| Test: LCD Projektor Panasonic PT-AE3000 |
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Noch mehr Kontrast, mehr Schärfe, mehr Flexibilität... |
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3. Bildtest Nun kommen wir zum besonders ausführlichen Bildtest. Vorab dazu ein paar Erläuterungen: Panasonic-Projektoren bieten ab Werk seit Generationen sieben verschiedene Voreinstellungen, die jeweils auf verschiedene Einsatzzwecke und Geschmäcker getrimmt sind. Daher ist es in einem objektiven Test auch obligatorisch, verschiedene Modi zu untersuchen, um die vielfältigen Leistungsfähigkeiten eines Projektors aufzeigen zu können. An dieser Stelle geben wir vorab den Überblick über die wichtigsten Presets und ihre Einsatzzwecke.
- Color 1: Bei diesem Modus sind Farbtemperatur und Grundfarben auf die Videonorm abgestimmt. Theoretisch sollte dieser Modus farblich am neutralsten sein. - Normal: Der Allround-Modus, der universell auch für das TV-Schauen einsetzbar sein soll. - Dynamic: Bei Dynamic werden alle Lichtreserven ungeachtet der Farbgenauigkeit ausgereizt. Daher ist dieser Modus nützlich, wenn in hellen Räumen ohne Abdunklung projiziert werden soll.
Seit FullHD mit rund zwei Millionen Bildpixeln ist das Thema Fliegengitter in den Hintergrund gerückt und stört kaum noch jemanden. Der Grund ist ganz einfach: Die einzelnen Pixel und ihre Abstände zueinander sind bei normalen Heimkinobildbreiten nun so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum noch wahrnehmen kann. Und dennoch hält Panasonic weiterhin an der "Screen-Smooth" Technologie fest und hat sie im Falle der FullHD Projektoren sogar stets weiterentwickelt. Durch eine spezielle Optik werden die Kanten der einzelnen Pixel weichgezeichnet, so dass die schwarzen Lücken nahezu verschwinden.
Der oft bemängelte Schärfeverlust der Technik kann von uns nicht bestätigt werden: Der PT-AE4000 ist genauso scharf, wie die meisten anderen FullHD-Beamer. Mehr dazu folgt im Kapitel Bildschärfe.
Das nach wie vor komplexeste Thema in Sachen Heimkino ist der Farbraum- oder -umfang. Er umschreibt alle darstellbaren Farben, die der Projektor praktisch auf der Leinwand erzeugen kann. Je nach Technik ergeben sich verschiedene Potentiale in Sachen Farben. Ausgangsbasis ist das Filmoriginal, das eine sehr große Farbenvielfalt aufweist, die unserem Sehvermögen nahe kommt (großer Farbraum). Dem gegenüber steht die total veraltete Videonorm, deren Grundfarben relativ blass ausfallen und die daher nur einen Teilbereich aller Kino-Farben reproduzieren kann.
Obiges Diagramm macht die Unterschiede deutlich: Das bunte Hufeisen zeigt schematisch alle Farbnuancen, die unser menschliches Auge wahrnehmen kann. Das große Dreieck darin umschreibt alle Farbtöne, die ein digitales Kino reproduzieren kann (Digital Cinema). Das kleine Dreieck hingegen zeigt den relativ kleinen Farbraum unserer HD-Norm. Wie man sieht, besteht eine signifikante Abweichung zum digitalen Kino, unsere Videonorm kann leider nur wesentlich weniger Farbnuancen darstellen, als es das Kino voraussetzt. Zwangsläufig verloren gehen alle Farnuancen, die innerhalb des großen Dreicks, aber außerhalb des kleinen liegen (weiße Pfeile). Im Ergebnis heißt das: Sehr kräftige Kinofarben werden im Heimkino niemals so kräftig reproduziert, zumindest nicht, wenn man sich strikt an die Videonorm hält.
Interessant war zunächst, ob die neue Projektionslampe sich auf die Farbdarstellung des Projektors auswirkt, dazu haben wir zunächst den Farbraum gemessen. Wir aktivieren den "Cinema"-Modus, bei dem der neue "Pure Color Filter Pro" in den Lichtweg geschoben wird.
