/60 sek.), durchlaufen.
Einige Projektoren haben auf dem Farbrad neben den drei Farbsegmenten
noch einen farblosen Weiß-Bereich, um ein noch leuchtenderes Weiß und
helle Farbnuancen zu produzieren. Die Lichtausbeute soll dadurch gesteigert
werden. Neuere, lichtstärkere Projektionslampen machen dies jedoch, je
nach Modell, überflüssig.
5.3.2 Bildqualität
Durch das reflektierende Bilderzeugungssystem
ergibt sich eine wesentlich höhere Lichtausbeute
als bei einem LCD Projektor. Die neueren Geräte liefern grosse, helle
und pixelscharfe Bilder, die je nach Gerät sehr kontrastreich und farbstark
ausfallen können.
Auch die Detailtreue und Auflösung erscheint, trotz gleicher Anzahl von
Bildpunkten, bei DLP Projektoren noch besser, da so gut wie keine sichtbaren
Abstände zwischen den einzelnen Pixeln mehr existieren. Lediglich bei
genauester Betrachtung sind sie auszumachen.

Links: LCD, Rechts: DLP
Störendes Restlicht stellt bei der DLP Projektion
ebenfalls kein großes Problem dar. Zwar erscheint Schwarz auch bei der
DLP Projektion nur als Grau, aber Schwarzwert und der damit verbundene
Kontrast sind wesentlich höher als bei LCD Projektoren. Kontrastreiche
Dunkelszenen gefallen, da das menschliche Auge schwarze Bildanteile viel
tiefer wahrnimmt, wenn helle Bildanteile daneben stehen. Hier sind nur
die Röhrenprojektoren der DLP Technik überlegen.
Die Farbwiedergabequalität hängt stark von dem einzelnen Fabrikat ab.
Farben stellen viele der neuen Geräte recht natürlich da, wenngleich ein
CRT Projektor meist noch etwas homogener in diesem Bereich arbeitet. Man
solle auch darauf achten, dass man ein Gerät kauft, das auf Heimkinoprojektion
und nicht auf Computer-Präsentationen optimiert ist. Hier hat sich in
den letzten Jahren eine Menge getan. Die neueste Gerätegeneration verfügt
über echte 16/9 Panels mit 1280x720 Bildpunkten und hat dank neuer 12
Grad Spiegeltechnik und verbesserten Lichtpfaden und Optiken schon Kontrast
und Durchzeichnungswerte erreicht, die dicht an die hier führende CRT
Technik heranreichen.
Aber die Single Chip DLP Technik mit ihrer sequentiellen Farbwiedergabe
birgt auch Probleme: Da die Trägheit des Auges von Mensch zu Mensch variiert,
nehmen manche Menschen Veränderungen schneller wahr als andere. Dies bewirkt,
das solche Personen bei dem von einem DLP-Projektor projizierten Bild
stellenweise, besonders bei starken Kontrasten wie z.B. weiße Schrift
auf schwarzem Grund, die Grundfarben getrennt wahrnehmen. So entstehen
an den Rändern heller Flächen Regenbogen Effekte. Für viele, bei denen
das Auge träger reagiert, werden diese Effekte erst dann sichtbar, wenn
man blinzelt oder den Blick schnell über eine größere Distanz (von Rand
zu Rand) bewegt. Dieses sogenannte „Farbblitzen“ lässt sich bei der DLP
Technologie nur durch Verwendung von drei separaten DMD-Chips vermeiden.
Diese Technik wird aber nur im professionellen Bereich eingesetzt und
ist für den Heimanwender daher unbezahlbar und unpraktikabel. Die Hersteller
haben sich in den letzten Jahren durch spezielles Design der Farbräder
und erhöhen der Drehzahl des Rades bemüht, das Farbblitzen (auch „Rainbow-Effekt“
gennant) immer mehr zu kaschieren. Je nach Empfindlichkeit des Betrachterauges
kann der Effekt aber selbst bei den neuesten Geräten der 14.000 Euro Klasse
noch erahnt werden. Auch gibt es Personen, die das Farbblitzen nicht sehen,
dennoch aber dadurch begründet das Filmeschauen über DLP ermüdend empfinden.
