Der Mitsubishi WD-510U
als Business und Heimkino Beamer

Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden:
Großes Bild für den kleinen Preis?

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Es ist ein offenes Geheimnis: Von Generation zu Generation werden Heimkinoprojektoren besser und dabei immer günstiger. Eine Bildqualität, für die man vor wenigen Jahren noch über €10,000 bezahlen musste, erhält man mittlerweile für unter €3000.- . Und mehr noch: Die Bildqualität der Mittelklasse-Beamer vergangener Jahre ist nun im besonders günstigen Einstiegspreisbereich um €1000.- erhältlich, wenn man sich vor dem Kauf richtig informiert.

Es wäre also ein Fehler, die derzeitige "Billigklasse" pauschal als qualitativ schlecht zu belächeln. Im Gegenteil, erstmals ist es durch sie möglich, das Thema Heimkino einer noch größeren Zielgruppe näher zu bringen und so das Erlebnis "Großbild" für fast jedermann zu ermöglichen. Je größer die Gemeinde der Heimkinofans wird, desto besser für Neuentwicklungen und Fortschritt. Aus diesem Grunde testet Cine4Home neben all den "High End" Modellen ab diesem Jahr auch verstärkt günstige Einstiegsmodelle, unsere "Beamer Olympiade" stellte bereits den Auftakt dazu dar.

In diesem Test stellen wir einen weiteren Vertreter der Kategorie "Großes Bild für kleines Geld" vor: Das Modell WD-510U stammt von dem renommierten Heimkinoexperten Mitsubishi und ist für knapp über €1000.- bei diversen Versendern oder Fachhändlern erhältlich. Er soll nicht nur daheim für das Heimkino nutzbar sein, sondern auch jederzeit als Präsentationsbeamer für die Arbeit und Konferenzen dienlich sein. Dies klingt alles nach großen Versprechen. Und ein großes Bild erzeugt er sicherlich, doch hält es auch den jeweiligen Qualtitätsansprüchen unter Heimkino- bzw. Präsentations- Gesichtspunkten stand?


Wir verweisen im Voraus auf unsere Testkriterien, die ausführlich in unserem Know How Special: "Projektoren / PlasmaTVs - Qualitätsmerkmale - Die Testkriterien von Cine4Home" beschrieben werden.

 


1. Ausstattung und Technik (Know How Link hier)

Äußerlich erscheint der Projektor sehr kompakt und kann dank seiner hellen Farbe unauffällig in einem Wohnzimmer integriert werden. Auch eine temporäre Aufstellung ist dank der geringen Abmessungen und des geringen Gewichts denkbar, schnell ist das Gerät in jedem Schrank verstaut.



Die zentrierte Optik sorgt für einen symmetrisch eleganten Aufbau und erleichtert eine genaue Ausrichtung zur Leinwand bei der Deckenmontage. Die Verarbeitung und Materialien sind wie von Mitsubishi gewohnt hochwertig und für diese Preisklasse mit gut zu bewerten.



1.1 Technik (Know How Link hier)

Im Inneren sorgt klassische DLP-Technologie für die Bilderzeugung. Ein DMD mit einer nativen WXGA-Auflösung von 1280x800 Bildpunkten, bzw. Bildspiegeln moduliert die Helligkeit, ein Farbrad sorgt für die sequentielle Grundfarbenerzeugung (zeitlich hintereinander). Wie immer untersuchen wir den Aufbau im Detail:



Nimmt man den Deckel ab, so zeigt sich die für Mitsubishi typische sorgfältige Abschirmung der Signalelektronik durch Schutzbleche. Dass auch in dieser günstigen Preisklasse keine Einsparungen gemacht wurden, ist lobend hervorzuheben.



Nach Abnehmen der Abschirmung kommt die Signalelektronik zum Vorschein. Aufwändige Bildprozessoren à la HQV oder Gennum sucht man in dieser Preisklasse vergebens. Stattdessen wird der größte Teil der Arbeit von dem integrierten Texas Instruments Chipsatz übernommen.