Das Problem eines so großen Farbraumes ist es, dass unsere Kaufsoftware, sprich DVDs und Blu-rays, nicht dafür ausgelegt sind. Denn alle Farbmischungen im Bild basieren auf den drei Grundfarben (Eckpunkte des Dreiecks) und wenn man hier zu kräftige Farbnuancen wählt, wird das Bild in vielen Szenen zu kräftig. Besonders in Gesichts- und Naturfarben kann diese Übersättigung auffallen. Gewisse Kompromisse in der Farbgenauigkeit sind daher unumgänglich. Um diese Kompromisse sinnvoll zu gewichten, hat man Hilfe aus Hollywood herangezogen. Dort gibt es hochbezahlte Farbexperten, sogenannte "Color-Timer", deren Beruf daraus besteht, die Farbkompositionen von Kinofilmen nachträglich zu optimieren. David Bernstein stand als Berater zur Verfügung, um dem PT-AE4000 einen möglichst großen Farbraum zu verleihen, dennoch die Bilddarstellung möglichst natürlich erscheinen zu lassen. Doch Wunder kann auch er nicht bewirken, eine perfekte Farbdarstellung erreicht der Cinema1-Modus nicht. Er ist gedacht für alle, die eher Kompromisse in der Farbgenauigkeit als in der Lebendigkeit der Farben eingehen wollen.
Nicht so beim PT-AE4000: Die neue Red Rich - Lampe und der speziell auf sie abgestimmte Pure Color Filter Pro bewirken einen wesentlich geringeren Lichtverlust bei der Filterung der Primärfarben, lediglich 25% verliert der Projektor seiner maximalen Helligkeit bei korrekten Farben. Dieser Kompromiss ist als sehr gut und technisch kaum noch besser machbar anzusehen, zumindest mit der herkömmlichen UHP-Lampentechnologie. Kräftige Farben und Licht sind für den 4000er kein Problem.
Die Farben Grün und Rot sind leicht übersättigt, so dass auch dieser Modus einen Hang zum "zu Buntsein" hat, mit der Perfektion des Color1-Modus kann der Normal-Modus daher nicht mithalten, aber:
3.2.2 Farbraumkalibrierung durch das neue Color-Management des PT-AE4000 Wir erinnern uns an das Kapitel 2 ("Bedienung") dieses Tests: Dort haben wir festgestellt, dass der PT-AE4000 erstmals über ein klassisches Color-Management verfügt, mit dem man alle Primär- und Sekundärfarben in Helligkeit, Sättigung und Farbton korrigieren kann:
Wir haben das Color-Management aufgerufen und versucht, den Farbraum des Normal-Modus näher auf die Videonorm abzustimmen. Tatsächlich ist s möglich, eine sehr gute Abstimmung zu erreichen. Lediglich eine kleine Abweichung in Grün und Zyan bleibt bei den meisten Geräten (Serienstreuung!) unkorrigierbar, weil das native Farbspektrum der UHP-Lampe nicht ganz ausreicht. Kalibriert man stattdesen einen Modus, der den internen Farbfilter nutzt, so ist absolute Perfektion durch eine Kalibrierung möglich:
Noch komplizierter wird es bei den Sekundärfarben: Hier haben die Farbsättigunsgregler zusätzlich Einfluss auf den Farbton und umgekehrt. Man muss mit allen drei Reglern stets gleichzeitig "jonglieren", bis alle Parameter messtechnisch letztendlich passen. Für geübte Kalibrierer ist dieses System beherrschbar, aber zu den einfachsten seiner Gattung gehört es keinesfalls! Zudem kann der "Color1"-Modus nicht nachkalibriert werden, weil hier leider das Color-Management im Menü deaktiviert wurde.
In Sachen Farbraum erhält der Panasonic PT-AE4000 beinahe Referenzstatus: Er bietet Presets für besonders große Farbräume, für perfekt auf die Videonorm abgestimmte Farbräume, für einen Farbraum mit möglichst hoher Lichtausbeute und zu alledem auch noch ein vollwertiges Color-Management. Vielseitiger und durchdachter geht es kaum, kritikwürdig sind lediglich die Interaktionen der Parameter des Color Managements und der nicht weiter korrigierbare Color1-Modus. Insgesamt hat Panasonic durch diese Weiterentwicklung des 4000ers zu Epson und JVC aufgeschlossen.
Unabdingbar für die akkurate Farbdarstellung ist der Weißabgleich, alle neutralen Graustufen müssen auf die von der Videonorm festgelegte Farbtemperatur von 6500K / D65 abgestimmt sein, damit das Mischverhältnis der Grundfarben stimmt. Der eingebaute PureColor-Filter Pro hat nicht nur den Zweck, den Farbraum des Projektors zu erweitern (vgl. oben), sondern stimmt auch die Farbtemperatur der Projektionslampe optisch auf die von der Videonorm erforderlichen 6500K (D65) ab. Dadurch wird ein hoher nativer Kontrast mit einer akkuraten Farbtemperatur kombiniert. Da die Cinema1 / Color1 den internen Filter verwenden, zeigen sie besonders präzise Ergebnisse:
Über alle Helligkeiten hinweg zeigt sich eine hervorragende Annäherung an die Videonorm, lediglich in helleren Bereichen schleicht sich ein kleiner Rotüberschuss ein. Die Toleranzen sind insgesamt jedoch so gering, dass nur absolute Perfektionisten hier noch nachjustieren würden.