Bevor man sich einen DLP Projektor zulegt, sollte man bei Testvorführungen
zunächst die eigene Empfindlichkeit gegenüber dem Farbblitzen überprüfen.
Ein weiteres bauartbedingtes Problem ist die Bewegt-Darstellung. Wenn
Kameraschwenks gezeigt werden, stellt sich bei allen Geräten mehr oder
minder eine gewisse Unruhe, manchmal sogar leichte Unschärfe ein. Dieser
Effekt ist allerdings sehr subtil, das Bildempfinden ist meist trotzdem
ein absolutes Erlebnis, man muss aber doch erwähnen, das CRT-Projektoren
in diesem Punkt überlegen sind. Wir haben bis heute keinen DLP gesehen,
der Bewegungen so sauber wie ein Röhrengerät (hier sogar unabhängig von
der Qualität des Röhrenprojektors) darstellen kann.
Zuletzt sollte noch die Art der Bildpunkt-Darstellung durch Kippen von
Mikrospiegeln erwähnt werden, die für den dritten kleinen Artefakt sorgen,
dem so genannten Kippspiegel-Effekt. (KSE)
Dieser Effekt wird im Bild durch Unruhe in stehenden Flächen oder bewegten
Flächen mit geringer Farbabstufung wahrgenommen. Es sieht aus wie Bildrauschen
durch kleine „Ameisen“ in den betroffenen Bildbereichen. Zu sehen ist
dieser Artefakt bei den guten neueren Geräten allerdings nur aus sehr
geringem Betrachtungsabstand; einem Abstand bei dem manchen Betrachter
die Zeilenstruktur eines CRT-Gerätes selbst bei progressiver (zeilenverdoppelnder)
Zuspielung mehr stören könnte als dieser Artefakt. Auch hier gilt wieder
„gezieltes Anschauen“ von Geräten um für sich zu bestimmen „was ist mir
wichtig, was stört mich, womit kann ich gut leben“.
Um in den Genuss eines guten Bildes zu kommen bedürfen DLP Projektoren
wie LCD Projektoren einer guten Zuspielung.
Hier gilt folgende Regel bei DLP Geräten: Hat das Gerät, das man erwerben
will, einen wirklich guten Deinterlacer, d.h. kann es das Signal der Quelle
artefaktfrei zu einem Vollbild wandeln? Wenn dies nicht der Fall ist,
würde später ein externer Deinterlacer wie ein progressiver DVD-Player
oder externer Linedoubler/Scaler oder ein Heimkino PC nötig werden.
Viele DLP´s haben leider hier Probleme, ein externes VGA Signal wiederzugeben
ohne systembedingt leichtes Bildruckeln oder Tearing (Zerreißen von Bildinhalten
bei Bewegung) zu erzeugen.
S-Video- oder Komponentensignale geben die heutigen DLP´s dagegen ohne
Ruckeln oder Tearing aus. Die neueste 16:9 Generation z.B. verfügt ferner
über sehr gute interne Lösungen, sodass man sich gar nicht erst mit externen
„Bildverbesserern“ und deren Problemen mit der VGA-Einspielung rumärgern
muss. DCDi ist hier ein Schlagwort, wenn ein Gerät damit ausgerüstet ist,
erhält man perfekte Wiedergabe schon mit den normalen interlace Zuspielern
wie Dbox, Sat-Receiver oder normalen DVD-Playern.
5.3.3 Installation
Äußerlich unterscheidet sich der DLP Projektor
kaum von einem LCD Projektor. Die Größe ist vergleichbar und die Installation
genauso einfach. Die Ausleuchtung wird ebenfalls von einer Halogenlampe
übernommen, was leider auch zu oben erwähnten Lüftergeräuschen und Lebensdauerproblemen
führt (siehe LCD Projektoren).
5.3.4 Besonderheiten
Sämtliche Installationseigenschaften und Probleme
(Projektionsabstand, Lampenlebensdauer etc.) von LCD Projektoren (siehe
Kapitel 5.2.4: Besonderheiten) treffen auch auf DLP Projektoren zu: 16:9
anamorphe DVDs werden auch hier nur von Projektoren mit ausreichender
Auflösung und 16:9 Umschaltung ausgenutzt.
