| Projektor Tuning: Sanyo PLV-Z3 |
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Kontraststeigerung
bei akkuraten Farben und verbessertem Schwarzwert
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Fast zeitgleich mit dem Panasonic Projektor hat auch Sanyo ein neues Modell ins Rennen gebracht, den PLV-Z3. Auch hier werden für LCD überraschend hohe Kontrast-Werte angegeben. Wir haben überprüft, was für ein Kontrast tatsächlich erreichbar ist, ohne Kompromisse in der Farbdarstellung eingehen zu müssen.
Wir weisen vorab daraufhin, dass in diesem Tuning Artikel ausschließlich
auf Farben, Kontrast und Helligkeitsverteilung eingegangen wird. Der ausführliche
Test, der alle Aspekte des neuen Sanyo Beamers umfassend behandelt, erscheint
in Kürze.
1. Die Ausgangssituation Neu gegenüber dem Z2 sind zahlreiche Bildmodi, die in ihren Bildeigenschaften auf unterschiedliche Anwendungen abgestimmt sind. So gibt es unter anderem "Creative Cinema", "Pure Cinema", "Video", "Dynamic" etc.. Wir haben alle Presets durchgemessen, um den für die Filmwiedergabe besten zu finden. Dies ist, dem Namen nach wenig überraschend, der "Creative Cinema" Mode.
Der Creative Cinema Mode zeigt eine gewisse Annäherung an die für die Einhaltung der Videonorm erforderlichen 6500K in Graustufen. Allerdings ist noch ein sichtbarer Blauüberschuss und Rotmangel zu verzeichnen. Mit einer durchschnittlichen Farbtemperatur von rund 8000Kelvin (siehe Diagramm oben) ist die Bilddarstellung noch deutlich zu kühl (+1500K). Zum Glück bietet der neue Z3, im Gegensatz zu seinem Vorgänger,
nun diverse Bildparameter für die Beeinflussung der drei Grundfarben:
RGB Bias, RGB Gain und RGB Gamma. Zusätzlich blieben die herkömmlichen
RGB Regler des Z2 erhalten. All diese Parameter interagieren miteinander
und es erfordert einiges an Geduld, das System des Projektors zu durchschauen.
Gelingt dies, so ist eine durchweg sehr gute Anpassung an die D65 Videonorm
zu erzielen: In fast allen Helligkeitsbereichen erscheinen so die Farben optimal auf der Leinwand, genau so, wie es von den Machern der Filme beabsichtigt wurde. Dir Farbtemperatur liegt bei konstant 6500K in neutralen Graustufen:
Mit noch mehr Geduld lässt sich sogar ein noch besseres Ergebnis erzielen: Mit akkuraten Farben weiß das Bild schon durchaus zu überzeugen. Doch um einen wirklich glaubwürdigen Bildeindruck zu vermitteln, muss auch die Helligkeits- (Gamma-) Verteilung des Bildes genau abgestimmt sein. Eine richtige Gammaeinstellung gewährleistet, dass alle Bildelemente genau die Helligkeit im Bild erhalten, die beabsichtigt wurde. Messtechnisch aufzeigen lässt sich die Helligkeitsverteilung durch die Gammakurve. Sie zeigt die tatsächliche Bildhelligkeit im Verhältnis zum Eingangs-Pegel. Durch die aktuellen Mastering-Standards im Heimvideo-Bereich ist ein Gammaanstieg von 2,2 bis 2,5 als optimal anzusehen.
Durch die Gamma-Einstellung des Bildmenüs kann zudem die Gammakurve bei Bedarf auf steilere Werte (>2,2) eingestellt werden, um in optimierten Heimkinoräumen einen subjektiv noch plastischeren Bildeindruck zu vermitteln. Ebenfalls lobenswert ist der absolut gleichmäßige Anstieg,
der stets eine akkurate Bildkomposition in Sachen Helligkeit gewährleistet.
Keine Bildelemente sind unnatürlich über- oder unterbetont,
das Bild wirkt räumlich tief wie im Kino. In obigem kalibrierten Zustand erreichen unsere zwei Test-Geräte einen Kontrast von ca. 900:1.
Doch im Rahmen unseres Tuning-Programms wollen wir noch einen Schritt
weitergehen. Die Hersteller-Angabe bzgl. Kontrast beträgt immerhin
2000:1. Kann dieser hohe Wert annähernd erreicht werden?