3.3.2 "Cinema1"-Modus
Da der Cinema1-Modus einen größeren Farbraum aufweist als der Color1-Modus, führt die ähnliche Abstimmung aber dennoch zu anderen Bildergebnissen im Filmbetrieb: Die Farben sind insgesamt kräftiger, was sich vor allem in Gesichts- und Naturfarben zeigt.
3.3.3 "Cinema2"-Modus
Der Rotmangel lässt das Bild bläulich / grünlich erscheinen. Erschwerend kommt der große Farbraum mit Betonung auf der Grundfarbe Grün hinzu, so dass der Cinema2-Modus zu unnatürlich erscheint.
3.3.4 "Color2"-Modus
Durch den Blaumangel von rund 20% wirkt die Bilddarstellung zu gelblich, was sich besonders störend bei Spielfilmen bemerkbar macht.
3.3.5 "Cinema3"-Modus
Aufgrund unserer lokalen Sehgewohnheiten fällt so ein Blauüberschuss im Bild zwar nicht zu störend auf, für eine akkurate Farbreproduktion ist dieser Modus aber ebenfalls nicht zu empfehlen.
3.3.6 "Normal"-Modus
Einen Anspruch auf genaue Farben erhebt der Modus nicht, doch die zu kühle Darstellung wird vom Auge verziehen. Als Kompromiss für die hohe Helligkeit ist dies hinnehmbar, zudem kann der Projektor auch nachträglich kalibriert werden und bleibt dennoch relativ hell. Nicht selten wird dieser Modus von Laien als besonders ansprechend wahrgenommen, ganz einfach, weil er sehr hell ist.
3.3.7 "Dynamik"-Modus
Der inhomogene Farbverlauf zusammen mit dem großen Rotmangel von über 30% beeinträchtigt aber eine glaubwürdige Bilddarstellung ungemein. Trotz maximaler Helligkeit und maximalem Kontrast ist dieser Modus so nicht zu empfehlen, es sein denn, man braucht wirklich alle Lichtreserven.
Und wieder rufen wir uns die stark verbesserten Korrekturmöglichkeiten des PT-AE4000 ins Gedächtnis, auch in Sachen Farbtemperatur: Während der PT-AE3000 lediglich die üblichen RGB-Regler für Helligkeit und Kontrast aufweist, bietet der 4000er nun einen vollständigen RGB-Equalizer, bei dem jede Grundfarbe in neun verschiedenen Angriffspunkten einzeln justiert werden kann.
Der Vorteil dieses zusätzlichen Systems ist es, dass man nun gezielt auch in den mittleren Helligkeiten die Farbtemperatur korrigieren kann. Die ungleichmäßigen Farbverläufe von Normal oder Dynamik sind so sehr leicht zu korrigieren. Auch ist dieses System wesentlich einfacher zu verstehen und bietet ingesamt wesentlich mehr Präzision. Dementsprechend perfekt könenn die kalibrierten Endergebnisse ausfallen. Ausnahmslos jeder(!) Modus, von Cinema1/2/3 über Color 1/2 bis hin zu Normal und Dynamik lässt sich in allen relevanten Helligkeitsbereichen punktgenau kalibrieren:
Der neue interne Farbfilter, die UHP-Lampe mit der verbesserten Rotausbeute und die umfangreichen Einstellmöglichkeiten machen den PT-AE4000 in seiner möglichen Farbdarstellung ungemein flexibel und perfekt. Der Anwender kann sie jedem Anspruch und jeder Anwendung anpassen, verschiedene Presets machen dies auch für Anfänger sehr einfach. Viele Kalibriertools lassen auch für Experten keine Wünsche offen. "Last but not least" verbessert der bessere Farbfilter die Lichtausbeute und damit die Bildqualität der Cinema- und Color- Presets. Der Panasonic Beamer heimst in dieser Domäne daher Höchstnoten ein.
