| Projektor Tuning: Optoma ThemeScene H30 |
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Kontrastoptimierung bei akkurater Farbdarstellung |
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In unserem Test hat sich der H30 als sehr leistungsfähiger DLP Projektor mit hervorragenden Kontrasteigenschaften erwiesen. Wie nicht selten bei Einstiegsprojektoren unter €2000.- lässt lediglich die Werksabstimmung zu wünschen übrig. Wir haben untersucht, wie sich der optimale Kontrast mit auch sonst akkurater Bilddarstellung vereinbaren lässt:
Wer genaue Hintergrund-Informationen zu dem Thema Projektor-Tuning erfahren
möchte, sollte sich vorneweg unser großes
mehrteiliges Special rund um die Bildoptimierung durchlesen. Wer noch
detailliertere Informationen zu der Funktionsweise wünscht, dem empfehlen
wir unser Tipps&Tricks Special: Kontrasterhöhung
und Schwarzverbesserung bei Digitalprojektoren.
Obwohl es sich beim H30 um einen Heimkino-Projektor handelt, sind die Werkseinstellungen klar auf den Präsentationsbereich abgestimmt: Hohe Helligkeit und kühle Farbtemperatur. Bezüglich der Farbdarstellung zeigen die Colorfacts-Messinstrumente
einen deutlichen Blauüberschuss, kombiniert mit einem UHP-Lampen
typischen Rotmangel:
Rund 40% zuviel Blau und 20% zuwenig Rot sind im Bild! Dadurch werden die Farben des Kino-Originals sichtlich verfremdet. Außenaufnahmen verlieren an Natürlichkeit, Gesichtsfarben wirken zu blass und vom Regisseur beabsichtigte Stimmungen durch Farbverfremdung werden relativiert. Die durchschnittliche Farbtemperatur in neutralen Graustufen liegt mit
ca. 9600K rund 3000K über dem Sollwert, eine sehr hohe Abweichung.
Legt man Wert auf eine optimale Farbdarstellung, ist eine Nachkorrektur also zwingend notwendig. Gleiches gilt für die Helligkeitsdarstellung:
Mit einem Anstieg von nur knapp über 2,0 ist die Bilddarstellung zu flau: das Bild wirkt leicht ausgewaschen, dunkle Bildpartien werden überbetont, Tiefenwirkung und Dynamik gehen verloren. Auch der Werks-"Normal"-Modus liefert nur unbefriedigende Ergebnisse:
Hier werden helle Bildpartien verschluckt, dadurch gehen wichtige Details in lichtstarken Filmszenen verloren. Der Kontrast der Werks-Einstellung nutzt das Leistungspotenzial des H30 nicht einmal annähernd aus: Nur 600:1 kommen auf der Leinwand an, wenn man den Projektor ohne Veränderung der Bildparameter betreibt.
Die Farbverteilung lässt sich im akzeptablen Rahmen auf die für
neutrale Graustufen notwendigen 6500K annähern: ![]() Eingestellte Farbtemperatur
Hierdurch wird eine akkurate Farbrekonstruktion des Kino-Originals ermöglicht. Die Einstellparameter erlauben auch eine Anpassung der Helligkeitsverteilung
an die Videonorm. Der Helligkeitsverlauf kann durch die Brightness-, Contrast-
und Gamma-Option des umfangreichen Bildmenüs beeinflusst werden.
Mit einem homogenen Helligkeitsanstieg von 2,2 erscheinen alle Bildpartien im Verhältnis zueinander so, wie es von den Filmemachern beabsichtigt wurde. Zudem werden keine Bildelemente, weder dunkle noch helle, unterschlagen. Das erzielbare Kontrastverhältnis bei diesen optimieren Einstellungen
beträgt 900:1, ein guter Wert, der einen plastischen Bildeindruck
vermittelt.
Die Ausgangssituation hat gezeigt, dass der Projektor ein sehr gutes Bild ohne technische "Tricks" erreichen kann, wenn man ihn angemessen einstellt. Doch Optoma gibt in den technischen Daten an, dass der Projektor zu einem Kontrastverhältnis von bis zu 2000:1 in der Lage ist. Dieser Wert ist tatsächlich auch messtechnisch nachweisbar, allerdings nur unter Vernachlässigung aller anderen Bildparameter wie Farbdarstellung und Helligkeitsverlauf. Der Heimkinoperfektionist würde aber gerne diese hohes Kontrastpotenzial ausnutzen, OHNE Kompromisse in der sonstigen Bilddarstellung in Kauf nehmen zu müssen. Wir haben untersucht, in wieweit dies möglich ist. Dazu haben wir im Bias / Gain Menü des Projektors alle Grundfarben auf maximale Lichtausbeute hochgestellt.
