Test: DLP Projektor Sharp Z 90 / Z 91
Der "Edle" unter den SVGA Projektoren
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DLP Projektoren werden immer günstiger. Die Einstiegsklasse mit SVGA (800 x 600 Pixel) Auflösung beginnt bereits unter € 2000.-. Leider sind viele dieser günstigen Geräte mit deutlichen Kompromissen in Sachen Bildqualität behaftet (Rainbow Effekt, Bildrauschen etc.). Die Sharpmodelle liegen mit einem Preis von ca. € 2200.- (Z 90) bzw. € 2499.- (Z 91) über der "Mindestmarke".

Ob sich der Mehrpreis gegenüber der Billig-Konkurrenz bei der (Bild-) Qualität und Ausstattung bezahlt macht, haben wir untersucht.
Wir verweisen im voraus auf unsere Testkriterien, die ausführlich in unserem Know How Special: "Projektoren / PlasmaTVs - Qualitätsmerkmale - Die Testkriterien von Cine4Home" beschrieben werden.


1. Ausstattung und Technik (Know How Link hier)

Der Sharp Z-91 fällt durch sein extravagantes "UFO"-Design auf. Die abgerundete und ungewöhnliche Form ist zwar gewöhnungsbedürftig, hebt sich aber vom typischen Einheitsdesign ab.

Außergewöhnlich solide erscheint die Verarbeitung und Materialanmutung. Das Gehäuse ist nicht aus günstigem Silber-Plastik, sondern stabil mit Perl-Lackierung.

Der Projektor steht nicht auf Füßen, sondern wie ein Computermonitor auf einem Sockel, der in alle Richtungen gekippt werden kann.


1.1 Technik (Know How Link hier)

Im Inneren des Projektors arbeitet ein Texas Instruments DMD Chip mit einer nativen Auflösung von 800 x 600 Pixeln im 4:3 Format. Diese ist für Standard PAL-Material im 4:3 Format ausreichend, kann aber nicht den Auflösungsgewinn von 16:9 anamorph aufgezeichneten DVDs nutzen
Bei der verwendeten "Single Chip" Technologie werden die Grundfarben sequentiell (zeitlich hintereinander) vom Farbrad erzeugt. Das im Z90/91 verwendete Farbrad besteht aus 6 Segmenten, um den unschönen Rainbow Effekt zu minimieren.
Die Projektionslampe, eine 150 Watt SHP Birne, hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 2500 Stunden. Bei einem Preis von ca. € 420.- ist das Filmegucken ein bezahlbares Vergnügen: 17 Cent / Stunde "kostet der Spaß".
Die Belüftung erfolgt durch die seitlichen Einlässe, die ein wenig an Formel 1 Boliden erinnern:

Mit 29 dB ist der erzeugte Geräuschpegel angenehm gering. Das Filmeschauen wird nicht durch störendes Rauschen gestört.


1.2 Bildsignale (Know How Link hier)

Wie alle modernen Projektoren stellt der Sharp Z90/91 nahezu jedes Bildsignal dar: PAL (576i / 576p), NTSC (480i / 480p), HDTV (720p / 1080i) sowie alle gängigen PC Auflösungen. Damit steht das Gerät für alle erdenklichen Anforderungen zur Verfügung.


1.3 Anschlüsse (Know How Link hier)

Günstige Projektormodelle "geizen" oft mit der Anzahl an Eingängen. Nicht so der Sharp: An der Geräterückseite befindet sich für jede Signalart ein Eingang: 1 x YUV, 1 x RGB, 1 x S-Video, 1 x Composite.

Lediglich auf einen DVI-Anschluss muss verzichtet werden. Schade, sorgt der neue digitale Bildstandard für eine perfekte Bildübertragung und wird in Zukunft an vielen DVD-Playern zu finden sein.

Zur Gerätesteuerung und für Software-Updates verfügt der Projektor auch über eine RS-232 Schnittstelle. Mit Hilfe eines PCs lässt sich so die Steuerung "automatisieren", eine beliebte Anwendung, besonders bei HTPC Nutzern.

