| Projektor Tuning: Hitachi Illumina PJ-TX100 |
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Kontraststeigerung auf 1100:1 bei korrekten Farben |
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Der Hitachi PJ-TX100 bietet ein ausgesprochen hohes Kontrastpotenzial. Bis zu 1200:1 können dank der integrierten Iris-Blende erreicht werden. Diesen hohen Kontrast mit einer perfekten Farbdarstellung zu kombinieren, ist das Ziel dieses Tunings. Wer genaue Hintergrund-Informationen zu dem Thema Projektor-Tuning erfahren
möchte, sollte sich vorneweg unser großes
mehrteiliges Special rund um die Bildoptimierung durchlesen. Wer noch
detailliertere Informationen zu der Funktionsweise wünscht, dem empfehlen
wir unser Tipps&Tricks Special: Kontrasterhöhung
und Schwarzverbesserung bei Digitalprojektoren.
Ebenso wichtig wie ein hoher Kontrast ist eine akkurate Farbdarstellung des Videobildes. Unser ausführlicher Test hat gezeigt, dass die passende "6500K" Option eine gewisse Annäherung an die erforderliche Farbtemperatur von 6500K in allen Graustufen bietet. Die Iris-Blende hat allerdings einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Farbdarstellung. Bei geöffneter Iris bietet der PJ-TX100 in Verbindung mit der Werks-6500K-Einstellung einen Kontrast von ca. 550:1. Die Farbtemperatur ist aber durchgehend etwas zu kühl mit einem sichtbaren Blau-Überschuss:
Es ergibt sich eine durchschnittliche Farbtemperatur von 7200K, 700K über der erforderlichen Norm.
Schließt man die Iris Blende ganz, so erhöht sich der Kontrast auf ca. 720:1. In der Farbverteilung wird hauptsächlich Grün/Blau gefiltert, so dass sich der Blauüberschuss in einen Blau/Rot Überschuss (Magenta) wandelt.
Durch das Custom-Menu kann die Farbtemperatur manuell optimiert werden. Eine nahezu optimale Anpassung an die 6500K Norm ist dank der vielseitigen Einstell-Möglichkeiten möglich:
Ein angenehmer Nebeneffekt der Kalibrierung ist, dass sich der Kontrast auf 600:1 bis 800:1 (je nach Iris) erhöht, da das Lampenspektrum effektiver ausgenutzt wird. Die Helligkeitsverteilung bleibt optimal mit einer Gammakurve von 2.2: Dieses "Zwischenergebnis" ist bereits beeindruckend und schlägt
die Konkurrenzmodelle in Sachen Bildgenauigkeit. Durch das Tuning wollen
wir jedoch diese Farb- und Helligkeitsgenauigkeit beibehalten, den Kontrast
aber auf über 1000:1 steigern, wie funktioniert das? 2. Das Tuning Unsere Kontraststeigerung basiert auf dem Prinzip, das Lampenspektrum möglichst vollständig ohne digitale Farbkorrektur per Bild-Menü auszunutzen. Hierdurch erhöht sich die Maximalhelligkeit und damit das Kontrastverhältnis. Da die Farbtemperatur der Projektionslampe aber weit von der gewünschten 6500K Norm abweicht, muss sie extern, per optischer Filterung (durch Farbfilter) angepasst werden. Der Filter korrigiert die Farben und verbessert gleichzeitig den Schwarzwert, das erhöhte Kontrastverhältnis bleibt erhalten. Als erstes gilt es den maximalen Weißpegel des Projektors zu ermitteln. Dafür erhöhen wir die RGB Gain Einstellungen des Custom-Menüs, bis das Bild nicht mehr heller wird.
Bei der Erhöhung der Gain-Werte ist darauf zu achten, dass keine der Grundfarben in ihren "Clipping"-Bereich gehoben wird, es wird sozusagen der "Sweet-Spot" gesucht. Nun messen wir die sich ergebende Farbverteilung, die in Weiß die
Projektor-native Farbtemperatur aufzeigt.