Jetzt zaubert der Projektor tatsächlich ein Kontrastverhältnis von über 1800:1 auf die Leinwand, doppelt so viel wie im kalibrierten Zustand. Allerdings leidet die Bilddarstellung deutlich. Da der Kontrastgewinn
fast ausschließlich durch die Erhöhung der Grundfarbe Blau
erzeugt wird, ist die Farbdarstellung mit maximiertem Kontrast noch kühler
als der Werksmodus: Rund 80% (!!) zuviel Blau sind nun im Bild, gleichzeitig 40% zuwenig Rot. Das Bild ist soweit von einer akkuraten Farbdarstellung entfernt, dass es fast schon absichtlich digital verfremdet wirkt. Durch die Kontraststeigerung ist auch der Anstieg der Helligkeitsverteilung
wesentlich steiler, als akzeptabel wäre. Mit ca. 2,8 wird der gesamte
Kontrastgewinn nur für helle Bildpartien genutzt. Dadurch wirken dunklere und mittelhelle Bildpartien deutlich unterbetont zu den geradezu strahlenden, hellen Bildpartien, die Bildkomposition wird beeinträchtigt. Insgesamt ist die Kontraststeigerung der Bildqualität eher abträglich als förderlich. Wie lassen sich die entstandenen Defizite wieder ausgleichen? Als erstes widmen wir uns der Farbdarstellung: Der Blau- und Grünüberschuss
muss gegenüber Rot kompensiert werden. Dies ist eine schwierige Aufgabe:
Es muss genau der passende Filter gefunden werden, der alle Grundfarben
auf ein Level bringt. Er muss also Blau um ca. 80% filtern, Grün
um 20% und Rot komplett passieren lassen. Nach Ausprobieren duzender in
Frage kommender Filter haben wir tatsächlich den passenden gefunden:
Ein spezieller Gelbfilter mit leichtem Roteinschlag (Orange) erfüllt
tatsächlich die gewünschte Aufgabe. Mit ihm lässt sich
Weiß ohne große digitale Nachkorrektur auf die erforderliche
Farbtemperatur von 6500K (D65) anpassen. Im nächsten Schritt gleichen
wir alle anderen Helligkeitsstufen per Bild-Menü des Projektors ebenfalls
auf die Farbtemperatur der Videonorm an. Das mögliche Ergebnis ist
in den Farben sogar noch genauer, als ohne Filter:
Die Farben haben wir also unter Kontrolle, bleibt noch der zu steile Gammaanstieg, der das Bild unnatürlich dunkel erscheinen lässt. Er lässt sich durch das Bildmenu wieder korrigieren.
Die Kurve ist variabel einstellbar zwischen 2,25 und 2,6 , mit einem gleichmäßigen Anstieg. Dadurch wird eine akkurate Helligkeitsdarstellung und gleichmäßige Kontrastausnutzung gewährleistet. Die Farben sind wieder präzise, die Helligkeitsverteilung ebenfalls,
was bleibt nach dem Tuning für ein Kontrast? Bei genau passendem
Filter erreicht der Projektor getunt ein Kontrastverhältnis von 1690:1,
der ursprüngliche Kontrast ist nahezu verdoppelt.
Welche Verbesserungen bringt die Kontrasterhöhung nun im Bild? Durch den Filter ist es möglich, das volle Kontrastpotenzial des Projektors bei akkurater Farbdarstellung zu erreichen. Gleichzeitig wird der ohnehin schon gute Schwarzwert des Optoma H30 noch einmal gesteigert, das Bild gewinnt deutlich an Plastizität. Besonders dunkle Szenen wirken räumlich glaubwürdiger mit mehr Bildtiefe. Die Bilddynamik wird erhöht, feine Durchzeichnungen plastischer herausgearbeitet. Insgesamt wird der Projektor durch das Tuning an seine Leistungsgrenze gebracht, die sich vor teureren DLP Projektoren nicht verstecken muss. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewesen, dass Kontraststeigerung
und Schwarzwertverbesserung in dieser Größenordnung Orts-unabhängig
zu sichtbaren Bildverbesserungen führen. Vorgetunte Neugeräte können bezogen werden bei www.dvdplayer.de (Köln / Bonn), www.pipro.de (Koblenz / Simmern) und www.benedictus.de (Großraum Essen).
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