Etwas unpraktisch erscheint die Anordnung der Anschlüsse, die Eingänge sind links und rechts getrennt an der Geräterückseite. Dies verbreitert den "Kabelbaum" unnötig. Immerhin ist im Lieferumfang eine Blende enthalten, die die Kabel verdeckt.


"Kabelabdeckung"

1.4 Aufstellung (Know How Link hier)

Entscheidender Faktor der Projektoren-Aufstellung ist der Projektionsabstand. Hier liegt auch der einzige Unterschied zwischen den Modellen Z90 und Z91: Während der Z90 sehr große Projektionsabstände für große Bildbreiten erfordert, bietet der Z91 eine Short-Throw Optik, die auch schon bei geringen Abständen große Bilder ermöglicht. Somit ist der Z91 für praktisch alle Räume, auch kleinere, geeignet. Auf wenig Platz lassen sich große Bilddiagonale erzeugen. Der günstigere Z90 benötigt wesentlich mehr Platz.

Projektionsabstandstabelle "Z 91"

Bildbreite Projektionsabstand Min. Pro-Abstand Max.
1,6 m 2,5 m 2,92 m
1,9 m 2,92 m 3,47 m
2,0 m 3,05 m 3,66 m
2,3 m 3.52 m 4,26 m
2,5 m 3, 77 m 4,56 m


Projektionsabstandstabelle "Z 90"

Bildbreite Projektionsabstand Min. Pro-Abstand Max.
1,6 m 4,0 m 4,8 m
1,9 m 4,7 m 5,6 m
2,0 m 5,1 m 6,2 m
2,3 m 5,6 m 6,7 m


Die integrierte manuelle Zoomfunktion der Optik gewährleistet einen gewissen Spielraum bei der Bildgrößenanpassung (vgl. Tabellen).
Ebenfalls manuell an der Optik muss die Schärfe des Bildes angepasst werden.

Gerade der flexible Aufstellungsfuß verleitet gerne zu einer leicht schrägen Aufstellung. Dennoch sollte man auf eine absolut waagerechte Tisch- oder Deckenmontage achten. Zwar hat der Z90/91 eine digitale Trapezkorrektur, doch reicht die native Auflösung des Displays nicht aus, um bei ihrer Verwendung einen massiven Auflösungsverlust zu verhindern.

Vereinfacht wird die waagerechte Aufstellung durch einen wirklich hervorragend funktionierenden Lens-Shift. Mit einem Drehrad am Projektor kann die vertikale Bildposition stufenlos verstellt werden. Damit wird eine Trapezkorrektur praktisch ersetzt


Das Lens-Shift Rad


2. Bedienung (Know How Link hier)

Die Gerätebedienung erfolgt im Normalfall über die mitgelieferte Fernbedienung und die On-Screen Menus des Projektors.

2.1 On Screen Menus / Fernbedienung

Fernbedienung
Die Fernbedienung ist wahrer "Luxus" im Vergleich zu vielen anderen Projektor-Fernbedienungen. Sie ist angemessen groß, sehr gut verarbeitet und liegt gut in der Hand. Ihr Aluminiumfinish sorgt für ein ansprechendes Design:

Wie es sich für eine Fernbedienung, die vornehmlich in dunklen Räumen verwendet wird, gehört, verfügt sie über eine zuschaltbare, elektrische Beleuchtung.
Die Tasten sind übersichtlich gegliedert und bieten alle Standard-Optionen (z.B. Eingangswahl) bequem per Tastendruck. Die Übertragung erfolgt zuverlässig, auch wenn mit abnehmender Batteriestärke die Ausrichtungsflexibilität nachlässt.

An der Sharp Variante sollten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen. Noch immer kommt bei den meisten (auch teuren) Projektoren die Fernbedienung zu kurz.

Wer gerade keine Fernbedienung zur Hand hat, kann die Gerätesteuerung auch direkt am Projektor vornehmen. Hier finden sich die wichtigsten Funktionstasten wieder.


