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Einstiegsprojektoren werden immer günstiger. Die Preise fallen stetig
in Richtung der "magischen" € 1000.- Grenze. Einer dieser
"Günstigen" ist der PT-AE 200E von Panasonic, der "kleine
Bruder" des PT-AE 300. Mit einem Preis zwischen 1300.- und €
1500.- gehört er zu den billigsten Projektoren. Ob man für diesen
Einstiegspreis bereits ein gutes Heimkinobild geboten bekommt, untersucht
unser Test. Bitte berücksichtigen Sie unsere Testkriterien, die ausführlich
in unserem Know How Special: "Projektoren
/ PlasmaTVs - Qualitätsmerkmale - Die Testkriterien von Cine4Home"
beschrieben werden. Sämtliche zum Verständnis des Tests notwendigen
Hintergrundinformationen finden Sie dort. Hinter jeder Überschrift
in diesem Test findet sich auch ein direkter Link auf die Erklärung
des jeweiligen Testkriteriums.
1. Ausstattung und Technik (Know
How Link hier)
Optisch ist das Gerät kaum von dem größeren Modell zu
unterscheiden. Das Gehäuse zeigt ein zeitgemäßes, schlichtes
Design in silberner Farbe mit einer Spiegelfront.

Die kompakten Abmessungen (28,0 x 8,0 x 27,2 cm) und das leichte Gewicht
(2,9kg) machen den PT-AE 200E zu einem wirklich portablen Gerät.
Auch die im Lieferumfang enthaltene Tragetasche ermöglicht einen
schnellen, unkomplizierten Transport.
1.1 Technik (Know
How Link hier)
Für die Bilderzeugung arbeiten im Inneren drei LCD Panels mit einer
nativen Auflösung von 858 x 484 Pixeln im 16:9 Format. Diese Auflösung
ist ursprünglich auf den amerikanischen bzw. japanischen Fernsehstandard
NTSC optimiert und reicht im Grunde nicht für unseren PAL-Standard
aus: Es fehlen rund 100 Zeilen in der Vertikalen. Die interne Skalierungselektronik
"verringert" die Auflösung des Eingangssignals, um eine
Darstellung zu ermöglichen. Mehr dazu im Laufe des Bildtests.
Als Beleuchtung dient eine 120Watt UHM Birne. Mit ihrer durchschnittlichen
Lebensdauer von rund 2000 Stunden sorgt sie für ein gutes Preis /
Stundeverhältnis von rund 20 Cent. Im speziellen "Lampensparmodus",
bei dem die Birne nicht bei maximaler Helligkeit betrieben wird, erhöht
sich die Lebensdauer sogar auf bis zu 5000 Stunden. Hier wird die Großbildprojektion
zu einem wirklich günstigen Vergnügen.
Die Belüftung arbeitet, besonders im Lampensparmodus, angenehm leise
(zwischen 30 und 40dB) und stört den Film auch in ruhigen Szenen
nicht. Die Wärmeentwicklung an der Gehäuseoberfläche ist
allerdings beträchtlich. Man sollte bei der Aufstellung daher auf
eine ausreichende Luftzufuhr achten.
1.2 Bildsignale (Know
How Link hier)
Zahlreiche Bild- und Signalstandards erfordern eine umfangreiche Signalverarbeitung
von Fernsehern und Projektoren. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein einziger
Bildanschluss ausreichte. Der PT-AE 200E bietet eine sehr universelle
Signalverarbeitung: Sämtliche derzeit gängige Signalarten und
Auflösungsvarianten werden unterstützt: PAL interlaced / progressive
(576i/576p), NTSC interlaced / progressive (480i / 480p), HDTV 720p, 1080i
und diverse PC Standards können dargestellt werden. Als Übertragungssignale
kommen Composite, S-Video, YUV und RGB (H/V) in Frage. Nur auf die volldigitale
Übertragung per DVI wurde verzichtet. Ein kleines Manko, das in dieser
Preisklasse aber durchaus verschmerzt werden kann.
1.3 Anschlüsse (Know
How Link hier)
Das Anschlussboard bietet für jede unterstütze Bildsignalart
einen eigenen Anschluss: 1 x Cinch (Composite), 1 x Hosiden (S-Video),
1 x VGA SubD (PC RGB), 1 x YUV (Cinch), 1 x Scart (z.B. RGB). Sogar ein
SD-Kartenleser für das direkte Anzeigen von digitalen Fotos ist an
Bord. Damit ist ein praktischer, universeller Einsatz in Verbindung mit
diversen Zuspielern gewährleistet.