Unter der Hauptplatine kommen die einzelnen Lichtwegkomponenten sowie das Netzteil zum Vorschein. Überraschend ist die Tatsache, dass trotz der kompakten Abmessungen sich noch ungenutzte Leerstellen im Chassis befinden.



Links vorne befindet sich der Lampenschacht (Lampe ausgebaut). Zu bemängeln ist der Lampentausch: Er kann nur mittels Spezialwerkzeugs durchgeführt werden, das aber dem Projektor nicht beiliegt. So ist man auf den Hersteller-Service angewiesen, was zusätzliche Lampenkosten bedeutet. Gerade in dieser günstigen Preisklasse ist so ein Konzept kontraproduktiv und führt zu Punktabzug.



Direkt hinter der Projektionsoptik befindet sich die Lichtkammer mit dem DMD-Chip. Man bekommt sie zu Gesicht, wenn man den schwarzen Schutzdeckel abnimmt. Wie kompakt die Bauweise des gesamten Lichtweges im Falle des WD510 ausgefallen ist, erkennt man besonders gut, wenn man ihn aus dem Gerät herausnimmt:



Das obige Foto zeigt tatsächlich die komplette Lightengine: Durch das Farbrad gelangt das Licht in die Kammer und wird durch Spiegel und Linsen auf den DMD-Chip geleitet, welcher rückseitig durch einen passiven Kühlkörper auf moderater Betriebstemperatur gehalten wird. Nach der Lichtmodulation wird das Bild durch die kompakte Optik auf die Leinwand geworfen. Kompakter kann ein DLP-Aufbau nicht mehr ausfallen, dies spart nicht nur Platz, sondern auch Kosten.



Rückschlüsse auf die Bildqualität lässt ein Blick auf das Farbrad zu. Wie man im Bild oben deutlich erkennen kann, bietet es neben den Grundfarben (Rot, Grün, Blau) auch die Sekundärfarben Gelb und Zyan, sowie ein relativ großes Weißsegment. Durch diese Anordnung gelingt es, den für das Auge besonders hellen Grünanteil für eine halbe Umdrehung aktiv zu halten. Hierbei handelt es sich eindeutig um ein lichtoptimiertes und weniger farboptimiertes Farbrad. So überrascht es auch nicht, dass der WD510U laut Hersteller bis zu 2600 Lumen Lichtleistung auf die Leinwand bringen soll. Perfekte Farben darf man bei solchen Werten trotz Brilliant Color Algorithmus aber nicht erwarten.


Insgesamt zeigt sich ein durchdachter Aufbau, der durch seine Kompaktheit Platz und Kosten spart. Ohne große Kompromisse in der Verarbeitung ist es so gelungen, die geringe Preisklasse zu realisieren.

 


1.2 Anschlüsse

Das Anschlussboard zeigt eher eine Ausrichtung in Richtung Präsentationsprojektor und weniger eine in Richtung Heimkino. Dies wird vor allem an dem USB Anschluss und zwei analogen VGA Eingängen + Ausgang deutlich:



Anschlussboard des WD510U


Digitale Bildsignale gelangen lediglich durch eine DVI-Buchse in den Projektor, aber nahezu alle aktuellen DVD- und Bluray-Player verfügen lediglich über eine HDMI-Buchse. Zwar sind die Signale kompatibel, doch macht dies Steckeradapter notwendig. Ein zusätzlicher HDMI-Eingang wäre wünschenswert gewesen, hier gibt es für den WD510U Punktabzug.

 


1.3 Aufstellung

Kompakte DLP-Projektoren gerade günstiger Preisklassen haben oft Defizite in der Aufstellung. Durch die SingleChip-Technologie lässt sich bei ihnen nicht so leicht ein mechanischer Lensshift oder großer Zoombereich realisieren.

Um eine Installation in den meisten Wohnzimmern zu ermöglichen, hat man dem WD510U einen besonders kurzen Projektionsabstand verliehen. Die gängige Bilddiagonale von ca. 2,5m zum Beispiel erreicht der Projektor schon aus einem Abstand von 3m. So ist auch in kleinen Räumen ein großes Bild möglich.