"Schicke" Plexiglastasten am Projektor


Menus
Ebenfalls vorbildlich sind die übersichtlichen und zugleich grafisch ansprechenden On-Screen Menus. In sinnvollen Kategorien sind die Einstellfunktionen gruppiert.

Die Einstellungsvielfalt kommt nicht zu kurz. Das besonders wichtige Bildmenu bietet alle relevanten Parameter: Kontrast, Helligkeit, Farbtemperatur, Gammaverteilung und einen separaten Rot / Blau Abgleich.

Wem das nicht genug ist, für den stehen in einem speziellen RGB Menu weitere Funktionen zur Verfügung.

Hier können für jede Farbe einzeln Bias- und Gain- Settings festgelegt werden. Warum dieses Untermenu allerdings nur mit einer recht umständlichen Tastenkombination direkt am Projektor aufgerufen werden kann, erscheint ein wenig unverständlich. Eine "normale" Integration in den Standard-Menus wäre hier durchaus sinnvoll. Vielleicht eine Anregung für das nächste Software-Update.

Nichtsdestotrotz zeigt sich der Z90/91 als ungemein vielseitig einstellbarer Projektor. Die Menus gewährleisten eine optimale Bild und Signalanpassung an die gegebenen Umstände. Abgespeichert werden können die individuellen "Kalibrierungen" in mehreren Speicherbänken.


2.2 Bedienung Fazit

Die Bedienung des Sharp Z90/91 ist durchweg vorbildlich. Die sehr gute Fernbedienung, die übersichtlichen und schnell zu bedienenden Menus und die zahlreichen Einstelloptionen bieten dem Anwender ein durchdachtes und außerordentlich gutes Bedienkonzept. Damit dürfte im Alttag kein "Frust" aufkommen. Nur die Aktivierung des RGB-Menus erscheint umständlich.


3. Bildtest

Entscheidend für die Qualität des Projektors ist die Bildqualität. Dank der vielen Einstellparameter bietet der Z90/91 diverse Möglichkeiten, das Bild zu optimieren. Wir gehen jeweils an entsprechender Stelle in unseren Testrubriken darauf ein.


3.1 Screendoor / Raster (Know How Link hier)

DLP Projektoren zeigen in der Regel einen sehr geringen Pixelabstand. Auch der Z90/91 profitiert hier von der Technik. Die Abstände sind angenehm klein und auch bei kürzeren Betrachtungsabständen nicht störend.


Die Pixelstruktur des Z90/91, stark vergrößert

Einzig limitierender Faktor ist die native Auflösung von 800 x 600 Pixeln. Bildgröße und geringer Betrachtungsabstand sollten nicht übertrieben werden, da sonst unter Umständen die Pixel "erkannt" werden können.
Dennoch: Hier zeigt sich eine klare Überlegenheit gegenüber LCD Projektoren, gerade im SVGA Bereich.
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3.2 Farbumfang (Know How Link hier)

Wie "farbenfroh" ist der Z90/91? Das Farbumfangs-Diagramm zeigt: Im Rotbereich übertrifft der Projektor sogar den recht "anspruchsvollen" HDTV Standard (schwarzes Dreieck).

Nur im Tiefblau und Grünbereich zeigen sich kleine Defizite. Diese Ergebnisse ergeben im Betrieb eine lebendige Farbreproduktion mit ansprechender Dynamik. Man sollte sich bei der Einstellung aber nicht dazu verleiten lassen, die Farben zu "überdrehen". Darunter leidet der natürliche Bildeindruck.


3.3 Farbtemperatur (Know How Link hier)

Die Farbtemperatur kann im Bild-Menu auf verschiedene Kelvin Werte eingestellt werden. Wie in vielen unserer Know How Texten erläutert, muss für eine optimale Videowiedergabe eine durchgehende Farbtemperatur von 6500K erreicht werden. Leider zeigt sich die voreingestellte "6500k" Option des Z90/91 hier wenig zuverlässig:


Rotüberschuss im 6500k Betrieb

Das Diagramm zeigt einen beträchtlichen Rotüberschuss. Über alle Helligkeitsniveaus ist "zu viel Rot im Spiel".
Dies führt zu einer zu warmen Gesamttemperatur von durchschnittlich 5900K:


Die 6500K Einstellung ergibt tatsächlich nur 5900k!