Wie im Kapitel Technik erläutert, sollen die neue Red Rich Lampe und der optimierte Pure Color Filter 2 vor allem die Lichtausbeute und damit auch den Kontrast des PT-AE4000 gegenüber seinen Vorgängern signifikant steigern. Gleichzeitig arbeiten drei weitere Techniken (Pure Contrast Plates, adaptive Blende und adaptive Lampensteuerung) der vergangenen Generationen ebenfalls daran, die Bildplastizität zu maximieren. Wir waren auf die Messergebnisse gespannt und vor allem darauf, ob sich Steigerungen, falls sie denn vorhanden sind, auch sichtbar die Bildqualität fördern. Auf geht's...
Trotz der moderaten Nutzung der adaptiven Blende konnter der Dynamikumfang ebenfalls merklich gesteigert werden. Sie erhöht den Kontrast durchschnitlich um den Faktor 2 bis 3, was von vorneherein störende Nebeneffekte wie z.B. Bildpumpen ausschließt. Durch die Echtzeit-Ansteuerung und den ausgefeilten Gammaausgleich ist selbst bei schnellen Hell -> Dunkel - Wechseln kein Bildpumpen zu verzeichnen. Eine so "vernünftige" Nutzung der Blende sorgt auch dafür, dass störende Nebeneffekte, wie zu starkes Abdunkeln von hellen Elementen bei Bildern mit hohem Schwarzanteil, vermieden werden. Es ging offensichtlich nicht darum, unter allen Umständen den höchstmöglichen Kontrast zu erzeugen, sondern eine gesunde Abstimmung zwischen nativem Kontrast, Schwarzwert und maximaler Helligkeit, ohne störende Nebeneffekte, zu erzielen. Den moderaten Einsatz der adaptiven Blende wollen wir an dieser Stelle ausdrücklich loben, weil hier die Priorität auf eine vernünftige Erhöhung des Dynamikumfanges ohne Nebenwirkungen gelegt wurde, anstatt Marketing-Werte und Schwarzwert auf neue Referenz-Level zu bringen, die auf den ersten Blick eine neue Bildqualität suggerieren, auf den zweiten Blick (sprich daheim) dann aber auch ihr zweites, negatives Gesicht (störende Nebenwirkungen) offenbaren. Aber die Geschmäcker sind manchmal verschieden und so mancher Heimkinofan setzt die Priorität auf einen maximalen Schwarzwert. Das System wäre insgesamt noch flexibler, wenn der Anwender die Agressivität der dynamischen Blende selbst, z.B. in verschiedenen Stufen, regeln könnte. Andere Hersteller setzen solche Optionen bereits seit geraumer Zeit mit großem Erfolg in ihren Beamern ein (z.B. Mitsubishi mit den HC6800 / 7000).
3.5.1 Auswirkung des Zoombereichs auf die Lichtleistung:
3.5.2 Auswirkung des Zoombereichs auf den Kontrast:
3.5.3 Besonderheiten des Modus "Dynamik" Grundsätzlich ist die adaptive Blende im Dynamik-Modus so programmiert, dass sie einen Kontrast von rund 16000:1 gewährleistet. Stellt man den Lampenmodus aber auf "Normal", so beträgt der Kontrast bis zu rund 100,000:1 (kein Messfehler!). Die Blende arbeitet dabei nach einem speziellen Prinzip: Nach "normaler" Arbeitsweise schließt sich die Blende in Echtzeit schlagartig, so dass 15000:1 auch bei schnellen Filmsschnitten von hell nach dunkel gewährleistet sind. Nach einer Wartezeit von ca. drei Sekunden schließt sich die Blende dann weiter in kleinen Schritten. Dies macht sie ebenfalls unsichtbar, so dass Filmszenen, die lange dunkel bleiben, in den folgenden Sekunden weiter "nachdunkeln". So wird ein optimaler Schwarzwert in dunklen Passagen gewährleistet.
Wichtige Anmerkung:
Die verschiedenen Bildmodi verleihen dem Gerät zudem eine große Vielseitigkeit in Sachen Schwarzwert, Helligkeit und Kontrast. Je nach persönlicher Prioritätensetzung wählt man entweder einen der Kino-Modi für eine Kombination aus guten Farben und hohem Schwarzwert, oder den Normal-Modus für eine besonders hohe Helligkeit. Nach wie vor lassen lassen sich aber nicht alle Höchstwerte miteinander kombinieren. So ist ein maximaler Kontrast nur bei kleinem Zoom und mit weniger Licht möglich und umgekehrt. Dies sind jedoch die derzeitigen Grenzen der Physik und nicht negativ zu bewerten. Im Sehtest lässt der Projektor seinen Vorgänger merklich hinter sich: Auch in den Kino-Modi ist das Bild strahlend, gleichzeitig sorgt ein guter Schwarzwert dafür, dass dunkle Bilder räumlich tief wirken, weil kein Grauschleier sie überdeckt. Der hohe native Kontrast, der durch die dynamische Blende intelligent je nach Bildinhalt verlagert wird, sorgt für eine hohe Dreidimensionalität. Lediglich "Schwarzwertfetischisten" kommen mit dem 4000er nicht ganz auf ihre Kosten, weil die adaptive Blende in ihrem maximalen Schließgrad nicht vom Anwender beeinflusst werden kann, er ist fest an den Bildmodus gekoppelt.