Beim Sanyo PLV-Z3 kann die Maximalhelligkeit und damit der Kontrast deutlich gesteigert werden. Erhöht man die Bildparameter entsprechend, wird aber ein altbekanntes Problem in der Digitalprojektion deutlich: Je näher man der maximalen Kontrastausbeute kommt, desto mehr gerät die akkurate Farbdarstellung aus dem Ruder. Dies äußert sich Lampenbedingt in einem deutlichen Rotmangel. Obiges RGB-Messdiagramm zeigt einen Blauüberschuss von 100%, der mit wachsender Helligkeit immer weiter abnimmt. Gleichzeitig sind stets ca. 40% zu wenig Rot im Bild.
Die resultierende Farbtemperatur ist damit weit über dem Limit und auch nicht homogen über alle Helligkeitslevel. Dadurch entsteht eine farbliche Verfremdung, die eine akkurate Bilddarstellung des Originals unmöglich macht.
Obiger Bildvergleich zeigt die Art der Verfremdung. Die natürlichen Farben des Originals (Bild links), werden mit einem unnatürlichen Grün- & Blauschleier überzogen. Im Film sind Außenaufnahmen nicht mehr natürlich, Gesichtsfarben wirken unglaubwürdig. Um diese ungenaue Farbdarstellung bei maximiertem Kontrast auszugleichen, muss ein Farbfilter benutzt werden. Im Falle des Z3 ist dies ein Rot-Filter mit ganz leichter Orange Färbung. Er filtert ein wenig mehr Grün als Blau auf das Niveau von Rot herunter. Doch die Wahl des richtigen Filters ist nur der erste Schritt. Als nächstes muss der inhomogene Farbverlauf digital per Bildmenü in jeder Graustufe auf die erforderliche D65 Farbnorm angepasst werden. Dies ist mit hoher Präzision nur bei Verwendung von Messequipment (z.B. Colorfacts) möglich. Auch wird es bei hoher Kontrastausnutzung ungleich schwerer, alle Bildparameter zu koordinieren. Doch mit viel Geduld und Know-How ist es tatsächlich möglich,
die akkurate Farbdarstellung zu "rekonstruieren": Farbverlauf nach Kontrast-Optimierung Der Sollwert von 6500K in allen neutralen Graustufen wird wieder erreicht: Gleichzeitig gelingt es durch den Filter, den störenden Blaustich in Schwarz zu verringern. Der Schwarzwert wird nicht nur deutlich verbessert, sondern auch farblich neutraler. Ein weiteres Problem ist die Erhaltung der akkuraten Gammakurve, doch
auch hier bietet der Z3 genügend Bildparameter, die einen Einfluss
möglich machen. Obiges Diagramm zeigt den Gammaverlauf unseres getunten Testgerätes.
Mit einem Anstieg von 2,3 liegt sie gut im Optimal-Bereich. Ihr gleichmäßiger
Anstieg kann ohne Kompromisse erhalten bleiben. Das Bild wirkt homogen
ausgeleuchtet, keine Details verschwinden im Dunklen oder Hellen.
3. Fazit Wie äußert sich das vorgestellte Tuning im Bild? Ein wesentlicher Vorteil zeigt sich in der Verbesserung des Schwarzwertes. Dank des verwendeten Filters wirkt schwarz deutlich dunkler als ohne Filter, dunkle Szenen verlieren ihren "Grauschleier" und wirken räumlich tiefer und glaubwürdiger. Das bekannte Hauptmanko der Digital-Projektion wird damit deutlich verringert. Im Falle des Z3 zeigt sich die Kontrasterhöhung nicht nur im verbesserten Schwarz, auch die Maximalhelligkeit wird deutlich erhöht. Ein getunter Z3 ist im Vergleich zu einem kalibrierten Creative Cinema Mode um ca. 20% heller. Dadurch gewinnen helle Szenen mehr an "Punch" und Außenaufnahmen wirken auch in nicht optimierten Heimkinoräumen natürlich hell. Diese zwei entscheidenden Vorteile werden gepaart mit einer akkuraten Farb- und Helligkeitsdarstellung, so dass keine Kompromisse zu Gunsten des Kontrastgewinns eingegangen werden müssen. Insgesamt erhält die ohnehin schon gute Bilddarstellung des PLV-Z3
durch das Tuning einen weitern Schub nach vorne, der die LCD-Projektion
zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten gegenüber der DLP-Technik
erscheinen lässt.
oder bei
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