Wesentlich bessere Ergebnisse liefert die Einstellung "7500k". Hier liegt die tatsächliche Farbtemperatur sehr genau bei 6500k. Allerdings werden nicht alle Kontrastressourcen des Projektors ausgenutzt.


"gute" Annäherung an 6500k in der "7500k" Menu-Einstellung, allerdings keine volle Kontrastausnutzung

Das beste Kontrast / Farbtemperatur - Ergebnis erhält der Projektor bei "6500K" Einstellung mit anschließender Korrektur des Rotüberschusses per Bildmenu.


Nach Kalibrierung: Weitgehend homogene und genaue Farbtemperatur bei maximalem Kontrast

Im RGB Diagramm sieht man die akkurate Rot, Grün und Blau Verteilung.


Insgesamt ist der Sharp Z90/91 in der Lage, eine sehr homogene durchgehende Farbtemperatur von 6500K einzuhalten. Nur um den Helligkeitslevel "20 IRE" ist eine leichte Abweichung wahrzunehmen. Eine perfektionierte Einstellung erfordert eine eingehende Kalibrierung. Die "Ungenauigkeit" der angegeben Farbtemperaturen im Bildmenu mit Abweichungen von 1000k sind für Laien irreführend.


3.4 Schwarzwert, Kontrast, Helligkeit (Know How Link hier)

In Sachen Schwarzwert ist die DLP Technologie mittlerweile unter den Digitalprojektoren führend. Geräte neuerer Generationen weisen bereits einen so guten Schwarzwert auf, dass die meisten dunklen Szenen nicht "grau und flau" wirken. Kontrastverhältnisse von weit über 1000:1 sind keine Seltenheit mehr.

Für die Kalibrierung des Schwarzpegels und der Maximalhelligkeit stehen im Bild Menu die Funktionen "Brightness" und "Contrast" zur Verfügung. Besonders den Kontrast sollte man hier nicht zu "hochdrehen", da sonst schnell ein ungewollter "Clipping" Effekt zu sehen ist: Helle Bildbereiche erscheinen undifferenziert, einheitlich weiß, Details gehen verloren. Bei vernünftig eingestellten Parametern erzielt man gute Ergebnisse:

Der Sharp Z90/91 zeigt einen guten Schwarzwert. Zwar erscheint auch hier Schwarz nur als dunkles Grau, allerdings dunkel genug, um nicht zuviel Bildtiefe zu rauben.
Einen kleinen Rotstich im Schwarz bringt das Gerät mit sich, dies ist aber für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar.


Leichter Rotüberschuss unter 5 IRE

Die Maximalhelligkeit ist gleichzeitig sehr gut: Helle Szenen wirken natürlich, Tagesaufnahmen realistisch. Auch größere Bilddiagonalen lassen sich realisieren.

Das Kontrastverhältnis (Weiß gegenüber Schwarz) gibt Sharp in den technischen Daten mit 1200:1 an. Diesen Kontrast kann der Projektor auch erreichen, allerdings nicht bei einer korrekten Farbtemperatur von 6500K. Optimiert man diese (vgl. oben), bleibt ein gemessener Kontrast von knapp 900:1 übrig. Dieses Ergebnis ist aber immer noch, gerade in dieser Preisklasse, mit gut zu bewerten. Es gibt genügend Spielraum für eine ansprechende Dynamik mit zahlreichen Helligkeitsabstufungen. Weitere Erläuterungen zum Thema Kontrast finden Sie in unseren Know How Specials: "Kontrast bei Digitalprojektoren, wie wichtig ist er wirklich?" und "Kontrastangaben bei Projektoren und Plasmadisplays ".