3.4 Gammaverteilung / Homogenität (Know How Link hier) Das Kontrastverhältnis sorgt für den maximal möglichen Umfang der Helligkeitsstufen, die der Projektor für seine Bilddarstellung zur Verfügung hat. Das Gamma hingegen bestimmt, wie diese Helligkeitsstufen im Verhältnis zum Signalpegel genutzt werden. Auch hier bietet jedes Preset eine andere Abstimmung, je nach beabsichtigtem Einsatzzweck:
Dies wird auch in diesem Jahr bestätigt: Mit einem Anstieg von 2,24 hält sich das Color1-Preset punktgenau an den Anstieg, der für aktuelle DVDs und Blu-rays zugrunde gelegt wird. Dabei ist auch in den unteren Helligkeiten eine gute Durchzeichnung gewährleistet, keine Bildinhalte verschwinden in Schwarz.
3.4.2 "Cinema1"-Modus
Zwar ist diese Gammaverteilung eine gewisse Abweichung von der Norm, was sich durch einen subjektiv höheren Kontrast auszeichnet, allerdings nur in optimierten Kinoräumen. Cinema1 ist insgesamt ein wenig mehr auf Effekt getrimmt (wie auch schon in den kräftigen Farben).
3.4.3 "Normal"-Modus
Die Bilddarstellung wirkt in dieser Kombination sehr ansprechend, lediglich dunkle Szenen leiden unter dem helleren Schwarzwert. Eine kleine Nachkorrektur ist daher empfehlenswert (mehr dazu unten).
3.4.4 Cinema2, Color2 und Color3 Modus
3.4.5 "Dynamik"-Modus
Die Helligkeit steigt schnell an, flacht aber nach oben ab. Das Bild wirkt dadurch aufgehellt, was aber in Räumen ohne komplette Abdunklung nützlich sein kann. Ohne Korrektur verschwinden dunkle Bildelemente, erstrecht unter Restlichtbedingungen.
3.4.6 Nachträgliche Gammakorrektur
Optisch wurden keine Veränderungen gegenüber dem Vorgänger vorgenommen, so dass sich die Ergebnisse mit dem PT-AE4000 an dieser Stelle wiederholen:. Das Bild ist bei nicht zu starker Nutzung des Lensshifts über die gesamte Fläche gleichbleibend scharf, ohne Reflektionen oder optischen Verzerrungen zu den Ecken hin.
Die Ausleuchtung ist ebenfalls über das gesamte Bild so gleichmäßig, dass im Filmbetrieb keine Aufhellungen oder Abschattungen zu erkennen sind, auch nicht bei aktivierter dynamischer Blende. Die Optik und SmoothScreen-Technologie testen wir mit einzelnen Pixeln. Mit Hilfe eine speziellen Testbildes projizieren wir diese kleinstmöglichen Bildelemente auf die Leinwand:
Das System zur Justage des Overscans wurde unverändert beibehalten. Die abgeschnittenen Ränder können nicht nur deaktiviert, sondern in zehn Stufen reguliert werden. So ist es möglich, wahlweise den gesamten Bildinhalt darzustellen oder störende Ränder auszublenden.
3.8 De-Interlacing (Know How Link hier) Keinen Referenz-Level erreicht der Panasonic PT-AE4000 in der Umwandlung von Halbbildern (wie schon seine Vorgänger nicht). Das Fehlen renommierter Bildprozessoren á la HQV macht sich bemerkbar:
Bei modernen Digital-Projektoren unterliegt die Detaildarstellung immer mehr speziellen Aufbereitungstechniken: Neben der herkömmlichen Signalverarbeitung sind es beim PT-AE4000 zusätzlich die neue Detail Clarity 3 Funktion und die Frame Creation Zwischenbildberechnung auf 100/120Hz. Wir untersuchen sie gesondert voneinander auf ihre jeweilige Effektivität:
Hervorragend funktioniert die MPEG-Noisereduction. Oben im Bild sieht man die unerwünschten Komprimierartefakte um die Zahlen. Aktiviert man nun die Noisereduction, so verschwinden diese unschönen Muster nahezu vollständig.