Die SCART Buchse verwundert auf den ersten Blick, sie ist bei Projektoren
in der Regel nicht zu finden. Bei einem portablen Tischprojektor wie dem
PT-AE 200E macht sie aber durchaus Sinn: Sie ermöglicht den unkompliziert
schnellen Anschluss.
1.4 Aufstellung (Know
How Link hier)
Wie bereits erwähnt ist der PT-AE 200E durch sein kompaktes Äußeres
sehr flexibel in der Aufstellung. Sowohl eine permanente Deckenmontage
(erfordert optionale Deckenhalterung) als auch eine temporäre Tischaufstellung
stehen zur Auswahl. Auch in ein Regal lässt sich das Gerät bequem
integrieren (ausreichende Belüftung beachten!).
Das Projektionsabstands- / Bildgrößenverhältnis ist sehr
effektiv. Es ermöglicht auch in kleineren Räumen große
Bilddiagonalen. Für eine Bildbreite von ca. 2m ist z.B. ein minimaler
Projektionsabstand von nur 2,8 m erforderlich. Zusätzlichen Spielraum
gibt die manuelle Zoomfunktion am Objektiv: Hier kann die Bildgröße
optimal auf die Leinwand angepasst werden. Für unterschiedliche Bildgrößen
lassen sich die erforderlichen Abstände leicht berechnen.

Berechnung des Projektionsabstandes:
- Bilddiagonale (SD) = Bildbreite (SW) / 0,872
- Minimaler Projektionsabstand = 1,229 x Bilddiagonale (SD) - 0,0381
- Maximaler Projektionsabstand = 1,481 x Bilddiagonale (SD) - 0,0381
- Untere Bildkante von der Mitte des Objektivs (H1) = Bildbreite (SW)
/ 32
Für Rechenfaule gibt es bei Panasonic ein Projektionsabstand-Berechnungstool.
Neben dem Projektionsabstand sorgt auch die vertikale Bildposition oft
für Aufstellungsprobleme. Bei waagerechter Projektoraufstellung liegt
die untere Bildkante leicht unterhalb der Objektivmitte (Tischaufstellung)
bzw. die Oberkante leicht oberhalb der Objektivmitte (Deckenmontage),
vgl. Skizze oben.
Durch eine leichtes Schrägstellen des Projektors lässt sich
die Bildlage zwar beeinflussen, dies erfordert jedoch eine Trapezkorrektur,
die bei dem PT-AE 200E nur auf digitaler Ebene angeboten wird. Durch die
relativ geringe native Auflösung des Projektors führt sie zu
einem deutlichen Detailverlust im projizierten Bild. Daher sollte auf
sie möglichst verzichtet und der Projektor waagerecht aufgestellt
werden.
2. Bedienung (Know
How Link hier)
Wie bei einem Fernseher erfolgt die Bedienung per On-Screen Menus und
Fernbedienung.
2.1 Fernbedienung
Die Fernbedienung erscheint auf den ersten Blick etwas klein, liegt aber
überraschend gut in der Hand. Durch zahlreiche Tasten lassen sich
wichtige Funktionen bequem abrufen. Besonders lobenswert ist die direkte
Signalauswahl für Video-, Komponenten- und PC-Signale.

Auch im Dunkeln verliert der Anwender nicht den Überblick, denn
die Fernbedienung bietet eine zuschaltbare Beleuchtung. Ein sinnvolles
Feature, das auch heute immer noch nicht zum allgemeinen Standard gehört.
Der Infrarotsender ist ausreichend stark, um auch bei größeren
Entfernungen zum Projektor zuverlässig zu arbeiten. Die Reaktionszeiten
sind aber bisweilen ein wenig träge.
Zusätzlich zur Fernbedienung befinden sich auf der Projektorenoberseite
ebenfalls die wichtigsten Funktionstasten.