3.5 Gammaverteilung / Homogenität (Know How Link hier)

Ausschlaggebend für eine akkurate Bildwiedergabe und einen natürlichen Kontrasteindruck ist die Gammaverteilung. Nur eine akkurate Gammakurve bewirkt ein homogenes Helligkeit / Signalpegel Verhältnis.
Der perfekte Wert entspricht hier einer 2.2 Gammakurve. Wird sie genau getroffen, erscheint die Helligkeit im Bild stets "richtig", keine Bildelemente wirken künstlich aufgehellt oder werden von Dunkelheit verschluckt. Eine zu "flache" Gammakurve (<2.2) erzeugt ein zu flaues Bild während zu "steile" Gammakurven mittlere Helligkeiten falsch darstellen.
Der Sharp Z90/91 bietet im Bild-Menu eine Gamma-Einstelloption. Sie sollte auf "Standard" gestellt werden. Im Ergebnis liefert der Projektor, richtige Kontrast / Brightness Kalibrierung vorausgesetzt (vgl. oben), eine sehr gute 2.2 Gammakurve


Sehr akkurate Gammaverteilung

Die Kurve ist gleichmäßig steigend, ohne "Sprünge" oder Abflachungen. Diese Genauigkeit wird mit eine sehr homogenen Helligkeitsverteilung im Bild belohnt. Auch bei Aus- und Einblendungen erscheinen keine Ungleichmäßigkeiten. Die Durchzeichnung in dunklen Szenen ist stets gewährleistet.


3.6 Ausleuchtung (Know How Link hier)

Nach einer kurzen "Aufwärmphase" der Projektionsbirne bietet das Bild eine gleichmäßige Ausleuchtung. Auch zu den Bildrändern hin sind keine gravierenden Helligkeitsverluste wahrzunehmen.


3.7 Overscan (Know How Link hier)

Der Overscanbereich (nicht dargestellte Bildinformationen) des Z90/91 ist relativ groß. Links und rechts "unterschlägt" der Projektor jeweils rund 30 Pixel, oben und unten jeweils 15. Dies entspricht einem Auflösungsverlust von ca. 9% horizontal, und ca. 5% vertikal. Diese Werte sind zwar gerade noch akzeptabel, doch so manches Konkurrenzgerät schneidet hier besser ab.


3.8 Bildrauschen / False Contour / Dithering (Know How Link hier)

Eines der Hauptmankos der DLP-Projektion ist nach wie vor die Helligkeitserzeugung durch Kippintervalle. Die Schnelligkeit der Kippintervalle beeinflusst den Helligkeitslevel, je langsamer, desto dunkler "die Farbe".
Unangenehmer Nebeneffekt dieser Methode ist ein sichtbares Rauschen in dunklen Grau und Farbtönen. Selbst High-End Projektoren der hohen Preisklassen haben dieses Problem noch nicht vollständig beseitigt. Bei einem günstigem Einstiegsprojektor wie dem Sharp Z90/91 sind diese Rausch-Artefakte natürlich auch sichtbar. Dunkle Grautöne zeigen ein deutliches Bildrauschen.
Bei besonders dunklen Helligkeits- (IRE) Leveln ist auch der Dithering - Effekt deutlich sichtbar: Hier erscheinen Flächen gerastert, nach dem Prinzip eines Zeitungsbildes.
Ein gutes Bild gibt der Projektor hingegen beim False Contour Effekt ab. Auch bei bewegten, fein abgestuften Bildelementen geht nicht viel Dynamik verloren. Es verwischen kaum Helligkeitsunterschiede und auch Farbverfälschungen sind nur im geringen Maße auszumachen.


3.9 De-Interlacing (Know How Link hier)

Der Sharp Z90/91 verfügt leider über keinen Film-Deinterlacer. Sämtliches Bildmaterial wird wie Standard-Videomaterial behandelt. Dies reicht für "normale" Fernsehquellen wie Shows, Sport oder Dokumentationen aus. Videomaterial wird mit guter Qualität auf eine progressive Darstellung umgerechnet. Nur bei schmalen Details zeigen sich hier und da Unruhen.