3.9.2 Skalierung Horizontal
Lediglich im gewohnt schwierigen Auflösungsbereich um 6MHz sind leichte Interferenzen zu erkennen. Sehr förderlich für die Schärfe ist zudem der nicht vorhandene Pegelabfall, hohe Auflösungen (rechts) werden genauso hell abgebildet, wie geringere.
Auch bei der Farbauflösung sind Farbtrennung und Pegel bis zur höchsten Auflösung gewährleistet, so dass die Farbdarstellung von Details nicht zu kurz kommt.
3.9.3 Skalierung Vertikal
Eine Skalierung ist nicht zu bemerken, Linearitätsschwankungen liegen auf einem unmerklichen Niveau, wovon gerade vertikale Kameraschwenks in Film und Fernsehen deutlich profitieren. So bleiben auch feine Strukturen im Filmbild vor Interferenzmustern verschont.
3.9.4 Bewegungsschärfe mit 100Hz und Frame-Creation Mit der 120Hz Zwischenbildberechnung rücken die Hersteller diesem Problem seit letztem Jahr zu Leibe, jeder mit seiner eigenen Speziallösung. Bei Panasonic heißt sie "Frame Creation" und wurde mit dem PT-AE3000 eingeführt. Beim 4000er wurde das System in weiten Teilen unverändert beibehalten, aber durch eine zusätzliche Stufe ergänzt: Im ersten Schritt betrachten wir spezielle Testsequenzen mit horizontal bewegten Realbildern nach 60Hz Videoformat: Zunächst ist das Bild statisch, dann bewegt es sich schnell horizontal wie ein Lauftext. Durch die Bewegung verwischen Konturen, das Bild ist nicht mehr so scharf wie das statische.
Im nächsten Schritt haben wir Material aus dem Fernsehen betrachtet. Hier stellt sich ein wenig Ernüchterung ein, denn: Der Schärfegewinn kann nur so gut ausfallen, wie es das Ausgangsmateial zulässt. Und da die meisten Fernsehsender mit so einer "sparsamen" Datenrate senden, bei der Bewegungen sowieso absolut unscharf werden, kann auch die 120Hz-Zwischenbildberechnung keine Wunder wirken. Einen gewissen Gewinn hat man hingegen bei hochwertiger HD-Zuspielung in Verbindung mit Sport. Bei den schnellen Bewegungen eines Fußballspiels zum Beispiel werden kleine Details, wie die Werbebanden oder die Zuschauer, besser im bewegten Bild herausgearbeitet, als ohne Zwischenbildberechnung. Ein großer "Aha-Effekt" stellt sich aber nicht ein. Für Videomaterial-Zuspielung mit 50Hz oder 60Hz gilt: Je besser die Qualität der Zuspielung, desto sichtbarer ist auch der Vorteil der Frequenzverdoppelung. Wie sieht es nun bei Spielfilmmaterial aus?
3.9.5 FrameCreation mit Spielfilmmaterial In dieser niedrigen Aufzeichnungsfrequenz des Kinos steckt aber ein großer Nachteil: Sie beträgt nur ein Bruchteil von der Geschwindigkeit, die unser Auge in der Realität wahrnehmen kann und daher stellt sich in bestimmten Bewegungen (z.B. mittelschnelle Kameraschwenks) ein strörendes Ruckeln oder Bildzittern ein, das die Natürlichkeit beeinträchtigt. Die Frame Creation von Panasonic setzt an dieser Stelle an und berechnet bis zu vier Zwischenbilder, um Bewegungen flüssiger und zugleich schärfer zu machen. Dies überprüften wir mit schwierigen Filmszenen, die aus viel Bewegung bestehen, natürlich in HD 1080/24p: Der PT-AE4000 bietet hierfür nun drei verschiedene Modi, einen mehr, als sein Vorgänger: Einen schwachen, bei dem lediglich ein Zwischenbild berechnet wird, einen mittleren, bei dem drei Zwischenbilder berechnet werden (96Hz), und einen starken, bei dem sogar vier Zwischenbilder berechnet werden (120Hz). Heimkinofans, die auf den klassische "Film-Look" nicht verzichten wollen, empfehlen wir den "schwachen" Modus. Die sehr moderate Zwischenbildberechnung führte in unserem Praxistest zu einem glaubwürdigen Kinobild, bei dem die Bewegungsschärfe ebenfalls erhöht ist. Auch hier arbeitet die Elektronik zuverlässig, störende Aussetzer sind uns bei unserem Sehtest nicht aufgefallen. Realistisch flüssiger wird es dann mit dem mittleren Modus. Dem Projektor