Bei einer Tischaufstellung wird so die Steuerung direkt am Gerät
möglich.
2.2 Menus
Die Menustruktur ist schlicht, aber gut strukturiert und übersichtlich.
Auch Erstbenutzer finden sich hier schnell zurecht.

Die wichtigsten Einstellparameter liegen im Bildmenu. Hier finden sich
Optionen wie Helligkeit, Kontrast, Schärfe etc.. Leider sind die
Einstellmöglichkeiten nur auf das Nötigste beschränkt.
Besonders der für eine perfekte Farbtemperatur notwendige Weißabgleich
steht leider nur für PC-Signale zur Verfügung.

Bei Videosignalen lässt sich die Farbtemperatur nur in 4 Schritten
festlegen. Zusätzliche voreingestellte Bildoptionen wie "Kino",
"Nature", und "Dynamik" bieten teilweise unzurreichende
Ergebnisse, hierauf wird im Bildtest noch näher eingegangen.
Insgesamt gestaltet sich die Menuführung sehr einfach und schnell,
lediglich das Angebot an Optionen sollte größer sein.
3. Bildtest
Wie gut sich das Bild trotz der eingeschränkten Kalibrierungsparameter
optimieren lässt, zeigt der detaillierte Bildtest. Er ist in die
wesentlichen Merkmale eingeteilt:
3.1 Screendoor / Raster (Know
How Link hier)
Von allen Projektionstechniken weist die LCD Technik den größten
Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten auf. Dieser Abstand erscheint
im projizierten Bild schwarz und sorgt für den ungewollten und störenden
Screendoor- (Fliegengitter) Effekt: Das Bild wirkt unnatürlich gerastert.
Besonders in einfarbigen Flächen erscheint diese Rasterung äußerst
deutlich.
Bei dem PT-AE 200E ist dieser Effekt sehr ausgeprägt. Bedingt durch
die relativ geringe native Auflösung der LCD Panels erscheinen die
Bildpunkte auf der Leinwand recht groß, ebenso der Abstand der Pixel
untereinander. Die sehr gute ScreenSmooth Technologie des großen
Bruders PT-AE 300E, die den Rastereffekt vermindert, wurde in dem günstigen
Modell leider nicht übernommen.
Hierdurch ergeben sich deutliche Einschränkungen in der darstellbaren
Bildgröße und dem erforderlichen Betrachtungsabstand. Eine
Bildbreite von 2m erfordert schon einen minimalen Betrachtungsabstand
von 5m, um einen homogenen Bildeindruck ohne allzu störende Rasterung
zu gewährleisten.
3.2 Farbumfang (Know
How Link hier)
Voraussetzung für eine kräftige Farbreproduktion ist eine farbstarke
Darstellung der Grundfarben Rot, Grün und Blau. Je kräftiger
sie dargestellt werden können, desto besser der theoretische Farbumfang.
Sämtliche Farbtöne werden aus diesen drei Grundfarben "gemischt".

"Click" auf das Bild
für Vergrößerung
Die Grundfarbendarstellung des PT-AE 200E ist vorbildlich gut. Sie ermöglicht
einen großen Farbumfang, der auch dem HDTV Standard gerecht wird.
3.3 Farbtemperatur (Know
How Link hier)
Eine akkurate Farbdarstellung von Video- und Filmmaterial erfordert eine
homogene Farbtemperatur von 6500k in den Graustufen. Im Bild-Menu des
PT-AE 200E gibt es keine auf Kelvin geeichte Temperaturoptionen. Die Farbtemperatur
lässt sich nur durch "Bildauswahl" und "Farbton"
beeinflussen. Im "Normal" Modus ergibt sich zum Glück eine
gute, weitgehendst homogene Farbtemperatur:

"Click" auf das Bild
für Vergrößerung
Oberhalb von 90 IRE und unterhalb von 12 IRE sind Abweichungen zu erkennen.
In der Weißdarstellung macht sich ein leichter Rotmangel bemerkbar,
der zu einem zu "kühlen" Maximalweiß führt.
Dunkle Bildinhalte und "Schwarz" zeigen einen deutlichen Blauüberschuss.