Abstandstabelle
WD510U


Wer allerdings größere Abstände benötigt, weil er zum Beispiel den Projektor nahe an der Rückwand positionieren möchte, wird enttäuscht. Aufgrund des günstigen Preises hat man leider an der Projektionsoptik gespart.



Das kleine Objektiv (Linsen kaum größer als ein 2-Eurostück) erlaubt nur einen minimalen Zoombereich von ca. 50cm bei konstanten, Heimkinotypischen Bildbreiten von 2m bis 3m. Dies ist zu wenig, um es als flexibel zu bezeichnen. Aus diesem Grunde sollte man unbedingt vor dem Kauf überprüfen, ob eine Montage möglich ist. Hilfe gibt der praktische Abstandsrechner, den man auf der Herstellerseite findet: http://www.mitsubishi-evs.de/de/produkte/details/wd510u.html

 


2. Bedienung

Bei der Bedienung wurde das seit Jahren von Mitsubishi gewohnte Menükonzept beibehalten. Gegenüber den heimkinooptimierten Modellen wurden lediglich die Einstelloptionen etwas vereinfacht. Gegliedert sind alle Parameter in vier Hauptkategorien, die durch grafische Symbole gekennzeichnet sind.


Die erste Rubrik beinhaltet hierbei die für die Bildkalibrierung erforderlichen Funktionen. Gegenüber anderen Mitsubishimodellen wurde die Funktion Gamma in Color Enhancer umbenannt, der verschiedene Presets bereithält.

In der zweiten Kategorie können weitere Darstellungs- und Aufstellungsoptionen des Projektors genutzt werden. Neu ist hier die Funktion "Leinwand": Sie stellt verschiedene Presets für farbige Wände bereit, so dass bei der spontanen Mobil-Projektion unterwegs auch bei widrigen Umständen ein möglichst gutes Bildergebnis farblich erzielt werden kann.

Die dritte und vierte Kategorie beinhalten unter anderem weitere Signalanpassungsmöglichkeiten (z.B. Bildformat ) und Overscan.


Auch für herkömmlich analoge PC-Signale gibt es viele Einstellmöglichkeiten, wie im Screenshot oben zu erkennen. Für das Heimkino relevant ist die Overscan-Einstellung, die im Menü mit "Vollbild" gekennzeichnet wird.

Diese ganzen Menüs werden gesteuert mit der beiliegenden Fernbedienung, die im Falle des WD510U abgespeckt wirkt, wahrscheinlich des günstigen Preises wegen.



Trotz der Einsparungen handelt es sich aber um eine vollwertige Bedienung, die eine Steuerung der Menüs zuverlässig gewährleistet. Alternativ kann der Projektor auf seiner Oberseite mittels Tasten direkt gesteuert werden.

Insgesamt ist das Bedienkonzept solide und bietet genügend Optionen für die Bildkalibrierung. Die mögliche Präzision von den Heimkinooptimierten Schwestermodellen aus demselben Hause wird aber nicht geboten.

 


3. Bildqualität

Wir kommen zum Test der Bildqualität. Wie bereits eingangs erwähnt, soll der WD510U als Universalbeamer sowohl für die private Nutzung daheim als auch für Präsentationen im Beruf einsetzbar sein. Diese zwei Anwendungsbereiche stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bildqualität, weshalb wir dieses Kapitel in "Heimkino" und "Präsentationen" aufteilen:

 

3.1 Heimkino

Wichtig für den Einsatz als Heimkinoprojektor ist eine gute und adäquate Farbdarstellung. Nur bei genau abgestimmten Parametern in Farbraum und Farbtemperatur wird das Filmbild soweit reproduziert, wie es die Filmemacher beabsichtigt haben.