gelingt es, aus dem Filmmaterial mit seinem typischen Mikroruckeln ein absolut flüssiges Bild zu gewinnen, das frei von Ruckeln, wie eine Videoaufnahme, eine wesentlich natürlichere Bewegungsdarstellung ermöglicht. Absolut hervorragend ist dabei der Schärfegewinn in schnellen Bewegungen oder Kameraschwenks. Der "Verschwimm"-Effekt wird deutlich reduziert. Ebenfalls erfreulich ist die Tatsache, dass die Elektronik niemals überlastet wirkt und so keine Aussetzer hat, wie die Zwischenbildberechnung vieler anderer Modelle. Der Bildaufbau bleibt stets stabil und gleichmäßig, so soll es sein. Im starken Modus letztendlich werden sogar bei schnellen Bewegungen konsequent Zwischenbilder eingefügt, wodurch die Bewegungsabläufe noch flüssiger erscheinen. Für Schärfefanatiker ist dieser Modus erste Wahl, vom 24Hz-"Film Look" bleibt aber wenig übrig. Auch in diesem neuen Modus, den der AE3000 noch nicht bot, arbeitet die Zwischenbildberechnung absolut zuverlässig und weist so gut wie keine Artefakte auf.
Die FrameCreation-Technologie ist eine sinnvolle Erweiterung, die der Bildschärfe sehr zu gute kommt. Im abgeschwächten Modus wird der Filmlook dabei auch nicht zu stark beeinträchtigt. Und bei Videomaterial wie Sport und TV bietet die Technologie ausschließlich gravierende Vorteile ohne Nachteile, da sie mit 100Hz die Bewegungsschärfe von Fußball z.B. sichtbar steigern kann (je nach Qualität der Quelle). Der neue Modus des 4000ers ist eine sinnvoller Ergänzung, die den Projektor noch flexibler macht.
Mit dem PT-AE4000 geht der Detail Clarity Prozessor auch in eine neue, dritte Generation. Das System wurde dabei erheblich komplexer: Die Schaltung erhöht die subjektive Schärfe des Bildes, indem sie die Dynamikpegel hoher Auflösungen pixelbasierend anhebt. Mit anderen Worten: Wenn ein Pixel zu seinen Nachbarn einen hohen Kontrast aufweist (z.B. Hellgrau neben Dunkelgrau), so wird sein Pegel leicht angehoben, um diesen Kontrast weiter zu steigern. Man könnte das Ganze als "dynamische, pixelbasierende Gammaanhebung" bezeichnen. Die Panasonic Lösung ist in ihrer Funktionsweise somit sehr ähnlich der "Super Resolution"-Technik der aktuellen Epson Modelle. Das gilt auch für das visuelle Bildergebnis. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir die selbe sehr hochauflösende Bildszene von der Blu-ray "Casino Royal" gewählt, die Totale des Marcusplatzes.
Das Detail-Clarity 3-System von Panasonic hält, was es verspricht, und erhöht das Schärfeempfinden, ohne störendes "Ringing" (Doppelkonturen), zu provozieren. Doch dazu muss auch gesagt werden, dass es sich hierbei um eine gezielte (Gamma-) Verfremdung des Originalbildes handelt und stellenweise so künstlich "angespitzt" wirkt. Und bei mäßiger Qualität des Ausgangsmaterial können Artefakte verstärkt erscheinen. Wie immer sollte hier der persönliche Anspruch entscheiden.
Jeder 3Chip-Projektor, egal welcher Technik, zeigt innerhalb des Bildes leichte Toleranzen in der Farbtemperatur. Dieses Phänomen wird mit den Begriffen "Color Uniformity" oder "Shading" umschrieben. Je höher die Color Uniformity bzw. je geringer das Shading, desto geringer die Gefahr störender Verfärbungen in Teilbereichen des Bildes. Ziel der Hersteller ist es daher, die unvermeidbare Farbwolkenbildungen auf einem möglichst geringen Niveau zu halten, so dass sie während des Filmbetriebs nicht auffallen. Beim PT-AE4000 zeigen sich die Toleranzen wie schon bei den Vorgängern sehr gering. Alle von uns gesichteten Seriengeräte zeigten im Filmbetrieb keine störenden Farbwolken, so dass die Serienstreuung offensichtlich vorbildlich gering ausfällt. In Bildfüllenenden Graustufen kann aber in gewissen Helligkeiten je nach Serienstreuung eine kleiner Rotsich in einem der Bildviertel gesehen werden.