"Click" auf das Bild
für Vergrößerung
Diese Abweichungen machen sich im alltäglichen Betrieb allerdings
nicht allzu störend bemerkbar. Farbverschiebungen in dunklen Bildinhalten
sind für das Auge nicht stark wahrnehmbar. Insgesamt ist die Farbtemperatur
des PT-AE 200E ausreichend homogen, um eine stets akkurate Farbdarstellung
zu gewährleisten. Im Film ergeben sich natürliche, dem Kinooriginal
gut entsprechende Farben.
Die Bildauswahlmodi "Kino1", "Kino2" und "Dynamik"
führen dagegen zu teilweise "abenteuerlichen" Farbergebnissen.

"Cinema" & "Dynamik"
- völlig falsche Farbwiedergabe
Sie sind für den normalen Filmbetrieb daher kaum zu empfehlen. Zu
verfälscht erscheinen hier die Farben, die mit dem Kinooriginal nur
noch wenig gemein haben.
3.4 Schwarzwert, Kontrast, Helligkeit
(Know
How Link hier)
Der Schwarzwert ist eines der größten Mankos der LCD-Projektion.
Bei nicht wenigen Modellen gelangt zuviel Restlicht an die Leinwand und
schwarz kann nur als grau dargestellt werden.
Auch der PT-AE 200E zeigt dieses Phänomen deutlich. Durch das mangelnde
Schwarz verlieren dunkle Szenen an Bildtiefe, das Bild wirkt "milchig".
Verbessert werden kann der Schwarzwert durch den Lampensparmodus. Da hier
die Lampe weniger Helligkeit produziert, gewinnt der Schwarzwert deutlich.
Die Maximalhelligkeit hingegen ist im Lampensparmodus ausreichend hoch,
um helle Filmszenen auch bei großen Bilddiagonalen natürlich
hell und kräftig in den Farben darstellen zu können.
Insgesamt bietet sich dem Betrachter ein akzeptabler Schwarzwert, der
dunkle Szenen nicht zu sehr beinträchtig sowie eine gute Maximalhelligkeit.
Der Kontrast bei richtig kalibrierter Farbtemperatur ist mit rund 570:1
guter Durchschnitt im LCD-Bereich. Er gewährleistet eine ausreichende
Helligkeits- und Farbdynamik im Bild. Farbdifferenzierungen können
angemessen dargestellt werden.
Wie immer haben wir untersucht, ob sich der Kontrast durch Filter erhöhen
lässt. Und tatsächlich: Der Kontrast lässt sich um über
30% steigern. Mehr dazu im Anhang des Bildtests.
3.5 Gammaverteilung / Homogenität
(Know
How Link hier)
Ein wesentlicher Aspekt der Videodarstellung ist die Helligkeitsverteilung.
Sie sollte möglichst homogen sein, um eine akkurate Helligkeitsdarstellung
des Bildmaterials zu ermöglichen. Ungewünschte Helligkeitssprünge
sollten vermieden werden.
Für PAL-Videomaterial sollte der Gamma- (Helligkeits-) Anstieg einer
Kurve von 2.2 entsprechen.
Eine direkte Gamma-Einstellung fehlt im Setup-Menu des PT-AE 200E leider.
Zum Glück lässt sich dennoch eine akkurate Helligkeitsverteilung
erzielen:

"Click" auf das Bild
für Vergrößerung
Mit 2.15 liegt die Kurve nahe genug an den erforderlichen 2.2, um eine
sehr gute Helligkeitsverteilung zu gewährleisten. Bei der Filmwiedergabe
führt dies zu stets akkuraten Helligkeitsdarstellungen in allen Bereichen.
Alles erscheint so "hell" oder "dunkel", wie es beim
Mastering beabsichtigt wurde. Auch Ein- und Ausblendungen wirken homogen,
ohne störende Helligkeitssprünge.
3.6 Ausleuchtung (Know
How Link hier)
Die Ausleuchtung des Bildes wirkt über die gesamte Fläche gleichmäßig.
Auch zu den Rändern und Ecken hin ist kein bemerkenswerter Helligkeitsabfall
auszumachen.
3.7 Overscan (Know
How Link hier)
Um möglichst viel Bildinhalt darzustellen, sollte der "abgeschnittene"
Bildbereich, der Overscan, möglichst gering sein.
Der PT-AE 200E unterschlägt links und rechts jeweils 40, oben und
unten jeweils 15 Zeilen. Dies entspricht einem Bildverlust von 11% horizontal,
bzw. 5% vertikal. Insgesamt ergibt dies einem Bildverlust von 15%, zuviel
in unseren Augen. Gerade in der Horizontalen würde die native Auflösung
von 858 Pixeln hoch genug sein, um die gesamte PAL Auflösung ohne
Verluste darzustellen.
3.8 De-Interlacing (Know
How Link hier)
Im Halbbildverfahren aufgezeichnetes Material (interlaced) muss intern
im Projektor in Vollbilder umgerechnet werden. Diese Vorgang heißt
De-Interlacing.
De-Interlacing von Videomaterial (Know
How Link hier)
Bei Videomaterial muss die vertikale Auflösung von 288 auf die native
Auflösung des Projektors, 484 Zeilen, hochinterpoliert werden. Diese
Umrechnung erfolgt im PT-AE 200E zuverlässig mit guten Ergebnissen.
Auch schnelle Bewegungen zeigen keine ungewollten Artefakte. Nur sehr
kleine Details führen bisweilen zu Unruhen bzw. Zeilenflimmern.
De-Interlacing von Filmmaterial (Know
How Link hier)
Bei Film->Videoüberspielungen wird jedes Kinobild in zwei aufeinanderfolgende
Halbbilder aufgeteilt. Sehr gutes De-Interlacing, setzt diese beiden Halbbilder
wieder in ein Vollbild zusammen. Leider verfügt der Panasonic Projektor
nicht über einen solch guten "Filmmodus". Die Folge sind
ein vertikaler Detailverlust und Kanteflimmern bei kleinen Bilddetails.
Besonders bei vertikalen Kameraschwenks fallen diese Defizite auf.
Insgesamt arbeitet die De-Interlacing Elektronik des PT-AE 200E ausreichend
zuverlässig, um einen guten Bildeindruck bei den meisten Inhalten
zu gewährleisten. Kleine Details führen bisweilen jedoch zu
Unruhen und die maximale Detailwiedergabe von Filmmaterial ist nicht gewährleistet.
Bei der DVD Wiedergabe sollte daher auf einen guten Progressive-Scan Player
als Zuspielung zurückgegriffen werden. Hier übernimmt der DVD-Player
das De-Interlacing. Je nach Qualität des DVD-Players wird die Bildqualität
des projizierten Bildes, besonders bei Filmmaterial, deutlich gesteigert.
Solche Geräte sind bereits preiswert auf dem Markt erhältlich.
Zahlreiche Tests von Progressive-tauglichen DVD Playern befinden sich
in der Rubrik "Tests".
Einen ausführlichen Bericht über die Arbeitsweise von Progressive
Scan finden Sie in unserem Know How Bereich: "Progressive
Scan im Heimkino - Einführung in ein komplexes Thema".
3.9 Detailtreue / Skalierung / Schärfe
(Know
How Link hier)
Wie unter 1.1 beschrieben, liegt die native Auflösung des PT-AE 200E
mit 848 x 484 Pixeln deutlich unter der unseres PAL-DVD Standards (720
x 576).
Bei der Wiedergabe von PAL Material wird die vertikale Auflösung
reduziert, ca. 100 Zeilen gehen verloren. Neben dem Overscan von 30 Zeilen
(vgl. 3.7) führt dies zu einem Detailverlust in anamorphem Bildmaterial.
Ungeachtet dieses Detailreduzierung arbeitet die interne Umrechnungs-Elektronik
sehr "unauffällig", so dass sich ein guter Bildeindruck
ohne ungewollte Treppenartefakte einstellt.
Horizontal bietet die native Auflösung mit 858 Pixeln im 16:9 Bereich
über 100 Pixel mehr, als der PAL-DVD Standard bietet. Zu dem Eingangssignal
müssen 100 Pixel hinzugefügt, interpoliert werden. Eine solche
Auflösungserhöhung führt leicht zu Linearitätsschwankungen
bei kleinen Details. So auch die Skalierungselektronik des PT-AE 200E:
Kleine Bildelemente erscheinen, je nach Bildposition, mal dicker oder
dünner. Bei Test-Bildern werden diese Ungenauigkeiten ab einer Detailauflösung
von 5MHz deutlich.
Im alltäglichen Filmbetrieb sind diese Linearitätsschwankungen
nur bei kleinen Details, wie z.B. kleine Laufschriften oder dünne