Die Messung des Farbraumes bestätigt die Vermutung, die der Aufbau des Farbrades bereits hervorgerufen hat: Der WD510U ist mehr auf Helligkeit als auf perfekte Farben hin getrimmt worden. Dies zeigt sich in der Grundfarbe Grün, die im Vergleich zur Videonorm (dunkles Dreieck) in Richtung Gelb verschoben wurde. Durch diesen Trick gelingt es, das Bild für unser Auge sichtbar heller zu machen, weil es empfindlicher auf die gelbgrünen Spektralanteile reagiert. Der Nachteil ist allerdings, dass ein wirklich sattes Grün nicht dargestellt werden kann. Die Abweichungen von der Norm sind aber noch in einem tolerablen Rahmen, so dass der Projektor angemessen bunt und glaubwürdig erscheint. Zudem sind die Sekundärfarben bereits ab Werk sehr gut abgestimmt, so manch teurerer Projektor liegt dort weiter daneben.


Sehr vorbildlich und für diese Preisklasse beinahe schon sensationell ist die Werksabstimmung "Standard" für die Farbtemperatur. Fast auf den Punkt ist hier die Farbtemperatur an die Videonorm von 6500K / D65 angepasst, ohne dass der Anwender selbst Hand anlegen muss. Dies ist für einen günstigen Einstiegsbeamer besonders wichtig, da man keine zusätzlichen Kosten für eine nachträgliche Kalibrierung durch einen Fachmann in Kauf nehmen möchte.

Bei Nutzung der entsprechenden "Standard"-Presets bietet der Mitsubishi WD510U eine gute Farbdarstellung, die eine weitgehend akkurate Reproduktion des Kinooriginals zulässt. Die Farben wirken natürlich abgestimmt und sind keinesfalls übersättigt oder gar künstlich. Lediglich in kräftigen Grüntönen zeigt sich ein leichter Gelbstich, der aber in einem tolerablen Rahmen liegt. Für die €1000.- Klasse sind dies vorbildliche Ergebnisse, zumal sie ohne große nachträgliche Eingriffe erreicht werden.


Wenn das Farbrad des Projektors auf Licht optimiert ist, muss der WD510U entsprechend hell sein. Unsere Messung belegt dies: Die guten Farbergebnisse kombiniert der Projektor mit einer Lichtleistung von bis zu 1700 Lumen. Damit ist er rund doppelt so hell, wie die meisten seiner Heimkino-Konkurrenten. Vor allem in nicht optimierten Wohnzimmern macht sich eine derartige Lichtleistung bezahlt. Selbst im stromsparenden Eco-Modus sind bis zu 1400 Lumen möglich.


Lichtleistung
Modus "Standard"

Lampenmodus Zoom Lumen
Hi Max 1700
Hi Min 1500
Low Max 1370
Low Min 1140


Projektoren mit hoher Lichtleistung schwächeln oft im Kontrast. Doch dank der soliden DLP-Technik erreicht der WD510 immerhin einen nativen Kontrast von 1300:1 bis 1600:1. Sicherlich sind dies keine Spitzenwerte im Vergleich zu derzeitigen High-End Projektoren, doch erlauben sie eine ansprechende Bilddynamik, die eine plastische Bilderzeugung gewährleistet. Lediglich im absoluten Schwarzwertwert präsentiert sich eher ein Grau, das vor allem kontrastschwache dunklen Szenen störend mit einem Schleier versieht.

Das dazugehörige "Standard"-Gammapreset bewirkt einen Helligkeitsanstieg von 2,4. Dies liegt im Rahmen des von der Videonorm vorausgesetzten Toleranzbereiches von 2,2 bis 2,5.

Es zeigen sich aber Schwächen in der Durchzeichnung. Signale unter 10% Stärke werden zwar sichtbar abgebildet, doch schon wenig Streulicht im Raum reicht, um sie "verblassen" zu lassen. In Kombination mit dem nicht perfekten Schwarzwert geht hier Bildpotenzial verloren. Für alle anderen Helligkeitsstufen gelten diese Einschränkungen nicht. Die Bildkomposition ist sehr gut und alle Bildelemente sind in ihrer Helligkeit akkurat aufeinander abgestimmt. Auch hier bietet der WD510U ab Werk gute Ergebnisse, die in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit darstellen.


