Projektor Tuning: Barco CineVersum70

Nahezu vollständige Kontrastausnutzung bei korrekten Farben

www.Cine4Home.de

Das vorgestellte Tuning kann durchgeführt werden von:


www.projektor-tuning.de

In den letzten Monaten haben sich die maximalen Kontrastwerte von DLP Projektoren nahezu verdoppelt. Werte von weit über 2000:1 sind kein unerreichbares Ziel mehr. Nach wie vor schwierig ist es aber, diese Kontrastwerte mit einer akkuraten Farbreproduktion zu kombinieren.


1. Ausgangssituation

Im Falle des Barco Cineversum 70 hat unser Test gezeigt, dass der Projektor in seiner "Video"-Werkseinstellung ein Kontrastverhältnis von ca. 1800:1 bei Annäherung an die 6500K (D65) Norm aufweist:


Werks-Farben

Im Diagramm oben ist aber ein gleichmäßiger Grünüberschuss über alle Helligkeitslevel hinweg zu beobachten. Er ist ausgeprägt genug, um auch im normalen Filmbetrieb eine leichte Farbverschiebung zu Grün hin mit bloßem Auge zu erkennen.

Perfekt hingegen ist die Helligkeitsverteilung mit einem Anstieg von 2.2 :

Der gleichmäßige Anstieg sorgt dafür, dass alle Bildelemente stets genau so hell in der Bildkomposition erscheinen, wie es beim Film-Mastering beabsichtigt wurde.

Die Werksangaben des Cineversum70 geben aber ein Kontrastverhältnis von 2700:1 an und auch unser Test hat gezeigt, dass der Projektor in der Lage ist, ein Kontrastverhältnis von über 2500:1 tatsächlich zu erzeugen. Ziel des Projektor-Tunings ist es, dieses maximale Kontrastverhältnis auszunutzen, gleichzeitig aber ebenfalls die Farbdarstellung zu perfektionieren und die akkurate Helligkeitsverteilung beizubehalten. Wie ist dies im Falle des Cineversum70 machbar?


2. Das Tuning

Um das Kontrastverhältnis des Projektors zu steigern, muss möglichst das gesamte Helligkeitspotenzial der Lampe ohne digitalen Farbausgleich genutzt werden. Hierfür stellt das Bild-Menü in der Rubrik "Farbtemperatur" die Option "Display White" zur Verfügung.

Dieser Modus bringt das gesamte Lampenspektrum auf die Leinwand, der Kontrast ist deutlich gesteigert. Der entscheidende Nachteil dieses Modus liegt in der nun erzielten Farbtemperatur begründet. Da das Lampenspektrum nicht der erforderlichen Farbtemperatur von 6500K entspricht, im Display White Modus aber auch nicht vom Projektor "korrigiert" wird, zeigt die sich ergebende Farbtemperatur in Graustufen einen leichten Grünüberschuss und einen deutlichen Rotmangel auf:

Durchschnittlich 40% zu wenig Rot befindet sich im Bild, ein Mangel, den auch ungeübte Augen im normalen Kinobetrieb erkennen. Da das Lampenspektrum zu wenig Rotreserven bereithält, ist ein Ausgleich nur durch eine externe optische Filterung von Blau und Grün zu erreichen. Hierfür sind spezielle Licht- und Wärme resistente Rotfilter geeignet.

Durch die genaue Filterstärke lässt sich der Rotpegel in gewünschtem Maße auf das Niveau von Grün und Blau heben. Um die perfekte Feinkalibrierung auf das 6500K-Soll zu erreichen, wird anschließend mit Hilfe der Blau & Rot - Bias & Gain Parameter des erweiterten Bildmenus die Farbverteilung, am besten unter Verwendung von Messinstrumenten, optimiert.

Insgesamt lässt sich eine Farbkalibrierung erreichen, die nicht nur den erhöhten Kontrast ausnutzt, sondern auch in ihrer Genauigkeit die Werks-Einstellung deutlich übertrifft:

Über alle relevanten Helligkeits-Level hinweg (30 - 100 IRE) zeigt der Projektor nun perfekte Farben, und das bei einem Kontrastverhältnis von gut 2400:1.


Punktgenaue 6500K Darstellung

Wie äußert sich dieser Kontrastgewinn im Bild? Die maximal Helligkeit des Projektors bleibt nahezu unverändert, da der Helligkeitsgewinn durch den Display White Modus durch den Rotfilter absorbiert wird. Gleichzeitig wird aber der Schwarzwert durch den Filter ebenfalls verbessert, so dass der Kontrastgewinn sehr deutlich in einem verbesserten Schwarzwert mit besserer Durchzeichnung und mehr räumlicher Tiefe sichtbar wird.

Die Helligkeitsverteilung des Projektors bleibt von der Tuningmaßnahme unberührt. Sie behält ihren Wert von 2,2 bei.


3. Anmerkungen / Fazit

Durch eine relativ einfache Maßnahme kann das Kontrastverhältnis des Projektors, um 30%, auf "echte" 2400:1 angehoben werden. Gleichzeitig wird der ohnehin schon gute Schwarzwert des Projektors verbessert und die Farbdarstellung punktgenau kalibriert. Und dies alles ohne sich Nachteile in der Helligkeitsverteilung oder Maximal-Helligkeit "einzuhandeln".

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewesen, dass Kontraststeigerung und Schwarzwertverbesserung in dieser Größenordnung Orts-unabhängig zu sichtbaren Bildverbesserungen führen.


Das vorgestellte Tuning ist nur mit entsprechenden Messinstrumenten genau durchführbar. Erkundigen Sie sich daher in Ihrem Freundes / Händlerkreis, ob jemand über die entsprechenden Messverfahren verfügt. Nachträglich durchgeführt werden kann dieses Tuning durch www.projektor-tuning.de. Vorgetunte Barco-Neugeräte können bezogen werden beim Barco-Vertragshändler www.benedictus.de.


4. Anhang

Wem der erzielte Kontrast von 2400:1 immer noch nicht ausreicht, der kann durch den "White Peak" Modus des Bildmenus die gesamten Lichtreserven des Projektors aktivieren. In diesem Modus wird auch während des Filter-Segmentwechsels des Farbrades ein Bild erzeugt, was die maximale Bildhelligkeit sichtbar anhebt.

Unter diesem Modus leidet allerdings die Helligkeitsverteilung, sie steigt von 2,2 auf 2,6. Mit Hilfe des Gammamenus lässt sich dieser Effekt aber beheben. Bei unserem Testgerät erzeugte die Gammaeinstellung "1,9" in Verbindung mit dem White Peak Modus eine akkurate Gammaverteilung von 2,25.

Im White Peak Modus erreicht der Projektor knapp einen Kontrast von 2600:1, ebenfalls bei korrekter Farbverteilung.

Neu ! Auch in der Schweiz kann der bewährte Service nun in Anspruch genommen werden: Der Schweizer Heimkinospezialist www.homecinema.ch führt auf Anfrage nun auch das Tuning aller hier beschriebenen Projektoren durch:


www.homecinema.ch

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