vertikale Linien auszumachen und stören eher selten.
Neben der Skalierung arbeitet die Signalverarbeitung des PT-AE 200E mit
einer sehr guten Detailauflösung. Die Bildschärfe wirkt natürlich
und kann durch die variable Schärfeeinstellung des Setup-Menus auf
das Bildmaterial angepasst werden. Zu scharf sollte man die Option aber
nicht stellen, da sich sonst ein ungewünschtes Überschärfen
mit Doppelkonturen ("Ringing") einstellt. Dies gilt für
alle Signalvarianten, auch YUV und RGB !
Alles in allem ist die Detaildarstellung des Projektors gut genug, um
ein scharfes, gut aufgelöstes Bild zu erzeugen. Bei PAL Material
geht, bedingt durch die native Projektorenauflösung, vertikale Auflösung
verloren.
Wer keine Kompromisse bei der Detaildarstellung von PAL DVDs eingehen
will, muss auf Projektoren mit einer vertikalen Auflösung nicht unter
540 Zeilen ausweichen (z.B. Sanyo Z1). Sie sind aber in der untersten
Preisklasse eines PT-AE 200E nur selten zu finden.
Anmerkungen
4:3 Material
Bei 4:3 Material bleibt links und rechts ein Teil der Auflösung ungenutzt.
Von den 858 Pixeln der horizontalen Auflösung werden im 4:3 Modus
"nur" noch 645 Pixel genutzt. Dies führt zu einem leichten
Detailverlust bei DVD-Material im 4:3 Format (Bonusmaterial, Konzerte
etc.).
NTSC Material
NTSC-Signale, mit einer geringeren vertikalen Auflösung von 525/480
Zeilen, müssen von dem Projektor nicht umskaliert werden. Dies führt
zu einer perfekten, pixelgenauen vertikalen Darstellung von NTSC-DVDs.
3.10 Shading (Know
How Link hier)
Ein häufiges Problem von LCD Projektoren ist der sogenannte "Shading
Effekt": In Graustufen und in Weiß sind leichte Farbverschiebungen
zu den Rändern hin (Farbflecken) zu erkennen. Auch beim PT-AE 200E
ist dieser Effekt in Grauflächen zu sehen. Bei unserem Testgerät
erschien der linke Bildrand ein wenig rötlich, der rechte grünlich.
Diese "Farbbereiche" fallen jedoch im normalen Filmbetrieb in
Farbe nicht auf. Nur Schwarz-Weiß Filme können beeinträchtigt
werden.
Zusatzinfo: Shading Effekte können von Gerät zu Gerät
unterschiedlich sein und sich sogar mit wachsendem Alter des Projektors
/ Lampe verändern!
3.11 Fazit Bild
Der Panasonic PT-AE 200E bietet für seinen geringen Preis überraschend
viel Bild. Nach kurzer Kalibrierung überzeugt er durch kräftige
Farben, eine akkurate und homogene Farbreproduktion und eine gleichmäßige
Helligkeitsverteilung. All diese Faktoren sorgen für ein natürliches
Großbild, das dem "Original" in vielen Belangen nahe kommt.
Beeinträchtigt wird das Bildvergnügen durch LCD-typische Mankos
wie Screendooreffekt & Shading sowie die relativ geringe native Auflösung
unter PAL-Standard. Durch letztere wird die Detailauflösung des DVD
Mediums leicht reduziert.
Das Kontrastverhältnis ist bei korrekter Farbkalibrierung mit ca.
570:1 gut genug, um eine akzeptable Bilddynamik zu gewährleisten.
"Noch mehr" Kontrast lässt sich durch einen zusätzlichen
Farbfilter realisieren (siehe Kalibrierungstipp unten). Das akzeptable
aber nicht perfekte De-Interlacing sollte durch einen guten Progressive-Scan
DVD Player ausgeglichen werden. In dieser Kombination werden die besten
Ergebnisse erzielt.
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Bewertung
Bild gesamt : 2,6
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Schwarzwert & Kontrast
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2,7 (Befr.t +)
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Schärfe & Interpolation
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2,5 (Gut -)
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Farbwiedergabe
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2,2 (Gut)
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De-Interlacing
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2,8 (Befr. +)
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Sonstige Aspekte
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2,8 (Befr. +)
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Bildanhang: Kalibrierungstipp zur Kontrasterhöhung
Der "Dynamik" Bildmodus nutzt das gesamte Lichtspektrum der
Projektionslampe aus, ohne Korrektur der Farbtemperatur. Bei dieser "falschen"
Kalibrierung ergibt sich ein erhöhter Kontrast von ca. 800:1.
Die Farbtemperatur erscheint allerdings so verfälscht, dass eine
natürliche Farbwiedergabe nicht angemessen gewährleistet ist.