Für die Filmwiedergabe von DVD ist der De-Interlacer allerdings nicht zu empfehlen. Hier werden die Kinobilder nicht akkurat rekonstruiert, sondern wie bei Videomaterial jeweils aus einem Halbbild berechnet. Dies gewährleistet nicht die maximale Detailauflösung von Film-DVDs. Aus diesem Grund ist als Zuspielung ein Progressive Scan DVD Player erforderlich. Der DVD Player übernimmt das De-interlacing, die Projektoren-Elektronik wird umgangen. Progressive Scan Player sind im Kommen. Schon ab € 250.- sind qualitativ gute Geräte von bekannten Marken erhältlich.



3.10 Detailtreue / Skalierung / Schärfe (Know How Link hier)

Für eine detailliert scharfe Bilddarstellung sind drei Komponenten ausschlaggebend: Signalverarbeitung, native Auflösung und Skalierung.

Die Signalverarbeitung des Sharp Z90/91 arbeitet mit sehr guter Qualität. Im Bildmenu kann die Bildschärfe auf die Signalquelle angepasst werden. Bei korrekter Einstellung ergibt sich eine sehr gute Bildschärfe, die keine störenden Doppelkonturen aufweist.

Die native Auflösung des Projektors liegt mit 800 x 600 Pixeln leicht über dem PAL DVD Standard (720 x 576). Im 4:3 Format ist eine volle Auflösungsnutzung möglich. Anders sieht es bei anamorph aufgezeichneten DVDs aus. Hier wird die PAL Auflösung auf das 16:9 Format "komprimiert". Im 16:9 Bereich verfügt der SVGA Projektor aber nur über eine Auflösung von 800 x 450 Pixeln. Die ist zwar ausreichend für amerikanische NTSC DVDs, aber zu wenig für PAL.
Im Ergebnis zeigt sich ein leichter Detailverlust in der Vertikalen. Dank der guten Skalierungseigenschaften des Projektors ist diese "Reduktion" wenig augenfällig.

Die Skalierungselektronik muss die Auflösung des Eingangsignals auf die native Auflösung des Projektors "umrechnen": Die horizontale Auflösung muss von 720 auf 800 Pixel erhöht, die vertikale von 576 Pixel auf 600 erhöht (4:3) bzw. auf 450 reduziert (16:9) werden.
Diese Aufgabe bewältigt der Sharp Z90/91 mit vorbildlichen Ergebnissen. Auch bei kleinen, bewegten Bildelementen oder feinen Strukturen sind keine Linearitätsschwankungen oder Interferenzen zu erkennen. Nur bei anamorph aufgezeichneten PAL DVDs ist oben beschriebener leichter Detailverlust unumgänglich.

Alles in allem sorgt die sehr gute Signal- und Skalierungselektronik für ein detailliert scharfes, klares Bild, das bei akkurater Schärfeeinstellung den natürlichen Kinocharakter weitgehend bewahrt.
Das einzige Defizit, der Auflösungsverlust im 16:9 Format, kann durch eine Zusatzoptik ausgeglichen werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Know How Special: "Externe Bildverbesserung durch Anamorph-Optik".



3.11 Rainbow Effekt (Know How Link hier)

Viele günstige Einstiegsprojektoren mit DLP Technik leiden noch "deutlich" unter dem Rainbow Effekt. Das verwendete Farbrad zur sequentiellen Grundfarbenerzeugung weist nur drei Segmente (Rot, Grün und Blau) auf. Diese Methode ist im Grunde zu langsam für das menschliche Auge. Die Folge: Ungewollte Regenbogenfarben bei kontraststarken Bildpartien und schnellen Bewegungen.
Nicht so bei dem Sharp Z90/91: Hier dreht sich das Farbrad mit erhöhter Geschwindigkeit. Für die Erzeugung der Grundfarben sind 6 Farbsegmente integriert, für jede Grundfarbe zwei. Diese "Beschleunigung" vermindert den störenden Rainbow-Effekt deutlich. Auch in kontraststarken Action-Szenen erscheinen kaum die ungewollten Farb-Artefakte. Damit eignet sich der Projektor auch für Anwender mit empfindlichen Augen.