Gute DLP Projektoren verbinden eine hervorragende Bildqualität mit einfacher
Installation und Portabilität. Wer also ein überdurchschnittlich gutes
Bild sucht, ohne wochenlang justieren und lernen zu müssen, findet hier
womöglich den für ihn perfekten Bildwerfer. Mit der neuen HD2 DLP Generation
ist man den Röhrentugenden wie Schwarzwert, Kontrast und Durchzeichnung
schon sehr dicht auf den Fersen. Dadurch entstehen sehr plastische dreidimensional
wirkende Bilder mit satter Leuchtkraft. Ein Bildgenuss, der das durchschnittliche
öffentliche Kino schon in vielen Punkten übertreffen kann. Zudem wird
ein solcher meist schicker kleiner Beamer im Haushalt auch vom Partner
eher akzeptiert, als das 70KG gebrauchte Röhrenmonster was ausgesucht
vom Fachmann kommen sollte und im Topzustand sein muss, um den DLP bildtechnisch
zu übertreffen...und das auch nur nach Stunden,Tagen, manchmal monatelangen
Abgleich oder aber Justierung durch einen Fachmann. Ein Luxus der allerdings
seinen Preis hat. Aufgrund der noch recht neuen Technik sind DLP Projektoren
preislich wesentlich höher angesiedelt als ihre LCD Konkurrenten. Die
Einstiegspreise liegen bei ca. 3000.- Euro, High End Modelle bei 10.000.-
Euro.
5.4 D-ILA Projektoren
Die letzte Gattung, nach unserer Meinung die
Königsklasse unter den Digitalen, ist die D-ILA (Direct Drive Image Light
Amplifier ) Technologie, entwickelt von JVC.
Projektoren dieser Art sind vor 5 Jahren auf dem Markt erschienen und
waren von Anfang an auf Präsentationen ausgelegt. Heutzutage gibt es die
ersten Heimkino-optimierten Modelle.(DLA 150CL, SX21)
Einzelne Erstmodelle wie den G10 gibt es zu attraktiven Preisen am Gebrauchtmarkt.

DLA G-10
5.4.1 Projektionstechnik
D-ILA Projektoren benutzen spezielle Liquid
Crystal Devices (LCD), den sogenannten LCOS (Liquid Crystal on Silicon)
Panels. Im Gegensatz zur herkömmlichen LCD Technologie werden diese Panels
jedoch nicht wie Dias durchleuchtet, sondern sie arbeiten reflektiv, ähnlich
wie DMD Chips bei der DLP Technik.

Aufbau eines LCOS Devices
Die Pixelelektroden reflektieren wie kleine
Spiegel. Davor befindet sich die Flüssigkristall-Schicht, durch die das
Bild erzeugt wird.
Durch einen halbdurchlässigen Spiegel wird das Licht der Projektionslampe
auf das LCOS Device geworfen, reflektiert und durch Optiken auf die Leinwand
projiziert.

Der Lichtweg einer D-ILA Projektion
Die LCOS Panels arbeiten monochrom, für jede
Grundfarbe wird ein eigenes Panel verwendet. Das Licht der Projektionsbirne
(leistungstarke Xenon Lampe) wird in die drei Grundfarben aufgeteilt und
nach der Bildbearbeitung wieder zusammengebündelt und verlässt den Projektor
durch eine gemeinsame Optik (vergleiche 5.2.1 LCD Projektionstechnik).
5.4.2 Bildqualität
Durch oben beschriebene Technik ergeben sich
mehrere Vorteile gegenüber andern Digital-Technologien.