Der nächste für Heimkino relevante Aspekt ist die Bildschärfe. Gerade bei dem sich immer mehr verbreitenden HD-Material sollte ein WXGA-Projektor wie der WD510 in der Lage sein, eine ansprechende Detaildarstellung zu gewährleisten. Verantwortlich für die Bildschärfe sind vornehmlich die Optik und die Signalverarbeitung, denn die Details müssen elektronisch angemessen aufbereitet und anschließend von der Projektionslinse optisch auf die Leinwand projiziert werden. Gerade in letzterer Disziplin rächen sich die Einsparungen an der Optik.

Wie der Screenshot oben zeigt, provozieren die kleinen Linsen eine gewisse Farbaufspaltung (Chromatic Abberation) durch unterschiedliche Brechungswinkel der Grundfarben. Dass Single Chip Projektoren stets eine perfekte Konvergenz aufweisen, gehört grundsätzlich in die Welt der Märchen, auch bei teureren Modellen.


Die Bildschärfe wird durch diese Konvergenzverschiebung leicht beeinträchtigt, besonders bei kleinen Details und starken Kontrastübergängen. Im normalen Filmbetrieb sind die Farbsäume aber kaum auszumachen, so dass diese Einschränkungen auf dem Gebiet Heimkino zu verschmerzen sind.



Positiv zeigt sich die Signalverarbeitung, die auf digitale Überschärfungen gänzlich verzichtet und so keine störenden Doppelkonturen verursacht, auch nicht bei starken Kontrastübergängen (Screenshot oben). Dennoch leiden höhere Auflösungen bei der PAL-Zuspielung unter keinem großen Pegel- bzw. Dynamikabfall.

Gute, aber keine perfekten Ergebnisse zeigen sich in der Farbauflösung. Die Trennung ist frei von Linearitätsschwankungen, doch im höchsten Auflösungsbereich verschwimmen die Farbinformationen zu einem Grau, was kleine bunte Details weniger scharf erscheinen lässt.


In der vertikalen Skalierung von PAL-Material zeigen sich sichtbare Linearitätsschwankungen. Einzeilige Bilddetails haben nicht immer die gleiche Dicke, je nach Positionierung im Bild.


Diese Interferenzmuster sind aber weniger auf eine schlechte Skalierungselektronik zurückzuführen, als mehr auf die native vertikale Auflösung von 800 Bildpunkten dieses WXGA-Projektors. Eine perfekte und artefaktfreie Umrechnung von 576 Zeilen (Pal) auf 800 (Projektor) ist schlichtweg technisch nicht möglich.


Im De-Interlacing wird guter Durchschnitt geboten: Eine 576-interlaced Zuspielung bereitet er nach dem Motion Adaptive Verfahren bei Videomaterial so auf, dass wenig Zeilenflimmern entsteht und eine gute Detailtreue erreicht wird. Für Spielfilmmaterial steht ein Filmmode zur Verfügung, der nach einigen Sekunden den passenden Bildrhythmus findet. Allerdings kommt es öfter vor, dass der Rhythmus unterbrochen wird, was sich in kurzzeitigem Zeilenflimmern und Detailverlust äußert.


Insgesamt arbeitet die Signalelektronik für diese Preisklasse überraschend zuverlässig mit soliden Ergebnissen. Zwar wird nicht die Perfektion spezialisierter Chipsätze erreicht, doch die Aufbereitung ist in jeder Hinsicht alltagstauglich. Zu bemängeln ist allerdings der leichte Schärfeverlust durch die Optik, vor allem in den Randbereichen.