3.12 Fazit Bild

Der Sharp Z90/91 beeindruckt mit durchweg guten Bildeigenschaften. Der Farbumfang ist groß genug um eine kräftige Farbdarstellung auch von bunten Zeichentrickfilmen zu gewährleisten, die akkurate Gammakurve sorgt für eine gleichmäßig stimmige Helligkeitsverteilung und eine homogene Farbtemperatur von 6500k bewirkt eine perfekte Farbreproduktion. Mit einem Kontrast von 900:1 und gutem Schwarzwert / Weißpegel ist genügend "Platz" für eine Bilddynamik mit guter Tiefenwirkung und feinen Helligkeitsabstufungen. Einen Progressive-Scan DVD Player sollte man aber schon sein Eigen nennen: Die De-Interlacing Elektronik ist maximal für Standard Fernsehprogramm geeignet, bei Film DVD liefert sie nur eine ausreichende Detailwiedergabe. Bei progressiver Zuspielung hingegen ergibt sich dank der guten Signalelektronik und Skalierung ein scharfes, detailliertes Bild. Nur die Vorzüge von anamorphen PAL-DVDs können durch die native SVGA Auflösung nicht komplett ausgenutzt werden.

Bewertung Bild gesamt : 2,2 (Gut)

Schwarzwert & Kontrast

2,1 ( Gut)

Schärfe & Interpolation

2,1 (Gut)

Farbwiedergabe

1,7 (Gut +)

De-Interlacing

3 (Befr.)

Sonstige Aspekte

2,3 (Gut -)




4. PC Anschluss / HTPC Tauglichkeit (Know How Link hier)

Ein moderner Videoprojektor dient nicht nur als "Filmmaschine", er kann auch als großer PC Monitor verwendet werden. So auch der Sharp Z90/91 : Sein PC-Anschluss erlaubt die Einspeisung von PC-Signalen diverser Auflösungen. Alle Auflösungen über SVGA müssen allerdings von der internen Skalierungselektronik auf SVGA "heruntergerechnet" werden. Perfekte Bildergebnisse erzielt man daher grundsätzlich bei der Verwendung von 800 x 600 Pixeln. Dieses Signal wird nicht "nachbearbeitet", sondern gelangt mit vollem Detail an die Leinwand. Entsprechend gut sind die Ergebnisse: Das Bild erscheint stets pixelgenau scharf.

Diese "native" Ansteuerung unterstützt der Sharp Projektor allerdings nur in 60Hz ruckelfrei. Passt man die Bildwiederholfrequenz auf den PAL Standard (50Hz) an, so zeigen sich bei Bewegungen deutliches Bildruckeln und Tearing (horizontales "Zerreisen in zwei Bildhälften). Der Verwendung eines Home Theater PCs sind hier deutliche Grenzen gesetzt.
Verhindern kann man das ungewollte Bildruckeln, indem man die PC-Auflösung auf 720x576 Pixel, also auf DVD-Auflösung, umstellt. Diese Auflösung stellt der Projektor auch im PC-Modus absolut flüssig, ohne Bildstörungen dar. Allerdings übernimmt in diesem Fall die Projektor-interne Elektronik die Skalierung (Auflösungsanpassung). Die perfekten Skalierungseigenschaften teurer Grafikkarten (z.B. Radeon 9500) lassen sich somit nicht nutzen. Dies ist jedoch kein Beinbruch, ist die interne Skalierung des Sharp Z90/91 doch ebenfalls gut.


5. HDTV Wiedergabe

Auch in Europa wird der neue High-End Bildstandard früher oder später Einzug erhalten. Schon jetzt gibt es zahlreiche Fans, die sich HDTV Hardware & Software aus den USA oder Japan importieren. Mit einer Auflösung von 1280 x 720 bzw. 1920 x 1080 Bildpunkten ist die Detaildarstellung um ein Vielfaches höher als die unseres veralteten PAL-Standards.
Profitiert ein SVGA Projektor wie der Z90/91 von den Vorzügen von HDTV? Ja, denn neben der erhöhten Auflösung bietet HDTV auch eine bessere Farbdarstellung, weniger Komprimierungsartefakte und einen stets sehr guten Kontrast. Nur der eigentliche Vorteil, die Detailsteigerung durch mehr Auflösung, kann mit dem Sharp nicht genutzt werden. Um hier Verbesserungen zu sehen, muss man mindestens auf einen XGA Projektor zurückgreifen. Doch die sind als DLP Projektoren in dieser Preisklasse nicht zu finden.