Die Ansteuerungssignalleitungen (driver & address line) sind hinter
den Elektroden plaziert und somit nicht im Lichtweg. Dadurch kann der
Abstand der Pixel untereinander derart verkleinert werden, dass der Rastereffekt
bei D-ILA Projektionen praktisch nicht mehr existent ist. Der Abstand
ist sogar noch geringer als bei DLP Projektoren. D-ILA Projektoren erreichen
einen Füllfaktor (Anteil der Pixelflächen am Geamtbild) von 93%, DLP Projektoren
88% und herkömmliche LCD Projektoren nur 60%, da hier die Leiterbahnen
im Lichtweg liegen. Dadurch ist das Raster bei DLP ca. doppelt so gross
wie bei der D-ILA Technik, bei LCD ist es um ein vielfaches grösser.
Auch ist die Auflösung anderen Digitaltechnologien überlegen. D-ILA Projektoren
verfügen über eine Auflösung von 1360x1024 Bildpunkten, genug um auch
zukünftige HDTV Signale weitgehendst nutzen zu können. Highend Modelle
(die jedoch noch unbezahlbar sind), bieten sogar QXGA Auflösung (2048x1536
Pixel) für sehr große Bilddiagonalen.
Wenn man sich obige Diagramme genau ansieht, wird man bemerken, dass die
Flüssigkristallschicht zweimal im Lichtweg durchleuchtet wird (vor und
nach der Reflektion). Das Restlicht, dass durch dunkle Pixel immernoch
hindurchscheint, kann so noch weiter minimiert werden. Dadurch ergibt
sich ein verbesserter Kontrast und Schwarzwert.
Auch die Farben erscheinen, nicht zuletzt dank der verwendeten Lampe,
als die natürlichsten und kräftigsten Farben der gesamten Digitaltechnik.
Da in D-ILA Projektoren drei Panels verwendet werden und damit kein Farbrad
gebraucht wird, existiert das störende Phänomen des Farbblitzens (vergleiche
5.3.2) nicht.
Zudem erzeugt ein D-ILA keinerlei digitale Bildartefakte, so dass er von
der Homogenität im Bild und in den Bewegungen durchaus mit Röhrentechnik
vergleichbar ist.
Doch so gut all diese Stärken eines D-ILA Projektors auch klingen, man
bekommt sie nur dann zu Gesicht, wenn das Gerät optimal kalibriert ist.
Und genau hier liegt das Problem. Ältere (bezahlbare) Geräte sind oft
nicht Heimkino-optimiert, d.h. sie zeigen wenig Kontrast (250:1) und oftmals
Ausreißer in der Grauabstufung. Kalibriert wird ein D-ILA Projektor nicht
über die Fernbedienung (die On-Screen Einstellmöglichkeiten sind sehr
minimalistisch), sondern mit Hilfe eines über RS-232 Schnitstelle angeschlossenen
PCs und entsprechender Software. Mit bestimmten Tools (z.B. der Dilard
Software) können die Geräte dann komplett auf Heimkino optimiert werden.
Manuell ist dies mindestens so schwierig wie Röhrenprojektoren einzustellen,
mit einem automatischem Tool (750$ mit Farbsensor) geht es bedeutend besser
aber auch hier sind noch „Klippen zu umschiffen“. Cine4Home wird sich
mit diesen Themen demnächst ausführlich beschäftigen. Ein alter D-ILA
kann „top–modifiziert“ im Kontrastbereich neuester DLP Technik spielen,
bei absolut akkuraten Farben und ohne jegliche Digitalartefakte. Bei neueren
Geräten ist durch einen solchen Abgleich vermutlich sogar noch mehr zu
erreichen, das hat in Deutschland aber noch niemand dokumentiert.
Alles in allem bieten D-ILA Projektoren eine echte Alternative zum Highend
Röhrenbild. Zwar wird auch hier der absolute Schwarzwert guter Röhren
noch nicht erreicht, farblich dagegen kann ein D-ILA aber durchaus sogar
besser aussehen, zumindest im Vergleich mit Röhrengeräten ohne Farbfilterung.
Von der Kalibrierung her nehmen sich die beiden Techniken nichts, ein
optimales Bild setzt massig Erfahrung und Fachkenntnis voraus.
5.4.3 Installation
Neben oben erwähnter recht aufwändiger Kalibrierierung
birgen D-ILA Geräte oft weitere Nachteile.