Durchgehend falsche Farbtemperatur
Es zeigt sich ein deutlicher Blauüberschuss kombiniert mit einem
Rotmangel:

Blauüberschuss und Rotmangel
Die Farbtemperatur kann durch einen externen Farbfilter "verbessert"
werden. Um Rot, Grün und Blau auf einen "Level" zu bringen,
wäre hier ein Orange-Filter ideal. Doch derartige Filter sind sehr
schwer zu finden. Ein gelber CC Filter (z.B. CC 10Y) dagegen, erhältlich
in jedem guten Foto-Fachgeschäft, und eine digitale Farbanpassung
mit Hilfe des Projektor-Setups ergeben aber schon eine akzeptable Farbtemperatur
bei einem deutlich gesteigerten Kontrastverhältnis von 760:1.

Verbesserte Farbtemperatur
Zwar lässt sich im Dynamik-Modus auch mit Farbfilter keine absolut
perfekte Farbtemperatur von durchgehend 6500K realisieren, doch zeigt
obiges Diagramm eine gute Annäherung, die im Filmbetrieb zu einer
durchaus akzeptablen Farbreproduktion führt.
Auch die Gammaverteilung "leidet" leicht:

Sie steigt ein wenig zu stark an und flacht gegen Ende hin etwas ab.
Dadurch geht ein wenig Dynamik in hellen Bildbereichen verloren. Das gute
Mittel von 2.15 gewährleistet aber immer noch eine gute Helligkeitsverteilung.
Die Verwendung eines Farbfilters ist jedem zu empfehlen, dem eine Kontraststeigerung
von ca. 35% wichtiger erscheint, als eine perfekte Farbreproduktion bzw.
Gammaverteilung.
Detaillierte Informationen und Erklärungen zur Funktionsweise der
Kontrasterhöhung durch Farbfilter finden Sie in unserem Tipps &
Tricks Bereich: "Kontrasterhöhung
und Schwarzverbesserung bei Digitalprojektoren - Farbkorrektur- und Graufilter
helfen manchmal Wunder".
4. PC Anschluss / HTPC Tauglichkeit
(Know
How Link hier)
Durch ihren Ursprung im Präsentationsbereich verfügen Digitalprojektoren
fast grundsätzlich über eine PC-Unterstützung. So auch
der PT-AE 200E. Über die Sub-D Buchse lassen sich alle gängigen
PC-Signale wie VGA, SVGA, XGA etc. einspeisen. Allerdings beeinträchtigt
die relativ geringe native Auflösung die Detailwiedergabe deutlich:
Alle Auflösungen über VGA müssen "heruntergerechnet"
werden. Dies führt zu unleserlichen Schriften. Doch für das
gelegentliche Videospiel im Großbildformat ist die Darstellung vollkommen
ausreichen.
Eine im Projektionsbereich häufige Anwendung ist der Einsatz eines
Home Theater PCs. Er kann, je nach Ausstattung, die Bildqualität
des Kinobildes noch weiter verbessern, z.B. durch eine pixelgenaue Skalierung.
Voraussetzung hierfür ist eine gute PC-Signalverarbeitung des Projektors
in 48Hz, 50Hz, 60Hz, 72Hz und 75Hz.
All diese Frequenzen verarbeitet der PT-AE 200E ohne Probleme. Ein HTPC
lässt sich somit einsetzen.
5. HDTV Wiedergabe
Der Projektor verarbeitet alle üblichen Signalstandards, darunter
auch HDTV bis hin zu 1980 x 1080i. Der Anschluss z.B. eines D-VHS Rekorders
in HDTV stellt somit kein Problem dar. Auch der kommende HDTV 50 Standard
wird unterstützt. Die geringe native Auflösung des Projektors
(weniger als ein Viertel von HDTV) reicht in der Praxis allerdings nicht
aus, um einen Auflösungs- bzw. Bildgewinn durch HDTV zu erzielen,
zu sehr muss das Bild "heruntergerechnet" werden. Lediglich
