Der Mitsubishi WD-510U |
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Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: |
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Es wäre also ein Fehler, die derzeitige "Billigklasse" pauschal als qualitativ schlecht zu belächeln. Im Gegenteil, erstmals ist es durch sie möglich, das Thema Heimkino einer noch größeren Zielgruppe näher zu bringen und so das Erlebnis "Großbild" für fast jedermann zu ermöglichen. Je größer die Gemeinde der Heimkinofans wird, desto besser für Neuentwicklungen und Fortschritt. Aus diesem Grunde testet Cine4Home neben all den "High End" Modellen ab diesem Jahr auch verstärkt günstige Einstiegsmodelle, unsere "Beamer Olympiade" stellte bereits den Auftakt dazu dar.
In diesem Test stellen wir einen weiteren Vertreter der Kategorie "Großes Bild für kleines Geld" vor: Das Modell WD-510U stammt von dem renommierten Heimkinoexperten Mitsubishi und ist für knapp über €1000.- bei diversen Versendern oder Fachhändlern erhältlich. Er soll nicht nur daheim für das Heimkino nutzbar sein, sondern auch jederzeit als Präsentationsbeamer für die Arbeit und Konferenzen dienlich sein. Dies klingt alles nach großen Versprechen. Und ein großes Bild erzeugt er sicherlich, doch hält es auch den jeweiligen Qualtitätsansprüchen unter Heimkino- bzw. Präsentations- Gesichtspunkten stand?
Äußerlich erscheint der Projektor sehr kompakt und kann dank seiner hellen Farbe unauffällig in einem Wohnzimmer integriert werden. Auch eine temporäre Aufstellung ist dank der geringen Abmessungen und des geringen Gewichts denkbar, schnell ist das Gerät in jedem Schrank verstaut.
Im Inneren sorgt klassische DLP-Technologie für die Bilderzeugung. Ein DMD mit einer nativen WXGA-Auflösung von 1280x800 Bildpunkten, bzw. Bildspiegeln moduliert die Helligkeit, ein Farbrad sorgt für die sequentielle Grundfarbenerzeugung (zeitlich hintereinander). Wie immer untersuchen wir den Aufbau im Detail:
Unter der Hauptplatine kommen die einzelnen Lichtwegkomponenten sowie das Netzteil zum Vorschein. Überraschend ist die Tatsache, dass trotz der kompakten Abmessungen sich noch ungenutzte Leerstellen im Chassis befinden.
Kompakte DLP-Projektoren gerade günstiger Preisklassen haben oft Defizite in der Aufstellung. Durch die SingleChip-Technologie lässt sich bei ihnen nicht so leicht ein mechanischer Lensshift oder großer Zoombereich realisieren. Um eine Installation in den meisten Wohnzimmern zu ermöglichen, hat man dem WD510U einen besonders kurzen Projektionsabstand verliehen. Die gängige Bilddiagonale von ca. 2,5m zum Beispiel erreicht der Projektor schon aus einem Abstand von 3m. So ist auch in kleinen Räumen ein großes Bild möglich.
Bei der Bedienung wurde das seit Jahren von Mitsubishi gewohnte Menükonzept beibehalten. Gegenüber den heimkinooptimierten Modellen wurden lediglich die Einstelloptionen etwas vereinfacht. Gegliedert sind alle Parameter in vier Hauptkategorien, die durch grafische Symbole gekennzeichnet sind.
Die erste Rubrik beinhaltet hierbei die für die Bildkalibrierung erforderlichen Funktionen. Gegenüber anderen Mitsubishimodellen wurde die Funktion Gamma in Color Enhancer umbenannt, der verschiedene Presets bereithält.
In der zweiten Kategorie können weitere Darstellungs- und Aufstellungsoptionen des Projektors genutzt werden. Neu ist hier die Funktion "Leinwand": Sie stellt verschiedene Presets für farbige Wände bereit, so dass bei der spontanen Mobil-Projektion unterwegs auch bei widrigen Umständen ein möglichst gutes Bildergebnis farblich erzielt werden kann.
Die dritte und vierte Kategorie beinhalten unter anderem weitere Signalanpassungsmöglichkeiten (z.B. Bildformat ) und Overscan.
Diese ganzen Menüs werden gesteuert mit der beiliegenden Fernbedienung, die im Falle des WD510U abgespeckt wirkt, wahrscheinlich des günstigen Preises wegen.