Bis auf (entsprechend teure) Geräte der neuesten Generation sind sie sehr
laut, vergleichbar mit der Lautstärke eine Heizlüfters oder einer Dunstabzugshaube.
Deratige Nebengeräusche sind gerade bei ruhigeren Filmen störend und können
nur mit Hilfe einer (selbstgebauten) Schalldämmbox verringert werden.
Ferner haben alle Modelle hohe Brennweiten, das heisst der Projektionsabstand
ist im Verhältnis zur erzielten Bildgröße sehr groß. Große Bilder in kleinen
Zimmern zu projizieren ist somit schwierig bis unmöglich.
Ansonsten gelten die selben Installationsmerkmale wie bei DLP bzw. LCD
Projektoren.
5.4.4 Besonderheiten
Die Lebensdauer der Lampe, deren Preis um
1000.- Euro liegt, beträgt nur 1000 Stunden. Daher ergeben sich recht
hohe laufende Betriebskosten ( 1 Std. Film = 1.- € ), die beim Kauf nicht
ausser Acht gelassen werden sollten. Ältere Geräte (z.B. G-10) verfügen
nur über durchschnittliche DeInterlace und Skalierungs-Chips. Als Bildquelle
sind herkömmliche DVD Player alleine daher nicht zu empfehlen. Ein externer
Skaler oder Heimkino-PC ist also Pflichtprogramm.
D-ILA Projektoren verbinden die Vorteile der Digitalprojektion mit einer
hervorragenden Bildqualität. Eine Technik, die allerdings ihren Preis
hat. Neugeräte sind erst ab ca. 10.000 Euro zu erwerben. Gebrauchtgeräte
sind zwar günstig (ab 2.000 Euro), doch durch oben beschriebene Einschränkungen
ergeben sich Zusatzkosten (Lampenkosten, Schallgehäuse, externer Scaler
bzw. Heimkino PC, Kalibrierungsoftware), die mit berücksichtigt werden
müssen. Wer sich mit dem Thema Heimkinoprojektion jedoch intensiv beschäftigen
möchte und nicht davor zurückschreckt, Zeit zu investieren, der erwirbt
mit einem D-ILA Projektor ein zukunfstsicheres Gerät, das ihm auch im
kommenden Zeitalter von HDTV noch viel Freude bereiten wird.
6. Raumplanung
Neben all den technischen Aspekten sind auch
bei der räumlichen Gestaltung des Großbild Heimkinos wesentliche Aspekte
zu beachten. Unten aufgeführten Punkte sind allesamt bei der Aufstellung
eines Projektors zu beachten, und sie erfordern meist ein großes Maß an
"Anpassung" bei der Raumplanung. Nur wenn sie alle konsequent
berücksichtigt werden, kann ein Projektor seine volle Bildqualität entfalten.
In diesem Kapitel werden die wesentlichen Aspekte der Raumplanung knapp
beschrieben.
6.1 Verkabelung
Durch die höhere Anfälligkeit eines Projektors
gegenüber Bildstörungen, ist auf eine hochwertige Verkabelung Wert zu
legen. Wie bei einem Lautsprechersystem sind längere Kabel vonnöten, die
bei minderer Qualität die Bildqualität durch starkes Bildrauschen und
geringer Schärfe beeinträchtigen können.

Hochwertiges S-Video Kabel
Herkömmliche Scartkabel, wie sie für einen
Fernseher oft benutzt werden, sind für einen Projektor ungeeignet. Auch
normale "Regal-Kabel" sind durch ihren zu geringen Kabelquerschnitt
oft Ursache von Bildstörungen. Der Fachhändler gibt hier kompetente Beratung.
6.2 Betrachtungsabstand und Bildgröße
Für das subjektive Empfinden der Bildqualität
des Betrachters sind die Bildgröße und der Betrachtungsabstand entscheidend.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Betrachtungsabstand des Zuschauers zu
der Leinwand, desto besser das Qualitätsempfinden. Ein übermassig kleiner
Abstand, wie im normalen Kino, ist im Heimkino leider nicht möglich, da
die Bildqualität des Ausgangsmaterials einfach nicht hochauflösend genug
ist. Hier muss der Zuschauer selber nach persönlichen Präferenzen entscheiden,
welcher Betrachtungsabstand die für ihn beste Lösung darstellt. Eine Bilddiagonale
von rund drei Metern bei einer Raumlänge von rund sieben Metern ist bei
einem guten Röhrenprojektor zum Beispiel durchaus möglich.