Der neue Panasonic PT-AE4000 ist sicherlich keine Revolution, sondern er stellt erneut eher eine konsequente Weiterentwicklung eines guten Produktes dar. In dieser Generation verfolgten die Ingenieure die Absicht, den Bedienkomfort und die Einstellmöglichkeiten zu verbessern und dabei mehr Lichtreserven für eine besonders große 21:9 Cinemascope Projektion zu bieten, was nach wie vor das Hauptthema und Alleinstellungsmerkmal des Panasonic Projektors darstellt. Beides ist gelungen, besonders die neue Lampentechnologie mit mehr Rotausbeute macht sich bezahlt. Sie bewirkt, dass der Projektor nach einer Kalibrierung deutlich mehr Helligkeit und Kontrast aufweist, als sein Vorgänger. Vor allem die zusätzliche Lichtausbeute wird viele Fans des "strahlenden Bildes" erfreuen. Der neue Pure Color Filter Pro ist zudem ebenfalls hervorragend auf das neue Lampenspektrum abgeglichen, so dass die "Cinema-" und "Color-" Presets ebenfalls angenehm hell und für größere Bildbreiten tauglich erscheinen. Zu Verbesserung der weiteren Bildeigenschaften setzte man diesmal hauptsächlich auf Software und Signalverarbeitung. Wie schon der Vorgänger PT-AE3000 verfügt auch der 4000er über beindruckend gewissenhaft abgestimmte Werksmodi, die auf verschiedene Geschmäcker und Ansprüche abzielen: Im Color1-Modus ist die Farbdarstellung durch einen genau abgestimmten Farbraum und dem dazu passenden D65-Weißabgleich nahezu perfekt ab Werk. Alle Farben erscheinen auf der Leinwand so, wie es von den DVD/Blu-ray-Machern beabsichtigt wurde. An keiner Stelle wirkt das Bild künstlich übersättigt oder zu blass. Die Signalverarbeitung unterstützt dabei fließende Farbübergänge und minimiert störende Farbreduktionen, soweit möglich. Wenn sich auf der Leinwand einmal ein farbliches Artefakt zeigt, so kommt es von der Quelle, nicht dem Projektor. Diese Presets werden nun sehr leistungsgfähig durch zusätzliche Kalibrier-Tools im Bildmenü ergänzt: Mit dem aufwändigen Gamma-Equalizer und dem komplett neuen Color-Management ist, je nach Fähigkeiten des Kalibrieres, eine absolute Perfektion in Bildkomposition und Farben möglich.
Dem Aspekt der Bildschärfe hat man sich schließlich mit dem neuen Prozessor "Detail Clarity 3" und einem dritten Modus in der Zwischenbildberechnung gewidmet. Beide Verbesserungen sind deutlich erkennbar und machen den PT-AE4000 zu einem der schärfsten auf dem Markt. Dazu sind sie sehr flexibel justierbar und auf jeden Geschmack "eichbar". Übrigens: Das Vorurteil, dass die Smooth-Screen Technologie Schärfe kostet, können wir deutlich verneinen! Beim Thema Signalverarbeitung wurde hingegen das De-Interlacing erneut sträflich vernachlässigt bzw. gar nicht verändert: Es kommt zwar mit Videomaterial gut zurecht, aber bei Spielfilmen gerät es oft aus dem Tritt. Das Thema De-Interlacing ist schon so alt, wie Digitalprojektoren, und es verwundert uns immer auf ein Neues, dass es nicht selten immer noch nicht perfekt gelöst ist. Man sollte daher auf eine gute progressive Zuspielung achten, sowohl von DVD als auch Satellit. Technikbedingte Artefakte halten sich hingegen auf einem Minimum: Mit Smoothscreen können auch verkürzte Betrachtungsabstände realisiert werden, fast so, wie bei einem LCOS Projektor - ohne störende Farbwolkenbildung.
Auch die Trigger Ein- und Ausgänge fördern die heimische Bequemlichkeit, weil sie die Automatisierung von Leinwand- und Lichtsteuerung ermöglichen. Nur bedingt begeistert sind wir hingegen von dem erstmals bei einem Panasonic Beamer integrierten Viera-Link. Die Kommunikationsverzögerungen zwischen den Komponenten sind teilweise störend und die Fernbedienung bietet nicht genügend Tasten, um z.B. einen Blu-ray Player effektiv zu bedienen.
- Große Abmessungen
22. Dezember 2009, Karsten Becker, Ekkehart Schmitt
Full HD erfordert hochwertige Kabel:
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