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Fertige Heimkino- und Hifi- Möbel sind in der Regel nicht perfekt
auf die eigenen Komponenten optimiert oder sehr teuer, irgendetwas "stört"
immer. "Do it yourself" ist eine günstige Alternative,
bei der man das Ergebnis und den Preis selber bestimmen kann.
In unserer neuen Tipps & Tricks Reihe "Heimkino im Eigenbau"
wollen wir Anregungen zum Eigenbau von Heimkinoeinrichtungen geben. Einzige
Voraussetzungen sind ein wenig handwerkliches Geschick und Grundwerkzeug,
wie es in jedem Haushalt zu finden ist. Sämtliche "Bauanleitungen"
sind nur als Beispiele anzusehen, die durch Veränderungen in Maßen,
Material oder Design auf den eigenen Geschmack angepasst werden können.
Wir beginnen unsere Reihe mit einem einfachen Boxenständer, der in
weniger als einer Stunde angefertigt werden kann. Die Materialkosten belaufen
sich lediglich auf ca. € 25.- .
  
Der "fertige" Boxenständer
1. Materialien
1.1 Holzbretter:
Für den Boxenständer werden lediglich 4 Holzbretter benötigt.
Sie können in jedem Baumarkt millimetergenau zugeschnitten erworben
werden. Die Maße für unser Beispiel betragen: 1. Brett (Boxenauflage)
: 21 x 30 x 1,9 cm, 2. Brett (Bodenplatte) : 25 x 40 x 1,9 cm, 3. &
4. Brett (Säule) : 12,5 x 90 x 1,9 cm.

Für unser Musterbeispiel haben wir grau gebeizte MDF Platten gewählt.
Sie haben den Vorteil, dass sie durch ihre matte, dunkle Oberfläche
in einem Kinoraum nur wenig Reflektionslicht erzeugen. Natürlich
kann durch eine andere Holz- / Farbwahl ein ganz anderes "Design"
ermöglicht werden, z.B. durch helles Buchenholz. Auch durch eine
Änderung der Maße kann der Ständer optimaler auf die eigenen
Raumbedürfnisse zugeschnitten werden.
1.2 Aluminiumleisten:
Für ein ansprechendes Design sorgt die Verkleidung der Holzkanten
mit Aluminiumleisten. Sie bekommt man als Meterware ebenfalls im Baumarkt.
Man benötigt 3 verschiedene Sorten:

- Aluminiumwinkel, 2,5cm Kantenlänge: ca. 90cm.
- Aluminiumwinkel, 2cm Kantenlänge: ca. 2,7m
- Aluminiumleiste, 2cm Kantenlänge: ca. 2,5m
1.3 Schrauben
Zum Verschrauben der Holzteile werden ca. 13 Senkkopf-Holzschrauben mit
einer Länge von mindestens 4 cm benötigt:

1.4 Leim
Zum Verkleben der Aluminiumleisten benutzen wir Bastelleim, z.B. Ponal
von Henkel. Er hat den Vorteil, dass er leicht zu verarbeiten ist und
nacht dem Trocknen transparent und damit "unsichtbar" wird.
2. Der Zusammenbau
2.1 Vorbereitung der Aluminiumteile
Zunächst müssen die Aluminiumleisten auf die richtigen Längen
zugeschnitten werden. Hierfür reicht eine einfache Metallsäge.

Die einzelnen Längen:
- Aluwinkel 2,5cm Kantenlänge: 1 Stück zu 90cm
- Aluwinkel 2cm Kantenlänge: 3 Stück zu jeweils 90 cm
- Aluleisten 2cm Kantenlänge: 2 Stück zu 21,4 cm, 2 Stück
zu 30 cm, 2 Stück zu 25,4 cm, 2 Stück zu 40cm
Beim Zusägen gilt: Besser einen Millimeter zu lang als zu kurz.
Überlängen können anschließend eventuell mit einer
Metallfeile "angepasst" werden.
2.2 Bodenplatte / Boxenauflage
Sind die Aluleisten zugeschnitten, beginnen wir mit dem Bekleben der Bodenplatte
und der Boxenauflage: An die Längsseiten werden die Leisten entsprechender
Längen angeklebt (30cm bei der Boxenauflage, 40cm bei der Bodenplatte).
Bei der Anbringung sollte darauf geachtet werden, dass die Kanten mit
der Oberkante des Holzes bündig abschließen.
Nach den Längsseiten erfolgt das Bekleben der kurzen Seiten. Die
Aluleisten sind jeweils 4 mm länger als die Holzkanten (21,4 cm bei
der Boxenauflage, 25,4 cm bei der Bodenplatte), um die "hinzugekommene"
Dicke der Aluminiumleisten der Längsseiten auszugleichen.
Nach Bekleben aller Seiten erhalten wir zwei Holzbretter mit Aluminiumkante:

Die "Alu / Holz" - Bretter
2.3 Säule
Während die Alu-Verklebungen trocknen, setzen wir die beiden langen
Holzbretter zu einer Säule zusammen. In einem rechten Winkel werden
sie an ihrer Längsseite miteinander verschraubt.

Rechtwinklige Verschraubung
Für unsere Beispiellänge von 90cm reichen ca. 5 Schrauben aus.
Sie werden so tief in das Holz hineingeschraubt, bis die Senkköpfe
bündig mit der Oberfläche abschließen.

Sind die Bretter stabil verbunden, wird der 90cm Aluminiumwinkel mit
2,5cm Kantenlänge auf die "Spitze" geklebt. Dadurch werden
die unschönen Verschraubungen "kaschiert".

Die Leiste schließt bündig
mit dem Holz ab

Nach dem Trocknen werden die Außenkanten mit weiteren Aluwinkeln
(2cm Kantenlänge) ebenfalls "versiegelt".

Auch die Innenkante wird durch einen Aluwinkel (2cm Kantenlänge)
stabilisiert:

Der Innenwinkel
Sind alle Aluminiumwinkel angebracht, erhalten wir eine stabile Holz
/ Alu - Säule.

Die fertige Trägersäule
2.4 Verschrauben der Bodenplatte
Als Nächstes wird die Säule mit der Bodenplatte verschraubt.
Dazu legt man die Bodenplatte auf die Erde (Bodenseite nach oben!) und
stellt die Säule, ganz nach eigenem Geschmack, senkrecht darauf.

Der Drehwinkel kann variiert werden
Die Standfläche der Säule wird mit einem Bleistift markiert.
Innerhalb der Markierungen bohrt man ca. vier Löcher für die
Holzschrauben.

Im nächsten Schritt werden die Bodenplatte und die Säule verschraubt.
Die Senkköpfe schließen bündig mit der Holzoberfläche
ab.

2.5 Verschrauben der Boxenauflage
Bei der Boxenauflage wird analog zur Bodenplatte vorgegangen: Säule
auf Brett legen, Umrisse markieren, Vorbereitung der Löcher, Verschrauben.

Verschraubte Boxenauflage
Unser Boxenständer ist nun bereits fertig. In weniger als einer
Stunde haben wir ein individuelles Möbelstück "gezimmert".

 
3. Fazit
Mit einfachen Mitteln und wenig Zeit lassen sich attraktive Heimkinomöbel
herstellen. Wir hoffen, Ihre "Fantasie" angeregt zu haben, die
Variationen unserer Bauanleitung sind unzählig.
Ekkehart Schmitt
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