Insgesamt ist das Bedienkonzept solide und bietet genügend Optionen für die Bildkalibrierung. Die mögliche Präzision von den Heimkinooptimierten Schwestermodellen aus demselben Hause wird aber nicht geboten.
Wir kommen zum Test der Bildqualität. Wie bereits eingangs erwähnt, soll der WD510U als Universalbeamer sowohl für die private Nutzung daheim als auch für Präsentationen im Beruf einsetzbar sein. Diese zwei Anwendungsbereiche stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bildqualität, weshalb wir dieses Kapitel in "Heimkino" und "Präsentationen" aufteilen:
3.1 Heimkino Wichtig für den Einsatz als Heimkinoprojektor ist eine gute und adäquate Farbdarstellung. Nur bei genau abgestimmten Parametern in Farbraum und Farbtemperatur wird das Filmbild soweit reproduziert, wie es die Filmemacher beabsichtigt haben.
Die Messung des Farbraumes bestätigt die Vermutung, die der Aufbau des Farbrades bereits hervorgerufen hat: Der WD510U ist mehr auf Helligkeit als auf perfekte Farben hin getrimmt worden. Dies zeigt sich in der Grundfarbe Grün, die im Vergleich zur Videonorm (dunkles Dreieck) in Richtung Gelb verschoben wurde. Durch diesen Trick gelingt es, das Bild für unser Auge sichtbar heller zu machen, weil es empfindlicher auf die gelbgrünen Spektralanteile reagiert. Der Nachteil ist allerdings, dass ein wirklich sattes Grün nicht dargestellt werden kann. Die Abweichungen von der Norm sind aber noch in einem tolerablen Rahmen, so dass der Projektor angemessen bunt und glaubwürdig erscheint. Zudem sind die Sekundärfarben bereits ab Werk sehr gut abgestimmt, so manch teurerer Projektor liegt dort weiter daneben.
Sehr vorbildlich und für diese Preisklasse beinahe schon sensationell ist die Werksabstimmung "Standard" für die Farbtemperatur. Fast auf den Punkt ist hier die Farbtemperatur an die Videonorm von 6500K / D65 angepasst, ohne dass der Anwender selbst Hand anlegen muss. Dies ist für einen günstigen Einstiegsbeamer besonders wichtig, da man keine zusätzlichen Kosten für eine nachträgliche Kalibrierung durch einen Fachmann in Kauf nehmen möchte. Bei Nutzung der entsprechenden "Standard"-Presets bietet der Mitsubishi WD510U eine gute Farbdarstellung, die eine weitgehend akkurate Reproduktion des Kinooriginals zulässt. Die Farben wirken natürlich abgestimmt und sind keinesfalls übersättigt oder gar künstlich. Lediglich in kräftigen Grüntönen zeigt sich ein leichter Gelbstich, der aber in einem tolerablen Rahmen liegt. Für die €1000.- Klasse sind dies vorbildliche Ergebnisse, zumal sie ohne große nachträgliche Eingriffe erreicht werden.
Das dazugehörige "Standard"-Gammapreset bewirkt einen Helligkeitsanstieg von 2,4. Dies liegt im Rahmen des von der Videonorm vorausgesetzten Toleranzbereiches von 2,2 bis 2,5.
Es zeigen sich aber Schwächen in der Durchzeichnung. Signale unter 10% Stärke werden zwar sichtbar abgebildet, doch schon wenig Streulicht im Raum reicht, um sie "verblassen" zu lassen. In Kombination mit dem nicht perfekten Schwarzwert geht hier Bildpotenzial verloren. Für alle anderen Helligkeitsstufen gelten diese Einschränkungen nicht. Die Bildkomposition ist sehr gut und alle Bildelemente sind in ihrer Helligkeit akkurat aufeinander abgestimmt. Auch hier bietet der WD510U ab Werk gute Ergebnisse, die in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit darstellen.
Wie der Screenshot oben zeigt, provozieren die kleinen Linsen eine gewisse Farbaufspaltung (Chromatic Abberation) durch unterschiedliche Brechungswinkel der Grundfarben. Dass Single Chip Projektoren stets eine perfekte Konvergenz aufweisen, gehört grundsätzlich in die Welt der Märchen, auch bei teureren Modellen.
Gute, aber keine perfekten Ergebnisse zeigen sich in der Farbauflösung. Die Trennung ist frei von Linearitätsschwankungen, doch im höchsten Auflösungsbereich verschwimmen die Farbinformationen zu einem Grau, was kleine bunte Details weniger scharf erscheinen lässt.