6. Fazit

Der Sharp Z90/91 ist ein rundum gelungenes, vernünftiges Gerät. Er bietet eine hervorragende Verarbeitung, ein ausgefallenes Design und eine gute Ausstattung. Mit seinen zahlreichen Eingängen können die meisten Bildquellen angeschlossen werden. Die Bedienung wird dank der sehr guten Fernbedienung und der übersichtlichen, gut strukturierten Menuführung zum Vergnügen. Durch zahlreiche Parameter lässt sich eine umfassende Bildoptimierung vornehmen. Im Ergebnis "strahlt" der Projektor mit einem durchweg guten Bild, das das Erlebnis des Kino-Großbildes angemessen in die heimischen vier Wände zaubert.
Der Aufpreis zur Billigkonkurrenz ist in jeder Hinsicht gerechtfertigt: Hier kommt keine veraltete DLP Technik mit all ihren Limitationen (Rainbow Effekt, False Contour etc.) zum Einsatz, sondern moderne Weiterentwicklungen (z.B. 6-Segment Farbrad), die sich im Bild bemerkbar machen.

Der Sharp Z90/91 ist daher jedem zu empfehlen, der einen günstigen Projektor sucht, aber in Sachen Bildqualität keine Kompromisse eingehen will: Viel DLP-Bild zum fairen Preis! (Bezugsquelle: www.grobi.tv)


7. Bewertung

+ Sehr gute Verarbeitung
+ Gute Bedienung
+ Viele Einstellparameter
+ Gute Anschlussmöglichkeiten
+ Gute Bildeigenschaften

- Kein Film-De-Interlacing
- Overscan
- DLP-Artefakte

Bewertung gesamt : 1,82 (Gut +)

Ausstattung

1,8 (Sehr gut -)

Bedienung

1,7 (Gut +)

Technik

2,2 (Gut)

Bild

2,2 (Gut)

Preis Leistung

1,2 (Sehr gut)


Anmerkung:

Dieser Test zeigt die Eigenschaften des Projektors in seiner Werks-Ausführung. Durch bestimmte Tuning-Maßnahmen kann das Leistungspotenzial sichtbar erhöht werden. Details >hier<.

 

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick (Herstellerangaben):

- DMD Chip: 1,4 cm (0,55'') DDR 12° Digital Micromirror Device TM (DMDTM ) x 1 by Texas Instruments
- Auflösung: 800 x 600 Pixel
- HDTV Kompatibilität: 1.080i, 720P, 576P, 576i (in intelligenter Kompression), 480P, 480i
- Farbrad: 5 x Speed, Colour Wheel, RGBRGB
- Videosysteme: NTSC/NTSC 4.43/PAL/PAL (60Hz)/PAL-M/
PAL-N/SECAM
- Computer-Systeme: XGA, Mac 19 (in intelligenter Kompression), VGA, SVGA, Mac 16/13
- Objektive: 1:1,2 Linse (manueller Zoom und Fokus),
Manuel Lens-Shift
- Projektionslampe: 150W SHP
- Lebensdauer der Projektionslampe: 2.500 Stunden
- Projektionsgrößen: 64 - 508 cm Diagonale
- Helligkeit: 600 ANSI Lumen
- Kontrast-Verhältnis: 1.200:1 (ON/OFF)
- Geräuschpegel: 29 dB
- Eingänge:
1 x Computer RGB (15 PIN D-Sub) u. YUV
1 x Video (RCA)
1 x S-Video
1 x 3 Cinch
- Spannungsversorgung: AC 100-240V, 50/60 Hz, 215 W (0,6 W Stand by)
- Abmessungen (B x H x T) mm: 368 x 327 x 153,8 mm (Grundabmessungen)
- Gewicht: 4,3 kg

Ekkehart Schmitt

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