die bessere Farbauflösung und die geringere Artefaktbildung von HDTV
bringen Vorteile. Eine sinnvolle HDTV Nutzung ist erst ab einer nativen
XGA Auflösung des Projektors gegeben.
6. Fazit
Der Panasonic PT-AE 200E ist sein Geld in jeder Hinsicht wert: Er kombiniert
praktische Ausmaße, eine gute Verarbeitung und viele Anschlussmöglichkeiten
mit einer guten Bildwiedergabe, besonders in Verbindung mit einem Progressive
Scan DVD Player. Die im Test aufgedeckten Mankos sind in dieser Preisklasse
zu vernachlässigen. Für rund € 1300.- befinden sich kaum
bessere Projektoren auf dem Markt. Wer eine deutlich höhere Bildqualität
erwartet, muss tiefer in die Tasche greifen: Qualitativ große Sprünge
gibt es erst ab € 2000.- .
Bewertung
+ Gute Anschlussmöglichkeiten
+ Sehr leise
+ lange Lampenlebensdauer
+ kräftige Farben
+ Kontrastverhältnis bis zu 750:1
- Schwarzwert nur durchschnittlich
- Auflösung unter PAL Standard
- Screendooreffekt / Shading
- Großer Overscan
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Bewertung
gesamt : 2,1 (Gut)
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Ausstattung
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1,9 (Gut )
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Bedienung
|
1,8 (Gut +)
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Technik
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2,7 (Befr. +)
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Bild
|
2,6 (Gut / Befr.)
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Preis Leistung
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1,2 (Sehr Gut)
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Technische Details (Herstellerangaben!):
- Stromversorgung: 100 V - 240 V 50/50 Hz
- Leistungsaufnahme: 180 W (in Betriebsbereitschaft, ausgeschaltetes
Gebläse): ca. 1,5W)
- Stromaufnahme: 2,2 A - 0,8 A
- LCD:Typ 0,7 (17,78 mm), Seitenverhältnis: 16:9, System :
Aktivmatrix
- Auflösung: 41 5 272 (858 x 484) Pixel x 3 LCDs
- Objektiv: Objektiv mit manuellem Zoom (1 -1 ,2)/ScharfeinsteIIung
Blende F 2,0 - 2,3, Brennweite f 22,0 mm -26,2 mm
- Lampe: UHM (120 W)
- Helligkeit: 700 Im(ANSI)
- Abtastfrequenz: (für PC-Signale) Horizontale Abtastfrequenz:
30 kHz-70 kHz, Vertikale Abtastfrequenz: 50 Hz-87 Hz, Zeilentaktfrequenz:
weniger als 100 MHz
- YPbPr Signale: 525i (480i), 625i, 525p (480p), 750p(720p), 1125i
(1080i)
- Farbsystem: 7 (NTSC/NTSC 4,43/PAL/PAL-M/PAL-N/PAL6O/SECAM)
- Projektionsgröße: 101 6 mm - 5080 mm (40" - 200")
- Projektionsabstand: 1,2 m - 7,4 m
- Verschiebung der optischen Achse: 17: 1 (fest)
- Bildseitenverhältnis: 16:9
- Montage: Front/Rückprojektion/Deck/Tisch (Einstellmenü)
- Lautsprecher: 1 x 4 cm x 3 cm (oval)
- Maximaler Lautstärkepegel: 2 W (Mono)
- Anschlüsse: SD-Karten-Slot, S-Video-Eingang (Hosiden), Video-Eingang
(RCA), Audio L+R Eingang, RGB-IN (15polig), YUV-Komponenteneingang, Scart
- Breite x Höhe x Tiefe in cm (ca.): 28,0 x 8,0 x 27,2
- Gewicht: 2,9 kg
- Unverbindliche Preisempfehlung(inkl. MwSt.): 1.699,00 €
Ekkehart Schmitt
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