6.3 Abdunklung
Da das Bild bei einem Projektor den Betrachter
nicht direkt "anstrahlt", wie es bei einem herkömmlichen Fernseher
der Falls ist, sondern von einer weißen Leinwand reflektiert wird, muss,
wie bei einem richtigen Kino, der Raum ebenfalls möglichst komplett abgedunkelt
sein. Je geringer das Restlicht im Raum, desto besser der Kontrast und
die Farbbrillanz des betrachteten Bildes.
Es empfiehlt sich ein möglichst rechteckiger Raum, der durch Rollos oder
Jalousien abgedunkelt werden kann. Sind keine Rollos vorhanden, so kann
man nur bei Dämmerung oder bei Nacht Filme betrachten, was gerade zur
Sommerzeit ein großes Ärgernis darstellt. Abhilfe kann hier nur eine polarisierende
Leinwand schaffen. Sie bündelt das Licht des Projektors und erhöht so
die Bildhelligkeit. Allerdings geht das ganze auf Kosten des möglichen
Betrachtungswinkels. Bei einer polarisierenden Leinwand muss der Betrachter
gewissermaßen "zentriert" im Raum sitzen. Sitzt er zu weit am
Rand, sieht er praktisch überhaupt nichts. Allzu viele Gäste sollte man
hier also nicht einladen. Hinzu kommt, dass selbst eine polarisierende
Leinwand kein so helles Bild erzeugt, dass eine Benutzung des Projektors
bei Tageslicht möglich wird. Sie stellt lediglich eine Linderung des Problems
dar. Auch bei ihr gilt: Je dunkler der Raum, desto besser Bildqualität
und Kontrast.
6.4 Leinwandtypen
Leinwände gibt es in allen möglichen Ausführungen
und Preisklassen. Sie sind erhältlich in Rahmenausführungen oder als Rollos
(elektrisch oder manuell).

Leinwände gibt es in allen möglichen
Variationen
Bei Rahmenausführungen (Bildmitte) ist die
Leinwand, wie bei einem Gemälde, auf einen Holz oder Metallrahmen gespannt
und wird wie ein Bild an die Wand gehängt. Dies hat den Vorteil, dass
die Leinwand weder Falten wirft, noch sich bei Luftzirkulationen im Raum
bewegt. Allerdings ist sie für ein Wohnzimmerheimkino nur beschränkt zu
empfehlen, es sei denn, ein langweiliges weißes Bild an der Wand macht
einem bei Tageslicht nichts aus. Richtet man sich jedoch einen extra Heimkino-Raum
ein, ist sie erste Wahl. Rollo-Ausführungen (Bild links u. rechts motorbetrieben)
einer Leinwand sind wesentlich flexibler als Rahmenausführungen, da man
sie an der Decke auch mitten im Raum installieren und sie bei Bedarf unauffällig
"verschwinden" lassen kann. Mit ihr muss sich das Projektionsbild
keinesfalls direkt an einer Wand befinden, wie dies bei einer Rahmenleinwand
der Fall ist. Hängt man sie zudem direkt vor ein Fenster, so kann sie
gleichzeitig die Aufgabe der Raumabdunklung übernehmen, wie ein "normales"
Rollo. Denn Leinwände sind in der Regel lichtundurchlässig. Mögliche Nachteile
einer Rollo-Leinwand sind eine leichte Wölbungen oder Faltenbildung. Sie
hängt jedoch von der gewählten Qualität und Leinwandgröße ab.
Unabhängig von dem Typ, für den man sich entscheidet, sollte man jedoch
unbedingt darauf achten, dass die Leinwand einen schmalen schwarzen Rand
(ca. 5cm) aufweist. Dies ermöglicht das perfekte Anpassen des Projektorbildes
auf die Leinwandgröße, ohne dass das projizierte Bild über die Leinwandränder
"hinausragt".