Ganz rechts im Diagramm ist die RGB-Verteilung von Weiß zu erkennen: Ca. 10% Grünüberschuss, 4% Blauüberschuss und 50% Rotmangel sind gegenüber der Optimal-6500K Einstellung (gestrichelte Linie) zu erkennen. Da wir auf eine digitale Farbangleichung weitgehendst verzichten wollen, müssen wir den Grün/Blau Überschuss gegenüber Rot kompensieren, in dem wir die Farbpegel durch einen Filter vermindern. Hier kommt es auf die genaue Wahl des passenden Filters an. Bevor wir mit der genauen Farbkalibrierung beginnen, müssen wir aber die eingangs erwähnte Besonderheit des Hitachi Projektors berücksichtigen: Die Iris Blende wirkt sich auf die Farbverteilung aus. Daher müssen wir uns vorneweg für den passenden Öffnungsgrad (1-10) der Blende entscheiden. Dafür führen wir uns die Ziele des Tunings noch einmal vor Augen: a) Verbesserung des Schwarzwertes b) Weiterhin ausreichende Maximal-Helligkeit, auch für größere Bilddiagonalen c) Möglichst optimale Kontrastausnutzung Welche Iris-Einstellung ist die optimale für obige Aufgaben? Wir wissen, dass der optimale Kontrast von 1200:1 nur bei komplett geschlossener Iris erreicht wird. Allerdings leidet hierdurch die Maximal-Helligkeit deutlich. Da wir zudem die Helligkeit zusätzlich optisch filtern, wäre die resultierende Maximal-Helligkeit einfach zu dunkel. Bei komplett geöffneter Iris- erreichen wir hingegen nicht den gewünschten Kontrast von über 1000:1. In unserem Test haben wir erwähnt, dass bei der Iris Einstellung "4" ungefähr der gute Schwarzwert eines PT-AE500 erreicht wird und die Maximal-Helligkeit weiterhin sehr gut ist. Fügen wir nun zu dieser Einstellung einen externen Farbfilter zu, so verbessert sich der Schwarzwert, die maximale Helligkeit bleibt aber dank der Erhöhung der RGB Werte gleich. Eine Halb-geschlossene Iris ("3" oder "4") scheint daher perfekt: Nach dem Tuning haben wir einen sehr guten Schwarzwert, eine gute Maximal-Helligkeit und eine Kontrastausbeute von über 1000:1, alle unsere Ziele wären erreicht. Nachdem wir uns für die Blendeneinstellung entschieden haben ("4"), setzen wir unsere Farbkalibrierung fort. Als erstes gilt es, die ungleichmäßige Farbverteilung zu "glätten". Dies lässt sich wieder mit Hilfe des RGB-Menüs gut realisieren:
Zwar stimmt die Farbverteilung noch nicht, doch ist sie über fast alle Helligkeiten hinweg homogen. Fügen wir nun unseren passenden Farbfilter (in diesem Fall ein Rot / Orange Filter) in den Lichtweg und optimieren per Bildmenü ein wenig weiter, so ergibt sich eine nahezu perfekte Farbdarstellung: Unser Ziel der perfekten 6500K Kalibrierung ist praktisch erreicht. Entsprechend gut sieht unser Farbtemperatur-Diagramm aus:
Doch leider sind wir mit dem Tuning noch nicht am Ziel. Durch unsere Weiß-Pegel-Anhebung wurde nämlich die Helligkeitsverteilung (Gammakurve) beeinflusst. Mit einer Steigung von fast 2,7 ist sie deutlich zu steil:
Dadurch erscheint das Videobild insgesamt zu dunkel, der Kontrastgewinn wird nicht optimal ausgenutzt. Zum Glück bietet der Hitachi-Projektor einen außergewöhnlichen Gamma-Equalizer, der eine differenzierte Abstimmung des Gammaverlaufs erlaubt. Mit ein wenig Geduld lässt sich die perfekt gleichmäßige Gammakurve mit einem sehr guten Anstieg von 2,25 "rekonstruieren":
Abschließend messen wir das "finale" Kontrastverhältnis:
Nahezu punktgenau 1100:1 mit unserem Test-Gerät, dies entspricht
einem Kontrastgewinn von rund 37% - 40% Gewinn gegenüber der Ausgangssituation,
die Mühe hat sich gelohnt.
Durch die Iris-Blende gestaltet sich im Falle des Hitachi-PJTX100 die Kontrast- & Farboptimierung als ein wenig komplizierter, als bei vielen anderen von uns vorgestellten Tuning-Maßnahmen. Die Mehr-Mühe lohnt sich aber in jeder Beziehung: Durch das Tuning
erhalten wir ein "echtes" Kontrastverhältnis von 1100:1
kombiniert mit einer punktgenauen Farbkalibrierung auf die 6500K-Videonorm
und optimalem Helligkeitsanstieg von 2,2.
Das Bild erhält durch den verbesserten Schwarzwert mehr räumliche Tiefe, der Kontrastanstieg (über 30%!) sorgt für eine bessere Dynamik, das Bild wirkt insgesamt noch ansprechender, noch natürlicher in den Farben. Der Anwender ist dem Ziel der perfekten Kino-Reproduktion ein bedeutendes Stück näher. Kurzum: Besser kann ein Hitachi-PJ-TX100 in der Praxis nicht aussehen. Lesen Sie auch unser PJ-TX100 Tuning Update !!! An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewesen, dass Kontraststeigerung und Schwarzwertverbesserung in dieser Größenordnung Orts-unabhängig zu sichtbaren Bildverbesserungen führen. Das vorgestellte Tuning ist nur mit entsprechenden Messinstrumenten genau
durchführbar. Erkundigen Sie sich daher in Ihrem Freundes / Händlerkreis,
ob jemand über die entsprechenden Messverfahren verfügt. Nachträglich
durchgeführt werden kann dieses Tuning auch durch den Service von
www.projektor-tuning.de.
Mehr dazu auf der entsprechenden Webseite. 8. Juni, 2004, Ekkehart Schmitt |