Abschließend befassen wir uns mit den digitalen Bildartefakten der DLP-Technologie: Im Standard-Modus arbeitet der WD510U ohne starke Nutzung des Weißsegments. Somit werden starke Farbartefakte vermieden. Mit vierfacher Geschwindigkeit ist der vielbekannte Regenbogeneffekt unauffällig, kann aber von empfindlichen Augen wahrgenommen werden. Wie immer empfehlen wir an dieser Stelle, die persönliche Empfindlichkeit gegenüber dem Regenbogeneffekt persönlich vor dem Kauf zu überprüfen.

 


3.2 Präsentationen

Nutzt man einen Projektor für berufliche Konferenzen als Bildausgabegerät für begleitende Informationen zu Vorträgen, so verlagern sich die Ansprüche an die Bilddarstellung. Im Vordergrund steht nicht die absolut perfekte Farbtreue, sondern eine hohe Lichtleistung, damit auch bei nicht abgedunkelten Räumen eine ausreichende Bildhelligkeit auf der Leinwand gewährleistet wird.

Schaltet man den Projektor in seinem Bildmenü auf "Präsentation", so werden alle Lichtreserven mobilisiert. Das bedeutet, dass keine Farbkorrektur stattfindet und das Weißsegment voll ausgenutzt wird. Die Maßnahmen zeigen in der Praxis ihre Wirkung: Bis zu 2400 Lumen erreicht der WD510 und ist damit so hell wie die meisten spezialisierten Präsentationsbeamer.

Lichtleistung
Modus "Präsentation"

Lampenmodus Zoom Lumen
Hi Max 2400
Hi Min 2000
Low Max 2200
Low Min 1800


Vorbildlich ist die Einhaltung der technischen Daten, der Hersteller Mitsubishi hat nicht zuviel versprochen. Trotz dieser hohen Lichtleistung ist der Projektor keinesfalls unzumutbar laut. Wer es leiser haben möchte, schaltet ihn in den Eco-Modus, der nur einen geringen Lichtverlust bedeutet. Durch die höhere Lichtausbeute steigert sich auch der Kontrast: 1900:1 bis 2300:1 erreicht der Mitsubishi Beamer nativ, das sind selbst für teurere DLP-Projektoren durchschnittlich gute Werte.



Das Präsentations-Preset verändert auch den Gammaanstieg. Er verläuft flacher und hellt so die unteren und mittleren Bereiche auf. Dies ist für Präsentationen eine sinnvolle Maßnahme, da so dunklere Bildinhalte sich besser gegen das Umgebungslicht in nicht abgedunkelten Räumen durchsetzen. In Kombination mit der hohen Lichtleistung von über 2000 Lumen ist der WD-510U so in der Lage, eine sehr deutliche Abbildung auf der Leinwand zu erzeugen.

Die gegenüber dem Kinomodus gesteigerte Lichtleistung wird durch eine starke Nutzung des Weißsegments und eine geringere Korrektur der nativen Farbtemperatur der Projektionslampe bewirkt. Als Nebeneffekt wird die Videonorm nicht mehr so vorbildlich eingehalten, wie im "Standard"-Modus.

Wie im Diagramm oben zu erkennen, stellt sich im Präsentationsmodus ein Grünüberschuss von ca. 20% ein. Insgesamt wird die Darstellung deutlich kühler. Doch für normale Präsentationen ohne Fotomaterial fallen diese Abweichungen nicht so sehr ins Gewicht, weshalb sie als tolerabel zu Gunsten der erhöhten Helligkeit angesehen werden können.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass der WD510 auch als Präsentationsprojektor gut geeignet ist. Stark zu bemängeln ist hier aber die mäßige Farbkonvergenz und der Schärfeverlust zu den Rändern. Denn gerade bei Projektionen von PC-Desktops mit diversen kleinen Schriften fallen solche Unschärfen besonders deutlich und störend auf.