Bei der Platzierung ist darauf zu achten, dass sich die Lautsprecher neben
beziehungsweise unter (Center) der Leinwand befinden. Auf jeden Fall sollte
es vermieden werden, die Lautsprecher hinter der Leinwand zu positionieren,
da die Leinwand wie eine dünne Wand den Schall dämpft. Zwar gibt es spezielle
perforierte Leinwandtypen, doch diese sind in der Regel unbezahlbar und
die Perforation kann sich störend auf die Bildqualität auswirken. Die
Positionierung der Boxen neben und unter der Leinwand stellt klar die
bessere und einfachere Lösung dar.
6.5 Projektor
Der Projektor selber steht, je nach Projektionstechnik
und Marke, wenige Meter zentriert vor der Leinwand. Dies stellt in der
Regel das größte Problem bei der Raumplanung dar: Bei Wohnzimmern stehen
oft genau an der perfekten Position für den Projektor bereits andere Möbel,
wie Tische oder Sessel. Hier kann man entweder versuchen, den Projektor
unauffällig unter einem Couchtisch zu platzieren, oder ihn an der Decke
zu montieren. Besonders ästhetisch ist der Anblick eines Videoprojektors
aber nicht (selbst mit Pininfarina Design) und Probleme mit der Freundin
oder Ehefrau sind zwangsläufig die Folge. Die Deckenmontage bietet den
großen Vorteil, dass man die Zuschauercouch oder Sessel auch unter dem
Projektor platzieren kann. Denn meistens ist der Platz, an dem der Projektor
steht, auch gleichzeitig der optimale Platz für den Betrachter. Allerdings
ist darauf zu achten, dass keine Lampe zwischen dem Projektor und der
Leinwand hängt.

Projektionsabstand und Bildgröße
sind direkt miteinander gekoppelt
Bei der Bodenmontage ist die perfekte Zuschauerposition
hinter dem Projektor. Daher bietet sich ein Couchtisch zum "Tarnen"
des Projektors an. Bei Röhrenprojektoren sollte die Positionierung des
Gerätes eine einmalige Sache sein, da eine Verschiebung um wenige Zentimeter
bereits eine komplette Neu-Justage bedeuten kann. Einfacher gestaltet
sich die Installation eines LCD oder DLP Projektors. Er kann einfach,
wie ein Diaprojektor, auf den Tisch gestellt werden und ist mit wenigen
Handgriffen selbst von einem Laien zu justieren. Nach dem Filmvergnügen
kann er wieder unauffällig im Schrank verstaut werden. Ohne Deckenmontage
lassen sich aber nur kleinere Bilddiagonalen realisieren. Bei größeren
Bilddiagonalen kommt die optimale Positionierung eines LCD oder DLP Projektors
oft in die Quere mit anderen Möbeln, was wiederum eine Deckenmontage erforderlich
macht (vergleiche Kapitel 5.2.3.Installation) Selbst Zoomobjektive, wie
sie höherwertige Modelle bieten, können hier nur bedingt Abhilfe schaffen.
Abschließend kann vereinfacht zusammengefasst werden, dass ein rechteckiger,
abdunkelbarer Raum, indem sich die Leinwand an einem Ende, der Projektor
ungefähr in der Mitte am Boden, auf einem Tisch oder an der Decke und
die Zuschauercouch im hinteren Drittel des Raumes befinden, das ideale
Projektionsheimkino darstellt.
7. Fazit
Eine Heimkinoanlage ist nicht so leicht gekauft
und installiert wie ein herkömmliches Fernsehgerät. Sie erfordert eine
intensive Einarbeitung in die Materie, denn schon bei Fehlern im Detail
kann das Vergnügen erheblich eingeschränkt werden. Doch wer einmal in
den Genuss des heimischen Großbildes kommt, der wird es nicht mehr missen
wollen.
Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen einen ansatzweisen Einblick in die
Wissenschaft der Großbildprojektion geben konnte und Sie Ihrem eigenen
Großbild-Heimkino ein Stück näher bringt.
E. Schmitt
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