Nutzt man einen Projektor für berufliche Konferenzen als Bildausgabegerät für begleitende Informationen zu Vorträgen, so verlagern sich die Ansprüche an die Bilddarstellung. Im Vordergrund steht nicht die absolut perfekte Farbtreue, sondern eine hohe Lichtleistung, damit auch bei nicht abgedunkelten Räumen eine ausreichende Bildhelligkeit auf der Leinwand gewährleistet wird. Schaltet man den Projektor in seinem Bildmenü auf "Präsentation", so werden alle Lichtreserven mobilisiert. Das bedeutet, dass keine Farbkorrektur stattfindet und das Weißsegment voll ausgenutzt wird. Die Maßnahmen zeigen in der Praxis ihre Wirkung: Bis zu 2400 Lumen erreicht der WD510 und ist damit so hell wie die meisten spezialisierten Präsentationsbeamer. Lichtleistung
Die gegenüber dem Kinomodus gesteigerte Lichtleistung wird durch eine starke Nutzung des Weißsegments und eine geringere Korrektur der nativen Farbtemperatur der Projektionslampe bewirkt. Als Nebeneffekt wird die Videonorm nicht mehr so vorbildlich eingehalten, wie im "Standard"-Modus.
Wie im Diagramm oben zu erkennen, stellt sich im Präsentationsmodus ein Grünüberschuss von ca. 20% ein. Insgesamt wird die Darstellung deutlich kühler. Doch für normale Präsentationen ohne Fotomaterial fallen diese Abweichungen nicht so sehr ins Gewicht, weshalb sie als tolerabel zu Gunsten der erhöhten Helligkeit angesehen werden können. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass der WD510 auch als Präsentationsprojektor gut geeignet ist. Stark zu bemängeln ist hier aber die mäßige Farbkonvergenz und der Schärfeverlust zu den Rändern. Denn gerade bei Projektionen von PC-Desktops mit diversen kleinen Schriften fallen solche Unschärfen besonders deutlich und störend auf.
Der Hersteller Mitsubishi verspricht mit dem WD-510U einen kostengünstigen, kompakten Projektor, der sowohl daheim für das Wohnzimmer, als auch auf der Arbeit für Präsentationen gerüstet ist. Mit seinem günstigen Kaufpreis zielt er auf den preisbewussten Nutzer, der auf eine universelle Nutzbarkeit zudem nicht verzichten will. Dieses Vorhaben ist den Ingenieuren weitgehend gelungen:
Als Heimkinoprojektor bietet er eine gute und weitgehend naturgetreue Farbdarstellung und kombiniert diese mit einer überdurchschnittlich hohen Helligkeit. Gerade zum Fernsehen von Sport und Shows ist er damit besonders gut geeignet. Als Filmprojektor gefällt er auch, doch naturgemäß kann man hier nicht dieselben Ergebnisse erwarten, wie bei derzeitige speziell auf Heimkino optimierte Projektoren höherer Preisklassen. Dies wird an dem limitierten Kontrastverhältnis, der nur durchschnittlichen Signalverarbeitung und der einfachen Optik deutlich, die sowohl dem Zoombereich als auch der Bildschärfe klare Grenzen setzt. Als Präsentationsprojektor erfüllt der WD510 alle Anforderungen an Bildhelligkeit und einfache Nutzung. Aber auch hier muss man ihm die limitierte Auflösung der Optik ankreiden. WD-510U
(Alle Bewertungen beziehen sich auf die jeweilige Projektionsart und den aktuellen Stand der Technik. Ein direkter systemübergreifender Vergleich ist daher nur bedingt möglich!)
Der universelle Charakter des Projektors wird unterstrichen durch seine ungemein kompakten Abmessungen, den zahlreichen Anschlüssen und dem sehr geringen Projektionsabstand. Ein wenig mehr "Heimkino" und weniger "Präsentation" wäre aber bei der Ausstattung und Aufstellung wünschenswert gewesen. So stört daheim die fehlende HDMI-Buchse, was zusätzliche Adapter(kabel) notwendig macht. Bei Präsentationen ist der geringe Abstand willkommen, da man so den Beamer bequem auf Tischen vor der Leinwand positionieren kann, doch durch den minimalen Zoombereich kann man so den Abstand im Wohnzimmer nicht wirklich variieren. Nicht selten muss der Projektor daher mitten im Raum hängen oder stehen, wenn man keine besonders großen Bildbreiten realisieren möchte.
+ Universell nutzbar WD510U
29. Juli, 2009, Cine4Home
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