 


4. Fazit

Der Hersteller Mitsubishi verspricht mit dem WD-510U einen kostengünstigen, kompakten Projektor, der sowohl daheim für das Wohnzimmer, als auch auf der Arbeit für Präsentationen gerüstet ist. Mit seinem günstigen Kaufpreis zielt er auf den preisbewussten Nutzer, der auf eine universelle Nutzbarkeit zudem nicht verzichten will. Dieses Vorhaben ist den Ingenieuren weitgehend gelungen:

Als Heimkinoprojektor bietet er eine gute und weitgehend naturgetreue Farbdarstellung und kombiniert diese mit einer überdurchschnittlich hohen Helligkeit. Gerade zum Fernsehen von Sport und Shows ist er damit besonders gut geeignet. Als Filmprojektor gefällt er auch, doch naturgemäß kann man hier nicht dieselben Ergebnisse erwarten, wie bei derzeitige speziell auf Heimkino optimierte Projektoren höherer Preisklassen. Dies wird an dem limitierten Kontrastverhältnis, der nur durchschnittlichen Signalverarbeitung und der einfachen Optik deutlich, die sowohl dem Zoombereich als auch der Bildschärfe klare Grenzen setzt. Als Präsentationsprojektor erfüllt der WD510 alle Anforderungen an Bildhelligkeit und einfache Nutzung. Aber auch hier muss man ihm die limitierte Auflösung der Optik ankreiden.


WD-510U

Bewertung Bild gesamt : 2,5 (Gut / Befr.)

Schwarzwert & Kontrast

2,8 (Befr.)

Gammaverteilung

2,4 (Gut -)

Schärfe & Interpolation

3,2 (Befr.)

Farbumfang / Temperatur

2,4 / 2

De-Interlacing

2,4 (Gut -) 

Sonstige Aspekte

2,3 (Gut -)

(Alle Bewertungen beziehen sich auf die jeweilige Projektionsart und den aktuellen Stand der Technik. Ein direkter systemübergreifender Vergleich ist daher nur bedingt möglich!)

 

Der universelle Charakter des Projektors wird unterstrichen durch seine ungemein kompakten Abmessungen, den zahlreichen Anschlüssen und dem sehr geringen Projektionsabstand. Ein wenig mehr "Heimkino" und weniger "Präsentation" wäre aber bei der Ausstattung und Aufstellung wünschenswert gewesen. So stört daheim die fehlende HDMI-Buchse, was zusätzliche Adapter(kabel) notwendig macht. Bei Präsentationen ist der geringe Abstand willkommen, da man so den Beamer bequem auf Tischen vor der Leinwand positionieren kann, doch durch den minimalen Zoombereich kann man so den Abstand im Wohnzimmer nicht wirklich variieren. Nicht selten muss der Projektor daher mitten im Raum hängen oder stehen, wenn man keine besonders großen Bildbreiten realisieren möchte.


Doch die Kritik relativiert sich in Anbetracht des günstigen Preises: Für knapp über €1000.- erhält der Käufer tatsächlich einen praktischen Projektor, der sowohl daheim für das Heimkino als auch auf der Arbeit für Präsentationen nicht enttäuscht. Mit ihm erhält man bereits eine ansprechende Qualität, für die man noch vor wenigen Jahren rund das Sechsfache hätte anlegen müssen. Jeder Einsteiger, der zu einem fairen Preis das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden will, sollte sich den Mitsubishi WD-510U daher genauer ansehen...

 


5. Bewertung

+ Universell nutzbar
+ Gute Verarbeitung
+ Sehr kompakte Abmessungen
+ Guter D65-Abgleich ab Werk
+ WXGA Auflösung
+ Hohe Maximalhelligkeit

- Wenig Aufstellungsflexibel
- Keine HDMI Buchse
- Grün wirkt leicht gelblich
- Kleine Optik mit begrenzter Schärfe
- DLP Artefakte
- Farbsäume je nach Zoom
- Umständlicher Lampentausch

WD510U

Bewertung gesamt : 2,1 (Gut)

Ausstattung

2,7 (Befr. +)

Bedienung

1,8 (Gut +)

Technik

2,4 (Gut -)

Bild

2,5 (Gut)

Preis Leistung

1 (Sehr Gut)

 

29. Juli, 2009, Cine4Home

 


5. Technische Details (Herstellerangaben):



 

 


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